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Geehrt und befördert: (v.l.) Mirjam Mikisch, Bernd Folger, Markus Mörtl, Klaus Wagner und Dirk Schiecke.

Freiwillige Feuerwehr Feldafing

Vereinschef will nach 30 Jahren abdanken

Bei der Feldafinger Feuerwehr endet eine Ära. Nach mehr als drei Jahrzehnten als Vorsitzender will Wolfgang Freund sein Amt in jüngere Hände legen. Den Neubau eines Feuerwehrhauses leitet er aber noch mit ein.

Feldafing – Wolfgang Freund hatte sich die Nachricht für den Schluss aufgehoben. Am Ende der Jahreshauptversammlung am Freitagabend im Tennisstüberl teilte der Vorsitzende des Feldafinger Feuerwehrvereins mit, dass er aufhören will. Die Neuwahl steht im nächsten Jahr an, einen Wunschnachfolger scheint er schon im Blick zu haben. Damit neigt sich eine mehr als 30-jährige Ära ihrem Ende zu: 1983 war Freund zum zweiten, 1985 zum ersten Vorsitzenden gewählt worden. Die Arbeiten an einem großen Projekt fallen aber noch in seine Amtszeit: Wie berichtet, ist der Neubau eines Feuerwehrhauses am Standort des alten Gebäudes am Dr.-Appelhans-Weg am wahrscheinlichsten, wenn auch noch nicht entschieden. Bürgermeister Bernhard Sontheim erklärte das Vorhaben auf der Versammlung zur Chefsache. 2018 hofft er schon auf den Baubeginn.

„Letztes Jahr habt Ihr richtig Gas gegeben“

Kommandant Dirk „Paul“ Schiecke zollte anschließend den aktiven Mitgliedern großen Respekt: „Letztes Jahr habt ihr richtig Gas gegeben.“ Die Beteiligung an Übungen sei mit 44 Prozent „extrem hoch“. Wie bei solchen Gelegenheiten auch Problemfälle erkannt werden, beschrieb er am Fall einer Alarmübung im Garatshausener Schlosspark und der dortigen relativ neuen Seniorenresidenz. Die Bewohner hätten die Feuerwehr eigens gebeten, bei ihnen eine Übung abzuhalten. Dabei seien „massive Probleme“ zutage getreten, von „ganz schlechter Wasserversorgung“ bis zur Zugänglichkeit bei Personenrettungen. „Schon bei der Schranke sind wir nicht reingekommen“, sagte Schiecke.

Bürgermeister Sontheim bezeichnete die Unterstützung durch die Gemeinde – etwa bei der Anschaffung eines neuen Hilfeleistungslöschfahrzeugs 2016 – als „absolute Selbstverständlichkeit“. 2016 musste die Feldafinger Feuerwehr zwar nur zu 67 (Vorjahr 96) Einsätzen ausrücken. Dafür wandte sie aber erheblich mehr Zeit auf, nämlich 3264 (2324) geleistete Stunden.

Problem: Einsatzbereitschaft tagsüber

Schiecke sieht darin einen Trend. Die Einsatzkraft tagsüber bezeichnete Vereinschef Freund dennoch als „prekär“: Wie bei vielen anderen Feuerwehren stehen oft zu wenig Aktive zur Verfügung. Bei der Personalentwicklung gibt es dennoch positive Tendenzen. Zurzeit sind es 37 aktive Feuerwehrleute und sieben (Anfang 2016 noch drei) Jugendliche. Jugendwart Florian Stiegler hofft, weitere junge Leute gewinnen zu können. Natürlich wurden auch verdiente Kameraden ausgezeichnet: Bernd Folger und Klaus Wagner haben von Landrat Karl Roth bereits das Bayerische Feuerwehr-Ehrenzeichen in Silber für 25 Jahre aktiven Feuerwehrdienst erhalten. Markus Mörtl wurde für 20 Jahre Feuerwehrdienst geehrt, Stefan Neubauer nachträglich für zehn Jahre. Mirjam Mickisch wurde zum Löschmeister befördert, Kommandant Dirk Schiecke zum Hauptlöschmeister. Von Lorenz Goslich

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