Großalarm in Hamburg nach Explosion an S-Bahnhof

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Reihenweise waren am 1. August in Feldafing und Pöcking (Foto) Bäume beim Unwetter umgestürzt. Für Hauseigentümer kann die Schadensregelung problematisch werden – sie müssen die Windgeschwindigkeit kennen.

Nach Stürmen Anfang August

Auf Hausbesitzer warten knifflige Versicherungsfragen

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Was mache ich, wenn mein Baum auf Haus und Garten eines Nachbarn stürzt? Mancher Hausbesitzer hat erst nach dem Gewittersturm Anfang August bemerkt, dass er unterversichert ist.

Feldafing/Landkreis – Es geht um ein paar Tausend Euro. Könnte schlimmer sein, aber tut doch weh im Geldbeutel. So viel sind die Büsche und der Zaun wert, die der Baum von Dr. Michael Nitsch im Nachbargarten zerstört hat. Wie Nitsch wird es vielen Hausbesitzern gehen, deren Anwesen unter dem Gewittersturm Anfang August gelitten haben. In Nitschs Fall gibt es zwar eine Versicherung, die bezahlen würde – aber die verlangte einige Zusatzarbeit ab.

Der Baum ist eine Birke, die rund 40 Jahre alt ist und am Rankenweg in Feldafing stand. „Ich habe den Baum selbst gepflanzt“, sagt der 54-Jährige, der in Mörlbach wohnt und sein früheres Elternhaus in Feldafing vermietet hat. „Die Birke stand auf der Ostseite, also geschützt vom Haus. Der Wind hat sich zwischen den Häusern gefangen und mit Wucht den gesunden Baum umgeknickt.“ Am Abend des 1. August gegen 23 Uhr fiel die Birke auf die Rhododendren und den weißen Lattenzaun des Nachbargrundstücks.

Windstärke: „Wie um alles in der Welt soll man das nachweisen?“

Wer bezahlt den Schaden? „Meine Versicherung sagt, das ist höhere Gewalt“, sagt Nitsch. „Das heißt, ich bin für mein Haus verantwortlich, was beim Nachbarn ist, soll er selbst zahlen.“ Die Versicherungskammer Bayern bestätigt diese Einschätzung: „Eine Versicherung greift auf dem Grundstück, auf dem der Schaden entstanden ist“, sagt Pressesprecherin Inge Sommergut. Rein rechtlich wäre Nitsch damit nicht für seine Birke im Nachbargarten haftbar. Er kümmert sich aber weiter, weil er das gute Verhältnis zum Nachbarn nicht stören will.

Dr. Michael Nitsch hat die Windgeschwindigkeit herausgefunden – dank des DWD.

Der Nachbar hat – wie alle Hausbesitzer – eine Wohngebäude-Versicherung. Die ist obligatorisch für den Brandfall und Leitungswasserschaden. Sturm ist nur auf Anfrage und gegen eine höhere Prämie eingeschlossen. Nitschs Nachbar hat für den Sturmfall vorgesorgt. Nur: Die Sturmklausel in der Wohngebäude-Versicherung greift nur bei Spitzen von Windstärke 8 und höher. Das ist bei allen Versicherungen so, bestätigt Versicherungskammer-Sprecher Stefan Liebl. Nitsch war über diese Auskunft extrem verwundert. „Wie um alles in der Welt soll man nachweisen, wie stark der Wind geweht hat?“, fragte er sich. „Ein meteorologisches Gutachten kostet 400 Euro und dauert Monate. Bis dahin sind die Büsche neu gepflanzt und am Ende würde vielleicht gar keine Versicherung bezahlen.“

Nitsch erweitert seine Gebäude-Versicherung um Sturmfall

Der Deutsche Wetterdienst konnte ihm weiterhelfen. Der hat eine Homepage, auf der Daten von Wetterstationen aus ganz Deutschland eingepflegt werden. Auch von der Feldafing am nächsten gelegenen Wetterstation in Wielenbach. Auf www.dwd.de/weste fand Nitsch die gewünschten Daten. Dort kann sich jeder einloggen und kostenlos Wetterinformationen abrufen. Fazit: Am Dienstag, 1. August, lag die Windspitze in Wielenbach bei 20,2 Meter pro Sekunde. Windstärke 8 beginnt bei 17,2 Meter pro Sekunde, 9 bei 20,8 Meter pro Sekunde.

Nitsch nimmt den Sturm vom 1. August, bei dem Hunderte Bäume umgestürzt waren, zum Anlass, seine eigene Wohngebäude-Versicherung um den Sturmfall zu erweitern. „Wenn man die ersten 250 Euro bei Schäden selber zahlt, ist das gar nicht so viel teurer.“

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