Feldafing aus der Luft
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Feldafing, die Perle am See: Fast 20 Jahre hat die Gemeinde sich darauf vorbereitet, das Bundeswehrareal für sich nutzen zu können. Andere Planungen blieben deshalb auf der Strecke. Bürgermeister Bernhard Sontheim sagt: „Die Entwicklung Feldafings ist auf null gesetzt.“

Staatskanzlei antwortet auf Brief von Feldafings Bürgermeister und Landrat

Konversion: Planungen kosteten 3,5 Millionen Euro

  • vonSandra Sedlmaier
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Die Hoffnung, das Feldafinger Bundeswehrgelände überplanen zu können, sind im Feldafinger Rathaus geplatzt. Allerdings will sich nun die Bayerische Staatsregierung in die Gespräche mit dem Bundesverteidigungsministerium einschalten.

Feldafing – Viel Hoffnung, dass die Gemeinde Feldafing das Bundeswehrgelände irgendwann doch noch nutzen kann, gibt es im Feldafinger Rathaus nicht. Daran ändert auch ein Schreiben aus der Münchner Staatskanzlei nichts. Bürgermeister Bernhard Sontheim freut sich trotzdem: zum einen über die Antwort an sich, zum anderen, weil darin die Rede ist von einem gemeinsamen Gespräch zwischen Staatsregierung, Landkreis, Kommune und Bundeswehr, um eine Lösung zu finden. Sontheim hatte zusammen mit Landrat Stefan Frey Ende Oktober an die Staatskanzlei geschrieben und um Hilfe gebeten.

Was Sontheim erstaunt hat: „Der Staatsminister schreibt, dass der Freistaat 1,6 Millionen Euro für die Vorbereitung der Konversion ausgegeben hat. Zusammen mit unseren 1,9 Millionen Euro sind das 3,5 Millionen Euro, die investiert wurden.“ Vermutlich für nichts: Denn die Bundeswehr hatte sich im August 2019 überraschend von der geplanten Übergabe im Jahr 2020 distanziert (wir berichteten), weil sie das Gelände weiterhin für die IT-Ausbildung nutzen will. Seitdem fanden keine Gespräche mehr mit der Gemeinde Feldafing statt. Die hat seit 2001, seit der Abzug ins Gespräch kam, Pläne geschmiedet, Geld und Arbeitszeit investiert und vor allem andere Entwicklungsmöglichkeiten wegen der versprochenen Nutzung des Areals nicht ausgenutzt, wie Sontheim bedauert: „Mit der Entscheidung der Bundeswehr zu bleiben, ist die Entwicklung Feldafings auf null gesetzt.“

Umso mehr freut sich Sontheim, dass sich die Staatsregierung in die Verhandlungen mit der Bundeswehr einschalten will. „Vielleicht bekommen wir doch noch ein Stück ab.“ Große Hoffnungen habe er allerdings nicht. Laut Herrmann arbeite das Verteidigungsministerium offenbar an einem Nutzungskonzept für das Areal, auf dessen Grundlage entschieden werden könne.

Wesentlich positiver sieht Landrat Frey die Sache. „Das Schreiben ist ein Signal, dass etwas Positives passiert“, sagt er. Wichtig sei, dass Feldafing weiter in die Prozesse rund um das Bundeswehrgelände eingebunden sei und von der Entwicklung profitiere, die sich eventuell ergebe.   

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