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Landratsamt-Mitarbeiterin Sina Werner ist stolz auf ihr Werk, das sie in Nachtschichten angefertigt hat. Feldafings Bürgermeister Bernhard Sontheim freut sich über das Geschenk. Er möchte es im Rathaus aufhängen. 

Regelkonforme Gemeindefahne

Nachtschicht für Feldafing

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Feldafing/Andechs – Für Feldafing war es die Überraschung des Jahres: Es stellte sich heraus, dass die Gemeindefarben grün-weiß und nicht blau-weiß sind. Beim Schlachtschüssel-Essen des Landkreises bekam die Gemeinde eine neue Fahne. Die hat eine Landratsamt-Mitarbeiterin eigens angefertigt.

Die Geschichte ist schön. Im Sommer feierte die Gemeinde Feldafing ihr 900-jähriges Bestehen gebührend mit Festwochenende, Feldgottesdienst mit Alphornbläsern und historischem Markt. Am Rande der 900-Jahr-Feier wies dann eine Bürgerin darauf hin, dass die Gemeindefarben Feldafings eigentlich grün-weiß und nicht blau-weiß sind.

Gemeinderat wusste Bescheid - bestellte aber zehn blau-weiße Fahnen

Das sorgte bei den meisten Bürgern für große Überraschung – nicht aber im Rathaus. Dort wusste man schon lange Bescheid. In einer Gemeinderatssitzung im Mai 2009 kam das Thema schon einmal auf. Darin wurde zitiert, wie die Farben auszusehen haben. Das nämlich hat das Bayerische Staatsministerium 1965 in einem Schreiben ausgeführt: „Die Fahne zeigt zwei Streifen in der Farbenfolge Grün-Weiß; sie kann auch mit dem Gemeindewappen geführt werden.“ 

Diese Beschreibung wird im Protokoll der Gemeinderatssitzung vor sieben Jahren als „interessant“ beschrieben – verwendete die Gemeinde doch schon seit ewigen Zeiten blau-weiße Farben. Damals beschloss der Gemeinderat, sogleich „zehn Wappenfahnen in den Farben blau-weiß in Auftrag zu geben“. Jetzt hat die Gemeinde allerdings keine andere Wahl, als auf grün-weiße Farben umzustellen. Das Landesamt hat dafür eine Frist von zehn Jahren gesetzt.

Bürgermeister Sontheim begeistert: „Die Fahne macht was her“

Damit es nicht so lange dauert, hat das Landratsamt Starnberg reagiert. Beim traditionellen Schlachtschüssel-Essen am Donnerstag im Andechser Klostergasthof übergaben Landrat Karl Roth und Mitarbeiterin Sina Werner ein erstes Exemplar. Die neue Fahne hat die Mitarbeiterin aus der Marketing-Abteilung des Landratsamtes angefertigt, wie der Landrat berichtet: „In ihrem Büro sah es aus wie in einem kleinen Atelier.“ Ausgebreitete Zeitungen, herumliegende Farbtöpfe und Pinsel. Sina Werner erklärt: „Wir haben in einer Nacht- und Nebelaktion angefangen, sie zu bemalen. Ich habe früher in der Schule schon gerne gezeichnet.“

Und der Beschenkte? Feldafings Bürgermeister Bernhard Sontheim strahlte und sagte: „Eine wunderbare Arbeit. Die Fahne ist nicht einfach nur irgendwie gemacht, sondern mit der Hand gemalt. Auch die Farbkombination ist erfrischend, es schaut toll aus.“ Im Rathaus möchte er einen Platz für das Geschenk finden. „Die Fahne macht was her.“ Der Bürgermeister verriet dem Starnberger Merkur auch, wie es in der „Causa Fahne“ weitergehen soll: „Wenn wir zukünftig eine neue Fahne bestellen, werden wir auf Grün-Weiß umstellen. Wir kaufen keine blau-weißen mehr.“

Feldafing kommt nun eigenem Gemeinderatsbeschluss von 1965 nach

Nach und nach stellt die Gemeinde also auf die richtige Farbe um – und kommt damit dem Gemeinderatsbeschluss von 1965 nach. Damit beendet sie das Kuriosum, das Landrat Roth so beschreibt: „Das habe ich noch nie erlebt. Ich dachte erst, das ist ein Gag.“ Eine engagierte Bürgerin hat es ernst genommen und dafür gesorgt, das Feldafing grün-weiß wird – spätestens in zehn Jahren.

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