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Erst Azubi, jetzt im Bauamt: Stefanie Reichart fühlt sich wohl im Feldafinger Rathaus.

Personalmangel in den Verwaltungen

Kampf um die besten Köpfe

Landkreis Starnberg - Die Gemeinden tun sich immer schwerer, geeignete Mitarbeiter zu finden, um ihren Aufgaben nachzukommen. In den Rathäusern verstärkt sich der Trend, mehr auszubilden. Tutzing hat dafür schon konkrete Pläne.

Drei Mitarbeiter hat das Bauamt im Feldafinger Rathaus. „Ein Superteam“, schwärmt Stefanie Reichart. Die 21-Jährige aus Hadorf ist seit vorigem Jahr eine aus dem Trio. Vorher hat die Tochter eines Elektrikers in dieser Gemeinde eine dreijährige Ausbildung absolviert, nachdem sie mit einem Praktikum bei der Stadt Starnberg erste Kontakte zur Kommunalverwaltung geknüpft hatte. Bemühungen um mehr Nachwuchs für den öffentlichen Dienst durch eigene Ausbildung sind auch in anderen Rathäusern und im Landratsamt festzustellen. Grund: Der Markt der Bewerber für die Behörden gilt als „leer gefegt“.

Mitarbeiter zu bekommen, sei, deutlich schwieriger als früher – „nicht nur im Erziehungs- und Sozialdienst“, bestätigt Karl Heinz Springer, Geschäftsleiter der Stadt Starnberg. „Wenn man zurzeit zum Beispiel einen Kämmerer braucht, hat man ein Problem“, sagt sein Feldafinger Amtskollege Peter Englaender. Nach seiner Überzeugung wird für solche Berufe zu wenig ausgebildet.

Die Schwierigkeiten bei der Personalsuche verstärken zumindest mancherorts erkennbar die Ausbildungsbereitschaft. Fest dazu entschlossen ist zum Beispiel Marcus Grätz, Geschäftsleiter der Gemeinde Tutzing. Fast zehn ihrer rund 100 Mitarbeiter werden nämlich nach seinen Worten in den nächsten sechs Jahren aus Altersgründen ausscheiden. Auch die Gemeinde Pöcking will nach Angaben ihres neuen Geschäftsleiters Sven Neumann vom nächsten Jahr an wieder ausbilden, was sie derzeit nicht tut.

Elf neue Azubis im Landratsamt

Im Starnberger Landratsamt haben sich am Donnerstag elf junge Leute auf den Weg zum Verwaltungsangestellten begeben, außerdem haben vier Beamtenanwärter begonnen. Sieben weitere Beamtenanwärter für den gehobenen Dienst werden Anfang Oktober erwartet. Insgesamt befinden sich im Landratsamt immer 45 bis 50 Personen in Ausbildung. Auch sonst sucht die Kreisbehörde laufend neue Mitarbeiter. Erheblicher Bedarf an mehr Personal sei besonders durch die Flüchtlinge entstanden, sagt Amtssprecherin Barbara Beck.

Dass Stefanie Reichart zunächst kurz bei der Stadt Starnberg war, ist kein Zufall. Über zurzeit sechs Auszubildende hinaus schauen sich regelmäßig junge Leute im Rathaus der Kreisstadt um. Von ihrem gerade mal einwöchigen Praktikum bei der Stadt war Stefanie Reichart so angetan, dass sie gleich Feuer und Flamme war, als ihr eine Bekannte von Feldafing erzählte. Interesse der jungen Leute am öffentlichen Dienst wird in mehreren Rathäusern des Landkreises Starnberg ebenso wie im Landratsamt bestätigt. Das fällt auf – angesichts der zurzeit anderswo, so im Handwerk und in der Industrie, verbreiteten Klagen über Azubi-Mangel.

In mancher Behörde begrenzt offenbar lediglich der beschränkte Raum die Nachwuchsarbeit. Im Feldafinger Rathaus sei kaum Platz für weitere Auszubildende, bedauert Geschäftsleiter Englaender. Da hat Stefanie Reichart offenbar noch Glück gehabt.

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