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Das Problem sitzt im Dach: Pfarrer Leander Mikschl kennt die Schwächen der Balken von St. Peter und Paul nur zu gut. Sie sind der Grund, warum Teile der Decke abgefallen sind.

Kirche St. Peter und Paul

Ein Kleinod unter Druck

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Seit Teile der Decke in der alten Feldafinger Kirche St. Peter und Paul heruntergefallen sind, ist viel passiert. Die Decke wurde gesichert, jetzt gibt es auch eine erste Kostenschätzung.

Feldafing – Vielleicht ist die alte Feldafinger Kirche St. Peter und Paul die älteste Kirche am Starnberger See. Ihre erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1401. Seitdem hat sie viele Umbauten und Neugestaltungen erfahren bis hin zur Profanisierung und erneuten Weihe. „Sie war schon mal ausgeräumt und zum Abbruch freigegeben“, sagt der zuständige Pfarrer Leander Mikschl. Das könnte – im allerschlimmsten Fall – wieder drohen, sollte die Sanierung des Gotteshauses zu teuer werden. Sie ist aufgrund von Problemen mit der Statik stark renovierungsbedürftig. Das fiel auf, als vor rund zwei Jahren Teile der Decke herunterkamen.

Das Problem der maroden Decke sitzt tiefer als nur im Putz. Vielmehr höher: nämlich im Dachstuhl. Der sitzt laut Mikschl so auf den Mauern, dass er zu viel Druck abgibt. „Der Dachstuhl ist in Bewegung. Er gibt die Bewegung weiter, aber der Putz ist nicht beweglich. Er bröselt.“

Im Moment zieren rund 80 weiße Plastikrosetten die bunt bemalte Decke. „Das sind Plastikdübel, die die Decke am Dachstuhl festhalten“, erklärt der Pfarrer. Sie wurden vor eineinhalb Jahren angebracht, seitdem ist alles sicher, auch im Dachstuhl. Einmal in der Woche findet ein Werktagsgottesdienst statt. Und bei Brautpaaren ist die kleine Kirche sehr beliebt. „Wenn man eine nicht so große Hochzeitsgesellschaft hat, ist sie ideal“, sagt Mikschl.

Die Spuren vom Deckenfall sind deutlich zu sehen. Und über den Fenstern der Apsis sitzen zwei tiefe Risse, die das Gebäude von oben nach unten durchziehen. Von außen sieht man, dass der südlich gelegene bereits von außen verputzt wurde. Das Problem mit dem Dachstuhl ist offensichtlich alt.

Der Dachstuhl ist ein Flickwerk. Das wird beim Besuch im Dachboden klar. „Die Balken sind alt“, sagt Mikschl und zeigt auf die Holznägel, die darin verarbeitet sind. Zu sehen sind auch neuere schräge Dachbalken. „Die bringen Druck auf die Außenmauern“, erklärt der Pfarrer. Denn einen Ringanker habe die Kirche nicht.

Der alte Dachstuhl ist im 18. Jahrhundert natürlich ohne Statiker gemacht worden. Das war üblich damals und hat meist gut funktioniert. Vielleicht spielen auch andere Faktoren eine Rolle für die aktuell schlechte Statik. Die Kirche wurde immer wieder vergrößert und auf die alten Balken kamen neue drauf. „Und 2004 ist ein neues Dach gemacht worden“, sagt Mikschl.

Jedenfalls muss nun umfangreich unter Beteiligung des Denkmalschutzes saniert werden. Die Kostenschätzung liegt bei 500 000 Euro, sagt Pfarrer Mikschl. „Das Projektmanagement der Diözese Augsburg macht jetzt eine Kostenrechnung, mit der man ans Denkmalamt gehen kann und die belastbar ist.“ Dann werde man sehen, wie es weitergeht. „Mit der Berechnung kann man Zuschussanträge stellen. 10 000 Euro hat die Kirchengemeinde Feldafing schon für die Sanierung gesammelt“, berichtet Mikschl. „Doch wenn eine Finanzierungslücke bleibt, muss man mit Augsburg abklären, wie es weitergeht.“ Ein Abriss wäre sehr schade, sagt Mikschl. „Es ist ein wirtschaftliches Problem. Wenn die Sanierung gemacht ist, hält die Kirche wieder für 30, 40 Jahre.“

Als die kleine Kirche das letzte Mal abgerissen werden sollte, habe es sehr viel Protest gegeben, weiß der Pfarrer. „Mir wurde erzählt, dass sogar Leute deshalb aus der Kirche ausgetreten sind.“ Damals, in den 1960er Jahren, sollte eine Straße gebaut werden, der St. Peter und Paul im Weg stand. Und es gab als Alternative die neue Heilig-Kreuz-Kirche, die gerade eingeweiht worden war. St. Peter und Paul war nurmehr eine Filialkirche, die Profanisierung war vollzogen und die Kirche leer. Nach dem Protest und dem Bemühen der Pfarrei wurde sie 1986 wieder zur Kirche geweiht.

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