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Das Militärgelände in Feldafing soll nach der Konversion bestmöglich genutzt werden, ohne die vielen Vorzüge des Ortes zu beeinträchtigen. 

Konversionsgelände Feldafing

Das Juwel braucht auch Gewerbesteuern

Die grobe Richtung, wohin die Reise auf dem Bundeswehrgelände in Feldafing gehen soll, ist festgelegt. Überraschung im Gemeinderat: Viel Gewerbesteuer wird sich mit dem Schwerpunkt Gesundheit aber nicht generieren lassen.

Feldafing – Seit 2001 beschäftigen sich zahlreiche Gremien in Feldafing und im Landkreis mit den komplexen Planungen zur Entwicklung des Konversionsgeländes. Da ist zum Jahresende durchaus ein Überblick über den Stand der Dinge sinnvoll, den nun Dr. Hans-Peter Duersch, Projektsteuerer für städtebauliche Konzepte den Räten gab. Er erinnerte daran, dass 2014 das Konversionsmanagement für die vorbereitenden Untersuchungen zur Entwicklung von Ortsmitte und Konversionsgelände eingerichtet wurde. Zusätzlich wird derzeit ein städtebauliches Entwicklungskonzept (ISEK) ausgearbeitet, das als Grundlage für die zukünftige Entwicklung des Ortes gelten soll. Wohin will die Gemeinde, was ist sinnvoll, was soll entstehen? Leitbild, Entwicklungskonzepte, Bürgerbefragungen – Feldafing ist im Wandel.

Als der Gemeinderat 2015 beschloss, sich am Europan-Wettbewerb, einem internationalen Architektenwettbewerb, zur baulichen Entwicklung des Konversionsgeländes zu beteiligen, wurde eine Bürgerwerkstatt ins Leben gerufen. Sie sollte sicherstellen, dass auch die Interessen der Feldafinger berücksichtigt werden. Es wurden grundlegende Ideen ins Spiel gebracht, die das Alleinstellungsmerkmal der Gemeinde und besonders die des Konversionsgeländes berücksichtigten. Der Gebäudebestand und der Landschaftsraum wurden untersucht und analysiert, es wurde festgestellt, dass der denkmalgeschützte bauliche Bestand und der Naturbestand äußerst wertvoll sind, dass die Villenkolonie in der Nachbarschaft besonders kostbar, der Lenné-Park herausragend, die Geschichte der Reichsschule und der Displaced Persons ganz besonders ist. Letzteres wurde wissenschaftlich von einem auf diese Zeit spezialisierten Historiker aufbereitet. Die Untersuchung liegt im Archiv und kann jetzt von jedermann nachgelesen werden.

Die Quintessenz all der erfolgten Untersuchungen in Kurzform: „Feldafing ist ein Juwel. Es ist alles da, was es an Schutzbereichen gibt, und fast nichts übrig, was nicht schützenswürdig wäre“, formulierte es Duersch. Der Projektsteuerer für städtebauliche Konzepte fügte hinzu, dass es nun die Aufgabe der Städteförderung sei, „eine für die Bürger konsensfähige Entwicklung herzustellen“.

Die Reaktion der Gemeinderäte war wenig überraschend. Karin Bergfeld (Frauenliste) dankte, „dass die Gemeinde vom Projektsteuerer an die Hand genommen wird“. Tom Schuierer (AUF) sprach von „wohltuender Professionalität“ und begrüßte das Ergebnis, dass neben der gerade entstehenden Artemed-Klinik das verbleibende Konversionsgelände auch für das Gesundheitswesen genutzt werden sollte.

Deren Effektivität und Machbarkeit hatte zuvor Dr. Katharina Winter vom Konversionsmanagement der Gesellschaft für Wirtschaftsförderung und Tourismus (gwt) vorgestellt. Demnach passe auf das Gelände ein Regenerationszentrum, ein Lifestyle- oder Health-Care-Center, also ein Vorsorgezentrum, deren Bausteine ineinandergreifen. Leider brächten sie der Gemeinde außer Image-Effekten wenig Gewerbesteuern, sagte Winter.

Das überraschte Bürgermeister Bernhard Sontheim dermaßen, dass er feststellen musste, dass man sich wohl anders orientieren müsse: „Bildungsstandort wäre ja auch noch eine Idee.“

Einig waren sich alle Räte darin, dass man sich nicht nur auf eine Sparte verlegen sollte, da das Gelände sonst „eine Stadt in der Stadt wird“, wie Boris Utech (Grüne) sagte.

Viele Möglichkeiten gibt es für das Gelände nicht. Tourismus würde aus einem anderen Topf gefördert. Die Gemeinde hatte zur Frage der Nutzung des Konversionsgeländes eine Bürgerbefragung durchgeführt. Demnach sollte der Fokus auf Bildung/Forschung, Gesundheit und Wohnen liegen. Eigentlich wollen die Räte einen gesunden Mix aus allem. Von Astrid Amelungse-Kurth

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