+
Tag der Freude (v.l.): Feldafings Bürgermeister Bernhard Sontheim, Architekt Hans-Peter Müller, Packsys-Inhaber Markus Finger, seine Frau Michaela Finger sowie Werner Kunz und Arno Berger von der Baufirma starten di e Arbeiten für den neuen Packsys-Firmensitz.

Spatenstich

Packsys legt in Wieling los

  • schließen

Die Entwicklung des Gewerbegebiets in Wieling hat den Beteiligten einiges abverlangt, vor allem Geduld. Gestern war der Spatenstich für den neuen Firmensitz von Packsys. Im Dezember will die Firma dort schon arbeiten.

Wieling Bernhard Sontheim und Markus Finger haben gestern die Früchte ihrer Arbeit eingefahren. Der Feldafinger Bürgermeister ist seit 2008 bemüht, das Gewerbegebiet in Wieling zu entwickeln. Seit 2012 ist der Eigentümer der Starnberger Firma Packsys an einem Grundstück dort interessiert. Beide haben einen langen Atem bewiesen bei der Auseinandersetzung mit den Behörden. Umso größer war die Freude gestern beim symbolischen Spatenstich für das neue Packsys-Firmenzentrum.

„Ich bin froh, dass ich einen Ort gefunden habe, wo ich meine Firma bauen kann“, sagte Markus Finger. Bereits im Dezember soll Packsys von der Petersbrunner Straße in Starnberg nach Wieling ziehen. Packsys stellt Verpackungssysteme vor allem für die Pharmaindustrie her. Größter Kunde ist 3M Espe. Derzeit hat die Firma 35 Mitarbeiter. Am neuen Standort soll sie auf 60 Mitarbeiter wachsen, kündigte Finger an. Neu in Wieling wird ein Reinraum sein, wo Globuli- und Granulatspender produziert werden. Geplant ist ein Gebäude mit rund 2500 Quadratmeter Grundfläche und drei Stockwerken, wo Produktion, Verwaltung und Logistik unterkommen. Das Grundstück ist 7750 Quadratmeter groß.

Einweihungstermin steht schon

Architekt Hans-Friedrich Müller aus Bonn ist zuversichtlich, den ehrgeizigen Zeitplan einhalten zu können. Es sei kein Keller geplant, gebaut werde mit Fertigteilen. „Wenn das Wetter mitspielt, schaffen wir das.“

Das muss er auch, weil Finger seine Räume in Starnberg zum Jahresende gekündigt hat. Ein Termin für die Einweihung steht schon fest. „In Starnberg arbeiten wir sehr beengt und unter schlechten Bedingungen“, sagte er. Deshalb sei er froh gewesen, als er auf die Feldafinger Pläne für Wieling gestoßen sei.

„Packsys wird unser größter Gewerbesteuerzahler“, sagte Bürgermeister Sontheim. „Die Firma passt gut zu uns: Wir werden uns mit dem Konversionsgelände der Bundeswehr auf das Thema Gesundheit konzentrieren. Die Klinik ist ja schon dort.“

Drei weitere Grundstücke

Die bevorstehende Konversion beherrscht alles in Feldafing. Auch die Entwicklung des Gewerbegebiets Wieling ist ihr zu verdanken – beziehungsweise der Tatsache, dass die Bundeswehr den Abzug aus Feldafing immer weiter hinauszögert. Aktueller Termin ist 2020. „Wir mussten so vielen Gewerbeinteressenten eine Absage erteilen“, erinnerte sich Sontheim. Deshalb habe sich der Gemeinderat 2008 entschlossen, auf 16 000 Quadratmetern das Areal in Wieling zu entwickeln. Dabei gab es Hindernisse. Wegen eines Käfers zum Beispiel, der kein Streusalz verträgt: „Der Katzengraben mündet in den Schwarzen Graben und der mündet in den Maisinger See“, sagte Sontheim. „Wir mussten ein Gutachten erbringen, dass der Käfer durch Salz aus dem Gewerbegebiet nicht gefährdet ist.“ Und vergangenen Freitag stand die Baugenehmigung wegen einer abwasserrechtlichen Angelegenheit plötzlich auf der Kippe. Auch das ist nun geklärt.

Finger freut sich auf Wieling. Er wollte im Landkreis bleiben, auch wenn es teuer ist: „Hier sind unsere Mitarbeiter.“ Andere Kommunen hätten ihn eingeladen, sich niederzulassen, Starnberg nicht, sagte er auf Nachfrage.

Im Wielinger Gewerbegebiet gibt es drei weitere Grundstücke. Demnächst sei der Notartermin für den Verkauf, sagte Sontheim.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Weßling trägt die Rote Laterne
Weßling steht schlecht da im ökologischen Landkreis-Vergleich. Im Fokus stehen DLR, Autofahrer und Sporthalle.
Weßling trägt die Rote Laterne
Hindenburgstraße bleibt breiter als geplant
In einigen Monaten rollen die Bagger an und bauen die Hindenburgstraße und den Sternweg in Pöcking um, um die Schulwegsicherheit zu verbessern. Allerdings wird anders …
Hindenburgstraße bleibt breiter als geplant
Zusammenhalten für Zaman
Asylbewerber Zaman Ahmadzai arbeitet beim Pizzaservice Steinebach. Sein Umfeld lobt ihn als bestens integriert – doch der Afghane soll abgeschoben werden. Seine Freunde …
Zusammenhalten für Zaman
Qualität vor Tempo
Der Umbau des Dießener Klosters St. Vinzenz in eine psychosomatische Klinik dauert an. Aber gut Ding will Weile haben. Das gilt insbesondere für die Sanierung von …
Qualität vor Tempo

Kommentare