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Auf ein Doppeljubiläum bereitet sich der Kulturverein Garatshausen vor: (v.l.) Christa Schönherr, Philipe von Dawans, Andreas Kapphan, Cornelia Beck-Kapphan und Willi Eisele. 

Kulturverein

Zwei Jubiläen und Vision für die Albers-Villa

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Garatshausen ist im Feiermodus. Zwei Jubiläen stehen an, die ausreichend Grund für Festlichkeiten geben: das zehnjährige Bestehen des Kulturvereins und die Einweihung der Marienkapelle vor fünf Jahren. Und irgendwie hängen beide Ereignisse auch zusammen.

Garatshausen – Es war das Jahr 2009, als auf Initiative von Willi Eisele 20 Garatshauser Bürger den Kulturverein gründeten mit dem Ziel, die 1966 wegen der Straßenerweiterung abgerissene Marienkapelle am Ortseingang von Tutzing wieder zu errichten. Es wurde Geld gesammelt, Pläne wurden gezeichnet, historische Unterlagen gewälzt, Ärmel hochgekrempelt, es wurde geschaufelt und gemauert, verputzt und gemalert und schließlich das ursprüngliche Inventar der Kapelle nach Jahrzehnten wieder aus dem Keller der Familie Eisele geholt. Nach fünf Jahren Bauzeit, zahlreichen Spendenaktionen und unermüdlichem Engagement war es so weit: Am 27. Juli 2014 wurde die neu errichtete Kapelle nach einem Festgottesdienst beim Schloss Garatshausen feierlich eingeweiht.

Seitdem werden in der kleinen, im Inneren sehr liebevoll ausgestatteten Kapelle, in der 20 Gläubige Platz nehmen können, Andachten gefeiert. Gerne lädt der Tutzinger Pfarrer Peter Brummer dort zu Erntedankfeiern oder Rosenkranzgebeten ein. Auch Hochzeiten sind dort möglich, aber keine Taufen. Zum Leidwesen der Garatshauser. Wie Pfarrer Peter Brummer mitteilt, ist es eine Weisung der Bischöfe, dass Taufen nur in Pfarrkirchen und damit in Anwesenheit der Kirchengemeinde stattfinden dürfen. Trotzdem erfreut er sich immer wieder an dem kleinen Gotteshaus: „Es ist ein Ort des Gebets für Einzelne und für Menschen in Gemeinschaft, die ihn mit Geist und Leben füllen.“ Das bestätigt Christa Schönherr: „Es ist für viele ein kleiner spiritueller Ort geworden.“ Sie ist Vorstandsmitglied im Kulturverein, der sich weiterhin um die Kapelle kümmert, regelmäßig den Altarraum dekoriert und Blumenschmuck vorbei bringt.

Auf dem Vorplatz der Kapelle wurde ein Brunnen errichtet, das Innenleben der Kapelle wurde mit kostbaren Einzelstücken zusätzlich aufgewertet. Die Altarmadonna, zwei Barockengel und die Glocke stammen aus der früheren Kapelle. Zwei Putten sind Leihgaben der Nachbargemeinde Pöcking und stammen aus der ehemaligen Schlosskapelle in Possenhofen. Die Glasmalereien an den in Blei gefassten Fensterscheiben erinnern an die jahrhundertealte Geschichte des Kirchleins und die Hofmarkherrschaft. Eine Feldafinger Familie spendierte eine elektronische Orgel, die zu den Andachten erklingt. Und aus dem inzwischen abgerissenen Tutzinger Pfarrhof stammen Teile eines geschmiedeten Geländers im Innen- und die zwei Säulen im Außenbereich.

„Jedes Teil hat eine lange Geschichte“, sagt Willi Eisele, der weiß, dass Herzog Max in Bayern die Kapelle zur Geburt eines Kindes errichten ließ. „Vielleicht ja für Sisi“, sagt er: „Sie hat viel Zeit in Garatshausen bei ihrer Schwester im Schloss verbracht.“

Wenn nun das fünfjährige Bestehen der neuen Kapelle ansteht, feiern die inzwischen 70 Mitglieder des Garatshauser Kulturvereins ein Gemeinschaftswerk, das den Ort zusammengeschweißt hat.

Damit aber nicht genug. Der Kulturverein hat ein neues Projekt im Visier. Wenn der Gehsteig an der Kapelle breiter, der Vorplatz gepflastert und auf der gegenüberliegenden Seite die Fahnenmasten aufgestellt sind, will er die Albers-Villa, die Eigentum des Freistaates ist, sanieren. Eine Petition im Landtag war erfolgreich. „Seitdem ist der geplante Verkauf vom Tisch“, sagt Andreas Kapphan. Die Garatshauser würden dort am liebsten ein Albers-Museum mit Café einrichten, das nach Vorbild des Pöckinger Waschhäusl betrieben werden könnte. Die Villa steht in einem 17 000 Quadratmeter großen, historischen Park, der nach den Wünschen des Kulturvereins wie der Schacky-Park in Dießen wiederhergestellt werden könnte. Kapphan: „Dann hätten wir in Garatshausen endlich einen öffentlichen Seezugang.“

Jubiläumstermine

Für Mittwoch, 1. Mai, ist am Vorplatz der Marienkapelle eine Maifeier mit Maibaumaufstellen geplant. Beginn 10 Uhr. Am Sonntag, 12. Mai, findet ab 19 Uhr im Spiegelsaal von Schloss Garatshausen ein Muttertagskonzert mit Tanz- und Trinkliedern statt. Die Termine für die drei geplanten Andachten in der Kapelle werden rechtzeitig im Kirchenanzeiger von St. Joseph veröffentlicht.

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