Improvisierte Taufe: Maximiliane Gerber (grüne Jacke) vergoss etwas Sekt auf das Feldafinger Feuerwehrboot, beobachtet von Landrat Stefan Frey, Bürgermeister Bernhard Sontheim, Gemeinderätin Karin Bergfeld und Kommandant Dirk Schiecke (v.l.).
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Improvisierte Taufe: Maximiliane Gerber (grüne Jacke) vergoss etwas Sekt auf das Feldafinger Feuerwehrboot, beobachtet von Landrat Stefan Frey, Bürgermeister Bernhard Sontheim, Gemeinderätin Karin Bergfeld und Kommandant Dirk Schiecke (v.l.).

Feuerwehr stellt offiziell ihr Boot vor

Florian Feldafing 99/1 einsatzbereit

  • VonMichael Stürzer
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Die Feuerwehr Feldafing hat ihr eigenes Boot in Dienst gestellt – und sich beim Gemeinderat und beim Landkreis für die Unterstützung bedankt. Getauft wurde das Boot auch, auch wenn es keinen Namen bekommen hat. Es heißt nur: Florian Feldafing 99/1.

Feldafing – Feuerwehrleute tun, was getan werden muss, auch wenn es putzen ist. Feldafings Kommandant Dirk Schiecke griff dieser Tage zum Lappen, um den Bug des Feuerwehrbootes zu wischen. Sekt war dort vergossen worden von Gemeinderätin Maximiliane Gerber, und das mit voller Absicht: Es war gewissermaßen die Taufe für das Boot mit der unromantischen, aber eindeutigen Bezeichnung Florian Feldafing 99/1. Das früher landkreiseigene Boot ist nun in Diensten der Feldafinger, die rund 150 ehrenamtliche Arbeitsstunden in die Überholung und den Umbau gesteckt haben. Bei einem kleinen Umtrunk und größeren Rundfahrten zeigte die Wehr Gemeinderat, Bürgermeister Bernhard Sontheim und Landrat Stefan Frey, was sie aus dem Boot gemacht hat und dass das Geld gut angelegt ist.

Die Feldafinger sind die einzigen Feuerwehrler am Starnberger See, die ihr Gemeindegebiet nicht komplett mit Löschfahrzeugen erreichen können – zur Roseninsel kommt man eben nur per Boot. Bisher, berichtete Kommandant Schiecke, und auch weiterhin werde man ein Arbeitsschiff der Schlösserverwaltung nutzen, um bei einem Alarm auf die Insel überzusetzen. Das sei, so Sontheim, aber kein Dauerzustand gewesen. Deswegen habe die Gemeinde dem Vorschlag Schieckes entsprochen, für 3000 Euro das ausgemusterte Landkreisboot, stationiert bei der Feuerwehr Tutzing (die ihr neues, ebenfalls vom Landkreis bezahlte Boot am Samstag geweiht hat), zu erwerben. Im Oktober kam das Boot nach Feldafing, seither haben einige Aktive „viel geschliffen, viel geklebt“, wie Schiecke sagt. Sie bauten eine neue Pumpe ein, einige Fächer, brachten das Boot auf Vordermann.

Seit Ende Juni ist es einsatzbereit. Seither üben die Aktiven intensiv, 20 Mann machen derzeit den Führerschein, den sie eigentlich nicht bräuchten, aber zur Sicherheit wollen. „Wir sind hoch zufrieden mit dem Boot“, sagt der Kommandant.

Der Landrat hätte das ausgemusterte Boot auch versteigert, ist aber froh, dass es so in der Region bleibt. Boote für Feuerwehren sind bei Stefan Frey öfter Thema. Man habe einen Antrag für eine Ersatzbeschaffung für Herrsching gestellt, Tutzing bekam gerade eines. Die Feuerwehr Starnberg drängt darauf, dass der Freistaat insbesondere auch wegen des Elektrodampfers EMS Berg ein größeres Löschboot nach Chiemsee-Vorbild für den Starnberger See anschafft (wir berichteten). Die Dampfer sind für eher kleinere Boote wie das Feldafinger in der Regel zu hoch. Schiecke: „Wenn die Seeshaupt brennt, machen wir da nichts.“

Das Feldafinger Boot ist vor allem für den Zugang zur Roseninsel, aber auch für Vermisstensuchen und dergleichen ausgelegt. Und mobil: Es steht auf einem Trailer im Gerätehaus, kann bei Bedarf an mehreren Stellen in den See gelassen werden – oder zur Not auch in einen Weiher. Auf der Roseninsel, erinnerte Sontheim, habe es schon Alarmierungen durch die Brandmeldeanlage gegeben, „aber Gott sein Dank nichts Schlimmes“. Durch das Boot, das bisher zum Glück keinen Einsatz hatte, ist die Wehr nun flexibler und für Notfälle gewappnet.

Und wie war das nun mit dem Namen? Es hat keinen und wird auch keinen bekommen – außer Florian Feldafing 99/1. Das ist kein Name, sondern die Bezeichnung im Funkverkehr. Fahrzeuge heißen dort etwa 40 für ein Hilfeleistungslöschfahrzeug, 30 für eine Drehleiter. 99 sind die Boote, die 1 steht fürs erste. Man habe überlegt, dem Boot einen Frauennamen zu geben, die Mannschaft habe sich aber dagegen entschieden, sagt Schiecke.

Bei den Gemeinderäten kamen die Rundfahrten an, schließlich lernten sie so kennen, wofür sie das Geld ausgegeben haben – und konnten vom Rondell an der Roseninsel aus den See genießen. Sontheim dankte dem Rat ausdrücklich dafür und die Feuerwehr auch.

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