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In der Starnberger Fachoberschule , hier ein Foto von der Einweihung, gehören Whiteboards zur Ausstattung. 

Grundschule Feldafing

Rat sieht schwarz für Whiteboards

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Die Frage, ob alles sein muss, was möglich ist, beschäftigte den Gemeinderat in Feldafing.

Feldafing – Die Grundschule hatte beantragt, innerhalb der kommenden drei Jahre sämtliche Tafeln in den Klassenzimmern abzuschaffen und durch so genannte Whiteboards zu ersetzen. Das sind im Prinzip elektronische Tafeln, die seit einigen Jahren in immer mehr Klassenzimmern eingesetzt werden.

Dort können Präsentationen, Filme und auch sonst alles, was mit dem Computer möglich ist, gezeigt werden. Zudem kann der Lehrer mit Spezialstiften auch darauf Notizen und Markierungen zeigen. Tolle Sache, aber „braucht es das wirklich in einer Grundschule? Ich kenne viele Gymnasien, die noch keine Whiteboards haben“, meinte Feldafings Bürgermeister Bernhard Sontheim. Er wolle wissen, wie der Gemeinderat darüber denkt.

Zehntausende Euro für fragwürdigen Nutzen

Auch dort überwog die Skepsis. Eva Klug (AUF) erinnerte daran, dass die Schule erst vor wenigen Jahren nagelneu ausgestattet worden sei. Zudem zog sie in Zweifel, dass Grundschüler unbedingt in jedem Klassenzimmer ein solches Gerät brauchen. Denn die Anschaffung würde ordentlich ins Geld gehen. 8900 Euro kostet ein solches Whiteboard. Die Umstellung der gesamten Grundschule würde insgesamt rund 70 000 Euro kosten.

Wobei das Vorhaben selbst im Lehrerkollegium nicht ganz unumstritten ist, wie Karin Bergfeld (Frauenliste) berichtete. „Das hängt stark vom jeweiligen Kollegen ab, ob und wie er ein solches Whiteboard nutzt. Zudem braucht es sehr viel Schulung. Ob zum Beispiel der Pfarrer extra einen Kurs besucht, um mit der Technik umgehen zu können, darf bezweifelt werden.“ Sie verwies aber auch darauf, dass derartige elektronische Schultafeln bereits in Pöcking und Traubing im Einsatz sind und regte an, dort nach den Erfahrungen zu fragen, die gemacht wurden.

Den ganzen Tag im Dunklen hocken?

Dann wurde es Bürgermeister Sontheim doch zu bunt: „Da müssen wir keinen Staatsakt draus machen. Wir haben ein solches Whiteboard im Computerkabinett. Wenn ein Lehrer so etwas braucht, kann er da hingehen.“ Ansonsten spare man sich das Geld lieber, um in ein paar Jahren das Computerkabinett auf den technisch neuesten Stand zu bringen. Zudem sei er skeptisch, weil die Klassenzimmer permanent abgedunkelt werden müssten, um die Technik ordentlich einsetzen zu können. Einstimmig lehnte der Gemeinderat daher den Antrag der Schule ab. 

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