Entwurf Buchheim-Villa-Areal
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Drei Baukörper statt der Buchheim-Villa sollen zwischen Bahnhof- und Johann-Biersack-Straße entstehen. Das Preisgericht hat diesen Entwurf zum Sieger erklärt.

Shared-Space-Konzept im Gespräch

Straße am Buchheim-Villa-Areal: Gilt dort bald gleiches Recht für alle?

  • Tobias Gmach
    vonTobias Gmach
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Ein Shared-Space-Konzept, also eine Zone, in der Fußgänger, Rad- und Autofahrer gleichberechtigt sind, kommt für die Johann-Biersack-Straße in Feldafing in Frage. Dieser Eindruck bestätigte sich in der jüngsten Sitzung des Bauausschusses.

Feldafing – Die Verkehrssituation auf der schmalen Johann-Biersack-Straße ist alles andere als optimal – und in Zukunft wird sie eher noch problematischer, weil die Fahrbahn intensiver genutzt werden dürfte. Wie berichtet, hat das Unternehmen Stadibau das Areal der ehemaligen Buchheim-Villa gekauft. Mithilfe eines städtebaulichen Wettbewerbs wurde ein Entwurf mit drei Gebäuden und 19 Wohneinheiten für das rund 3400 Quadratmeter große Gelände auf den Weg gebracht. Die Stadibau will im Auftrag des Freistaats Bayern günstigen Wohnraum für Staatsbedienstete schaffen.

Bevor der Begriff Shared Space im Feldafinger Bauausschuss die Runde machte, brachte Stephan Zeckser (Grüne) seinen Antrag vor. Sein Ziel: die öffentliche Verkehrsfläche auf Privatgrund erweitern. Dazu solle die Gemeinde mit den Anliegern der Johann-Biersack-Straße, insbesondere mit denen der Hausnummern 21 und 25, verhandeln. Voraussetzung für solche Gespräche sei allerdings ein Verkehrskonzept, für das Zeckser in seinem Antrag plädierte. Er würde gerne ein Planungsbüro beauftragen, eine Lösung für die Verkehrssituation zu finden und dabei „den erheblichen Zuwachs von Verkehrsteilnehmern“ zu berücksichtigen. „Das ist der direkte Weg zum Bahnhof, und im Bereich der Bahnhofstraße hört der Gehweg auf“, sagte Zeckser. „Wir müssen die Johann-Biersack-Straße zukunftstauglich für Fußgänger und Radler machen.“

Verkehrskonzept für 10 000 Euro abgelehnt

Für das Konzept rechnet Zeckser mit Kosten von etwa 7500 Euro, dazu kämen seiner Aussage nach 2500 Euro für eine Bestandsaufnahme der Situation. Den meisten anderen Gemeinderäten ist das zu viel Geld. Sie schlossen sich dem Kompromissvorschlag von Dr. Michael Keltsch (AUF) an. Er empfahl der Gemeinde, sich an die Stadibau zu wenden, die mit der Straße vertraut ist. „Ich glaube nicht, dass die 10 000 Euro dafür wollen“, so Keltsch. Die Räte beschlossen, das Unternehmen um Ideen für Gestaltungsmöglichkeiten zu bitten und dabei das Konzept Shared Space in Erwägung zu ziehen. Dagegen stimmten nur Anton Maier (Grüne) und Zeckser. Dessen Antrag wurde mit 7:2 Stimmen abgelehnt.

Bürgermeister Bernhard Sontheim äußerte sich typisch unmissverständlich: „Ich habe es dick, wenn man in Eigentumsrechte eingreift. Der Eigentümer kann nichts dafür, dass dort gebaut wird.“ Das Verkehrskonzept sei „rausgeschmissenes Geld“. Zeckser entgegnete, dass es verhältnismäßig sei, als Eigentümer „25 Quadratmeter im Sinne des Gemeinwohls abzutreten“.

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