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Der General und der Kommandeur: Ludwig Leinhos (l.) und Oberst Frank Schlösser vor dem Offizierscasino.

Cyber-Attacken

So soll Pöcking Deutschland sicher machen

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Der Bundeswehr-Inspekteur des Informationsraums war zu Besuch in Feldafing. Nächste Woche kommt Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen nach Pöcking.

Feldafing/Pöcking– Ludwig Leinhos blieb keine Zeit, in Jugenderinnerungen zu schwelgen. Als Münchner Student der Elektrotechnik besuchte er früher gerne Andechs. Doch gestern ließen selbst 31 Grad Celsius keine Gedanken an ein kühles Bier im Klostergasthof zu. Leinhos, 61, hatte eine ganze Tour an Antrittsbesuchen hinter sich zu bringen. Pöcking? Abgehakt. Nun stand für den ersten Inspekteur des Cyber- und Informationsraums der Bundeswehr die Schule Informationstechnik der Bundeswehr (ITSBw) in Feldafing auf dem Programm. Seit 1. Juli hat er die Leitung des neu geschaffenen Bereichs inne.

Leinhos: Pöcking ist ein ganz wichtiger Pfeiler der Ausbildung

Der Raum München ist dem gebürtigen Aalener also schon gut bekannt, sagt er. Ab 2020 sollen der Feldafinger und der Pöckinger Standort zusammengelegt sein. Bereits jetzt und auch künftig spielt Pöcking eine wichtige Rolle für die deutsche Sicherheit, sagt Leinhos. Es sei neben Flensburg einer von zwei deutschen Standorten, an denen die Bundeswehr Aus- und Weiterbildung im Cyberbereich betreibt. „Im Großraum München haben wir das Feld Forschung und Ausbildung sehr stark repräsentiert.“ Da sei die Pöckinger Schule ein ganz wesentlicher Pfeiler.

Doch was sollen die Experten, die in Pöcking ausgebildet werden, eigentlich machen? Leinhos zählt drei Bereich auf: Primär sollen sie die IT-Systeme der Bundeswehr schützen. Wenn nötig, werden sie aber auch selbst aktiv. „Nur, wenn bestimmte Randbedingungen gegeben sind“, sagt Leinhos. Beispielsweise könnten die Experten ein Mobilfunknetz im Einsatzgebiet unterbinden, um den Schutz der Truppe zu gewährleisten. Auch die Analyse sozialer Netze in Einsatzgebieten gehört dazu. Und letztlich werden sie auch im Bereich des Geoinformationswesens eingesetzt. Dabei geht es etwa um die Wetterberatung bei Flugeinsätzen.

Bundeswehr spricht mit Gemeinden über bezahlbaren Wohnraum

Selbst aktiv zu werden, gehört für Leinhos unbedingt dazu. „Wir müssen uns mit der Tatsache anfreunden, dass auch andere Staaten diese Möglichkeiten haben.“

13 500 Dienstposten hat die Bundeswehr in diesem Bereich eingeplant, langfristig sollen es gar 15 000 sein. Allerdings wird es dauern, bis die Planstellen auch wirklich besetzt sind, gibt Leinhos zu Bedenken.

Für potenzielle Bewerber stellt sich wie bei Arbeitgebern in der freien Wirtschaft auch die Frage: Wo kann ich wohnen? „Das ist ein Problem“, sagt Oberst Frank Schlösser. Viele Soldaten müssen pendeln und bräuchten Ein- bis Zwei-Zimmer-Wohnungen vor Ort. „Mit dem Zusammenrücken der Schulen nach Pöcking werden noch mehr Soldaten auf den Markt drücken.“ Allerdings sei man in guten Gesprächen mit Gemeinden, um mit gemeinsamen Investitionen Soldaten bezahlbaren Wohnraum zu schaffen.

Am nächsten Mittwoch wird Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen am Standort in Pöcking erwartet. Wie auch Leinhos besichtigt sie zum ersten Mal die Pöckinger Kaserne. Dem Generalleutnant blieb auch nach seinem gestrigen Antrittsbesuch in Feldafing keine Zeit für ein erfrischendes Getränk in Andechs. Murnau stand als nächstes auf dem eng gestrickten Terminplan.

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