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Stolz präsentiert Feldafings Bürgermeister Bernhard Sontheim die neue Gemeindefahne in den – nun korrekten – Farben grün und weiß. Sie soll bei besonderen Gelegenheiten das Ortsbild verschönern.

Feldafing: So wird 2018

Das große Sparen für 2020

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In Feldafing konzentriert sich nach wie vor alles auf das magische Jahr 2020. Dann wird die Bundeswehr die Kaserne verlassen und nach Pöcking ziehen. Die Gemeinde will sich möglichst große Stücke des Geländes sichern, um es nach ihren Wünschen zu entwickeln und spart eisern.

Feldafing – Kleinvieh macht auch Mist. Und Bürgermeistter Bernhard Sontheim nutzt jede Gelegenheit, um Kosten zu sparen. Als die Besitzerin des Hotels Kaiserin Elisabeth eine neue Fahne mit dem Gemeindewappen in der neuen, nun korrekten grün-weißen Farbgebung bestellte, orderte die Gemeinde auch gleich ein paar Fahnen mit. Da gingen die Versandkosten durch zwei. Und so kann Sontheim nun stolz die günstigeren Gemeindefahnen präsentieren, die ab sofort zu besonderen Gelegenheiten im Ort und vor dem Rathaus hängen werden.

Natürlich sind die Einsparungen beim Fahnenkauf nicht der Rede wert, dennoch steht diese Geschichte durchaus exemplarisch dafür, wie auch 2018 in Feldafing gewirtschaftet wird. Was investiert werden muss, das wird gemacht, ansonsten halten die Feldafinger ihr Geld zusammen, denn 2020 und damit der Kasernenkauf rücken immer näher.

Konversionsgelände

Bereits im vergangenen Jahr war die Nachnutzung des Bundeswehrgeländes, die so genannte Konversion, das alles bestimmende Thema in Feldafing. „Wir sind einen sehr guten Schritt weitergekommen“, sagt Sontheim. Die europaweite Ausschreibung für das Integrierte Städebauliche Entwicklungskonzept (ISEK) ist raus. Einfach gesagt soll in diesem Papier festgeschrieben werden, wie sich das Ortszentrum und das ehemalige Kasernengelände in Zukunft entwickeln sollen. Das ist die Grundlage für die zukünftige Entwicklung. „Wir wollen – und müssen aufgrund des Denkmalschutzes – den campusartiggen Zuschnitt des Kasernengeländes erhalten“, verspricht Sontheim. Und weil die Gemeine „nicht am Gängelband eines Großinvestors hängen möchte, wollen wir möglichst die ganze Fläche selbst kaufen und entwickeln“, stellt er klar. Die Gemeinde bereitet eine Mischnutzung von Gewerbe und Wohnen vor. „Es ist die einzige Entwicklungsmöglichkeit, die Feldafing auf Jahrzehnte hin haben wird – wir sind umzingelt von Landschaftsschutzgebieten, dem See und den Nachbargemeinden.“ Durch die Konversion wird Feldafing – heute 4300 Einwohner – wachsen. „Die 5000er Marke werden wir aber nicht überschreiten, wir wollen unseren dörflichen Charakter erhalten.“ Doch auch wenn mit Blick auf 2020 heuer wjeder jeder Cent dreimal umgedreht wird, bevor man ihn ausgibt, wird sich dennoch einiges tun in Feldafing.

Straßenbeleuchtung

„Sparen heißt nicht, dass wir nix machen“, meint Sontheim. Er würde die Straßenbeleuchtung in Feldafing gern flächendeckend auf die langlebigen und stromsparenden LEDs umstellen. Die Masten könnten dabei stehen bleiben, die Umstellung selbst würde rund 160 000 Euro kosten. „Wenn wir das über einen Kredit finanzieren, zahlt das Geld, das wir durch die Stromersparnis und die wegfallenden Wartungskosten – die Leuchtmittel haben zehn Jahre Garantie – die Raten.“ Nach acht oder neun Jahren würde man sogar einen Gewinn erwirtschaften. „Das wäre ein echter Beitrag zum Klimaschutz – nicht ein von diesen Alibi-Quatschmaßnamen, die zuhauf im Klimapakt des Landkreises stehen.“ In die selbe Richtung geht auch das Vorhaben, den Naschgarten am Rathaus deutlich zu erweitern. Denn wenn man vormittags ganz einfach losläuft und sich dort ein paar Kartoffeln oder Rübben erntet, muss man nicht mit dem Auto in den Supermarkt fahren und dort ägyptische Kartoffeln kaufen.

Wohnraum

„Bei Sozialwohnungen haben wir eigentlich keinen weiteren Bedarf in Feldafing“, meint Bürgermeister Bernhard Sontheim. Im Verhältnis zur Einwohnerzahl habe man mehr Sozialwohnungen als jede andere Gemeinde im Landkreis Starnberg. „Was uns wirklich fehlt, ist bezahlbarer Wohnraum für Normalverdiener und junge Familien“, so Sontheim. Das wären Wohnungen, deren Kaltmiete irgendwo zwischen neun und elf Euro pro Quadratmeter liegt. Da gäbe es derzeit deutlich zu wenig. Das soll sich ändern – und da schließt sich der Kreis – wenn die Gemeinde das Gelände der heutigen Kaserne entwickelt. Dort soll neben Gewerbeansiedlungen auch Geschosswohnungsbau betrieben werden. Doch dafür muss Feldafing heuer weiter sparen.

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