Brauhaus Starnberg
+
Blicke auf und in die Baustelle: Das große Foto zeigt den Blick vom zukünftigen Konferenzraum in das Sudhaus und den Gär-Lagerkeller des Starnberger Brauhauses.

Starnberger Brauhaus

Im Mai soll hier das Bier fließen

Beim Starnberger Brauhaus geht es Schlag auf Schlag. Noch vor Weihnachten soll beim Neubau in Wieling das Dach fertig sein, für das Frühjahr ist der Umzug von Höhenrain in die Gemeinde Feldafing geplant. Im neuen Jahr beginnt das Unternehmen zudem, sein Bier auch in Nordrhein-Westfalen zu verkaufen.

Höhenrain/Wieling – Es ist ein ereignisreiches Jahr für das Starnberger Brauhaus. Nicht nur wegen der Corona-Pandemie, die einen der Hauptabnehmer des Starnberger Bieres, die Gastronomie, massiv beeinträchtigt. Das Jahr ist auch geprägt durch den Neubau des Brauhauses in Wieling, wo das Unternehmen ab Mai 2021 sein Bier brauen will – sofern alles weiter so gut läuft.

Im Juli war Spatenstich im Gewerbegebiet Wieling, zuvor waren viele Verhandlungen nötig, bis die Baugenehmigung vorlag (wir berichteten). Insgesamt laufen die Arbeiten nach Auskunft von Brauhausgründer Florian Schuh recht glatt. „Bis dato haben wir alles gut hinbekommen“, sagt er.

Der Neubau steht soweit, die Betonarbeiten sind nach Auskunft von Schuh fertig. In dieser Woche wollen die Arbeiter mit dem Dach beginnen. „Geplant ist, dass das Dach noch vor Weihnachten fertig sein soll“, sagt der Geschäftsführer. Über Weihnachten soll nämlich ein besonderer Brauereifußboden aufgebracht werden. Im Januar, so ist der aktuelle Plan, will das Brauhaus mit dem Einbringen der Anlagen starten. „Der erste Testsud ist im April geplant“, sagt Schuh. „Im Mai könnten wir dann umziehen.“

Dann ist der Sitz des Starnberger Brauhauses nicht mehr Höhenrain, sondern Wieling, und der Ausstoß ein ganz anderer: Das neue, vollautomatische 80-Hektoliter- Sudhaus soll eine jährliche Bierproduktion von 70 000 Hektoliter ermöglichen. „Unsere jetzigen größten Tanks fassen 3000 Liter“, erklärt Schuh. „Die neuen in Feldafing dann 66 000 Liter.“

Das Geschäft läuft trotz der Pandemie nicht schlecht, wie Schuh sagt. „Den Braubetrieb haben wir auf Corona-Modus umgestellt.“ Das bedeutet, dass weniger Menschen gleichzeitig im Sudhaus arbeiten. „Die Produktion dauert dadurch etwas länger, aber wir brauchen weniger Leute.“ Normalerweise seien drei Mann im Sudhaus, das vermeide man jetzt. In Kurzarbeit sei niemand, denn coronabedingte Ausfälle gebe es nicht. „Es schaut ganz gut aus.“

Der jetzige zweite Lockdown macht Schuh dagegen etwas Sorgen. „Die Gastronomie ist in Totenstarre verfallen“, hat er festgestellt. „Beim ersten Lockdown konnten wir die Ausfälle durch unsere Partner in der Gastronomie verkraften, weil es im Handel eine stärkere Nachfrage gab.“

Ab Anfang nächsten Jahres hofft Schuh auf Nachfrage aus Deutschlands bevölkerungsreichstem Bundesland Nordrhein-Westfalen. Im Julie hat das Starnberger Brauhaus einen neuen Gesellschafter aufgenommen, die Familie Schadeberg von der Krombacher Brauerei. Deren Vertriebswege können nun auch die Starnberger nutzen. „Einen Vertrieb bundesweit aufzubauen, ist enorm personalintensiv“, sagt Schuh. Umso froher ist er, dass er auf die Krombacher-Strukturen zurückgreifen kann.

Zunächst wird es das Bier vom Starnberger See bei Rewe und Edeka in Nordrhein-Westfalen geben. „Das sind die großen Player. Wenn das Bier gut ankommt, erwarten wir, dass weitere Nachfragen kommen.“ 2016, als er die Produktion in Höhenrain startete, beschritt er ebenfalls diesen Weg. „Nach den großen Ketten kamen die inhabergeführten Läden nach.“

Schuh ist zuversichtlich, dass er den neuen Markt schnell erschließen kann. Erste Testverkostungen in Nordrhein-Westfalen seien gut verlaufen, die Kunden hätten das Starnberger Helle gemocht. „Unsere Marke ist gut angekommen“, berichtet er. „Wieso auch nicht? In Bayern, wo es eine hohe Dichte an Hellem hat, sind wir auch gut angekommen.“

Auch interessant

Kommentare