Bildübergabe (v.l.): Stiftungsmitglied Burkhard Stich, Stiftungsvorstand Dr. Walter Schön, Feldafings Bürgermeister Bernhard Sontheim, Stiftungsmitglied Prof. Kurt Faltlhauser und Buchheim-Museums-Direktor Daniel J. Schreiber. Foto: Gronau

Versöhnung mit dem Rebell - posthum

Feldafing - Vor einer Woche ist Bürgermeister Bernhard Sontheim von der Nachricht überrascht worden. Die Gemeinde Feldafing erhält ein Werk eines ihrer größten Kritiker.

Lothar-Günther Buchheim hat sich eingemischt. Mit scharfer Zunge und aufsehenerregenden Aktionen. Unvergessen ist sein Auftritt in feinem schwarzen Zwirn, dekoriert mit all’ seinen Orden und Ehrenzeichen, bei der Vereidigung des damals frisch gewählten Feldafinger Bürgermeisters Günter Gerhard. Laut stark wetterte Buchheim gegen den CSU-Mann, er gab alles, Gerhards Amtseinführung zu sprengen. Die Polizei musste eingreifen. Der Bürgermeister wurde vereidigt. Buchheim war längst aus dem Rathaus verschwunden. Seine Aufmerksamkeit hatte er schließlich gehabt.

Trotz aller Kontroversen mit den Feldafingern, auch um den Standort für sein Museum der Phantasie: Buchheim hat seine Wahlheimat geliebt. Er hat Motive aus der Gemeinde in seinen Bildern festgehalten. Zwischen 1945 und 1996 sind zahlreiche Werke entstanden. 16 Aquarelle mit dem roten Bahnhof als Motiv, die in der Zeit zwischen 1960 und 1981 entstanden sind, können zur Zeit, neben anderen aus der Starnberger-See-Gemeinde in der aktuellen Ausstellung „Feldafinger Bilder 1945-1996“ im Buchheim-Museum in Bernried besichtigt werden.

Der Bahnhof stand im Mittelpunkt dieses Schaffens, das für Buchheim „schönste Gebäude weit und breit, das schönste am ganzen See“. Seine Witwe Diethild wusste um diese Leidenschaft ihres Mannes. Und anlässlich des Umbaus zum Rathaus wollte sie der Gemeinde eines der Bahnhof-Bilder schenken. Der Tod kam ihr allerdings zuvor. An ihrer statt hat jetzt der Vorstand der Buchheim-Stiftung den Wunsch von „Ditti“ Buchheim umgesetzt.

Bürgermeister Bernhard Sontheim weiß noch nicht genau, wo im Rathaus das Gemälde seinen Platz finden wird. „ Sicher ist jedoch, dass das Bild an einem Ort aufgehängt wird, der für die Öffentlichkeit zugänglich ist.“

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