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Lokalversorgt.de heißt das Portal, das die Feldafinger Felix Hummel (l.) und Moritz Schöner von Stillfried zusammen mit Freunden an den Start gebracht haben.

Feldafinger Freundeskreis entwickelt Plattform

„Kaufen Sie lokal und retten damit den Laden um die Ecke“: Online-Portal für Lieferhelden

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„Kaufen Sie lokal und retten damit den Laden um die Ecke“: Nach diesem Motto hat ein Freundeskreis aus Feldafing eine Lieferplattform für Unternehmer aus der Region gegründet. Alles begann bei einem digitalen Weinabend. 

Feldafing– Videokonferenzen sind gefragt dieser Tage –auch ganz privat. So verabredete sich ein Freundeskreis aus Feldafing und Umgebung zuletzt zu einem digitalen Weinabend. Die jungen Erwachsenen kennen sich, auch weil die Kinder gemeinsam zur Kita gehen – wenn nicht gerade eine Corona-Pandemie herrscht. Die Krise bestimmte auch die Gespräche des Weinabends, und weil die Freunde sie nicht nur aussitzen wollen, überlegten sie, was sie tun könnten. Die gemeinsame Antwort: eine Lieferplattform für Händler aus der Region gründen. Das Motto: „Kaufen Sie lokal und retten damit den Laden um die Ecke.“ Seit Dienstag ist die Internetseite www.lokalversorgt.de online.

Moritz Schöner von Stillfried ist einer aus dem Freundeskreis. Der Feldafinger ist 36 Jahre alt, hat zwei Kinder und vertreibt digitale Dienstplanlösungen für Gastronomen. „Derzeit machen wir natürlich auch keinen Umsatz, unsere potenziellen Kunden müssen erst mal schauen, dass sie überleben“, sagt er. Schöner von Stillfried und seine Mitstreiter haben jetzt nicht nur Zeit für ein Hilfsprojekt – es ist ihnen ein echtes Anliegen. „Wir wollen darauf aufmerksam machen, dass derzeit auch Metzger oder Spielzeuggeschäfte aus der Umgebung liefern. Man sollte nicht den Großen wie Amazon das Geld in den Rachen schieben“, sagt der Feldafinger, der gut vernetzt in der lokalen Gastro-Szene sei.

Klare Benutzeroberfläche: Was suchen Sie wo?

Sein Kumpel Felix Hummel arbeitet im IT-Bereich. Mit einer Freundin aus Österreich hat er die Benutzeroberfläche entwickelt. Sie ist sehr klar und beantwortet die Fragen: Was suchen Sie? Wo? Und in welcher Kategorie?

An der Seite mitgewirkt haben Menschen aus verschiedensten Berufsgruppen: „Mein Nachbar ist Filmemacher. Er hat ein Drohnenfoto vom Starnberger See als Hintergrund zur Verfügung gestellt“, berichtet Schöner von Stillfried. Engagiert waren auch eine Texterin und ein Datenschutzanwalt fürs korrekte Impressum. Auf ihrer Instagram-Seite „Lokalversorgt“ will die Gruppe die Unternehmer vorstellen, die sich neu registrieren.

Die vielen lokalen Lieferangebote bündeln, darauf kommt es an in diesen Tagen. Die Feldafinger Freunde sind mit ihrem Angebot nicht allein. Zum Netzwerken aufgerufen hat zum Beispiel auch die Stadt Starnberg. Die Tutzinger Grünen haben unter www.gruene-tutzing.de/wo-bekomme-ich-was-in-tutzing eine Übersicht zusammengestellt. Und auch der Herrschinger Gewerbeverein WIR hat mit „shopping-in-herrsching.de“ ein Angebot online.

Moritz Schöner von Stillfried ist die Bandbreite besonders wichtig. Auf lokalversorgt.de finden sich bislang zwar erst zwischen 10 und 20 Firmen, aber zum Beispiel die Kategorien Medizin, Verkehr, Computer, Gastronomie, Bildung und Tiere. Und das ist nur eine kleine Auswahl. Schöner von Stillfried: „Wir haben das breit angelegt, damit sich möglichst viele angesprochen fühlen.“ Die Unternehmer können sich selbst und kostenlos registrieren. Rund um den Starnberger See wollen die Initiatoren ihre Plattform bekannt machen – aber auch darüber hinaus: Ein Mode-, ein Wein-, und ein Druckerzubehör-Geschäft aus Gilching sind schon vertreten.

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