Symbolbild

Aus dem Gerichtssaal

„Mit dem Risiko muss man leben“

Feldafing - Gebrauchte Sachen zu kaufen, birgt immer ein gewisses Risiko. Nun soll sich ein Verkäufer trotzdem verantworten, aber das Gericht spielt nicht mit.

Immerhin rund 50 Jahre alt war der Oldtimer-Motor, den ein Feldafinger übers Internet zum Verkauf anbot. Jetzt musste sich der Mann wegen Betruges vor dem Starnberger Amtsgericht verantworten.

Zahn der Zeit: Als der gelernte Automobilkaufmann den Ford-Oldtimer im Jahr 2014 in den USA kaufte, lief der Motor noch einwandfrei. „Wir waren sogar noch beim TÜV“, so der 50-jährige Feldafinger, der das Auto nach Deutschland überführte und ein Jahr später ohne den Motor weiterverkaufte.

Den ausgebauten Motor bewahrte der geborene Göttinger ein gutes Jahr lang in seiner Scheune auf, bevor er ihn im August 2016 via Ebay weiterverkaufte.

Stolze 1150 Euro ließ sich der 31-jährige Käufer, ein Automechaniker aus Freising, den alten Ford-Motor kosten: „Der Angeklagte hat mir gesagt, der Motor kann so eingebaut werden, es sei alles in Ordnung“. Weit gefehlt. Der Motor lief sofort heiß und gab dann ganz den Geist auf. Durch einen Riss im Motor liefen die Zylinder mit Wasser voll. Der Geschädigte versuchte zwar, den Kauf rückabzuwickeln, einigen konnten sich die Parteien nach dem Fiasko jedoch nicht. „Der Motor lief ja, als ich ihn ausgebaut habe. Hätte ich das gewusst, dann hätte ich den Motor gar nicht verkauft. Wenn man so einen alten Motor kauft, dann muss man mit diesen Risiken leben“, erklärte der Feldafinger vor dem Richter. Zum Beweis legte der 50-Jährige dem Gericht Videomaterial mit dem laufenden Ford-Motor vor.

Glimpflich ging der Prozess für den Feldafinger vor allem wegen des geringen Verschuldens aus. „Ein Gutachten ist hier nicht zielführend. Da ist viel Zivilrecht dabei“, so der Staatsanwalt. Richterin Brigitte Braun stellte das Verfahren folgenlos ein.

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