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Podest und Sprossen fürs Feldafinger Strandbad

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Von: Sandra Sedlmaier

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Neu im Strandbad (v.l.): Die Mitglieder des Vorstands des Strandbad-Fördervereins Monika Proebst, Vorsitzende Petra Hemmelrath, Monica van Lutterveld und Herbert Lang sitzen auf dem Podest, das der Verein bezahlt hat. Im Hintergrund ist die neue Brüstung zu sehen, deren Sprossen auch aus Vereinsmitteln unterstützt hat.
Neu im Strandbad (v.l.): Die Mitglieder des Vorstands des Strandbad-Fördervereins Monika Proebst, Vorsitzende Petra Hemmelrath, Monica van Lutterveld und Herbert Lang sitzen auf dem Podest, das der Verein bezahlt hat. Im Hintergrund ist die neue Brüstung zu sehen, deren Sprossen auch aus Vereinsmitteln bezahlt wurden. © Andrea Jaksch

Ein neues Podest aus hellem Holz zeugt im Feldafinger Strandbad vom Engagement des Vereins zum Erhalt und zur Förderung des Strandbad Feldafing. Ein Beitrag des Vereins, der erwartungsfroh auf die Detailpläne für die Sanierung des Strandbads wartet.

Feldafing – Das neue Podest und die Sprossen der neuen Brüstung im Feldafinger Strandbad gehen auf das Konto des Vereins zum Erhalt und zur Förderung des Strandbads Feldafing. Etwas mehr als 2000 Euro hat das Podest gekostet, knapp 9300 Euro die originalgetreu gefertigten, geschwungenen Sprossen in der neuen Brüstung, berichtet die Vorsitzende Petra Hemmelrath. Sie und ihre Mitstreiter im Verein freuen sich auf die Detailplanung für die Sanierung des denkmalgeschützten Strandbads. Im Herbst rechnet Bürgermeister Bernhard Sontheim mit der Präsentation der Detailplanung des beauftragten Architekturbüros Sunder-Plassmann im Gemeinderat. Wie berichtet, plant Sunder-Plassmann eine Erweiterung in die Tiefe. Wie viel die Gemeinde für die geplante Sanierung bezahlen wird, ist noch unklar.

Der Förderverein ist von der bisher bekannten Planung recht angetan. Architekt Gregor Sunder-Plassmann informierte den Verein separat in dessen Mitgliederversammlung. „Mit der von Baumeister Engelbert Knittl im Halbrund geplanten und von der ortsansässigen Schreinerei Flossmann durchgeführten Bauweise, die sich auch in der Grundrissplanung mehrfach wiederholt, stellt unser Strandbad auch wegen seines Naturcharakters ein außergewöhnliches und besonders schützenswertes Kleinod dar“, sagt Petra Hemmelrath. „Diese ursprünglich Planung wird von dem Architektenteam Sunder-Plassmann insofern aufgegriffen, als der jetzige Restaurantbau, der ursprünglich nur Ausgabestelle für Badehandtücher war, wieder in den Mittelpunkt gestellt wird.“

Das Strandbad wurde 1927 eröffnet. Die Pächter in der Wirtschaft, die zum Strandbad gehört, haben in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder etwas angebaut – diese Unordnung, auch nach denkmalschützerischen Gesichtspunkten, soll mit der Sanierung beseitigt werden und renovierungsbedürftige Ecken verbessert. Die Treppe wurde bereits erneuert, auch die halbrunde Wand, neben der nun das Podest aufgebaut wurde, wurde von der Gemeinde 2021 schon neu gemacht.

Seit 2017 gibt es den Förderverein für das Strandbad. Er ist hervorgegangen aus dem Verein, der die 900-Jahr-Feier für Feldafing im Jahr 2016 vorbereitet hat. Der Mitgliedsbeitrag ist bescheiden: „25 Euro im Jahr“, sagt Petra Hemmelrath. „Wir bleiben bewusst so niedrig, damit wir Mitglieder bekommen.“ Die Spendenbereitschaft ist dennoch vorhanden. Vor Weihnachten seien die Mitglieder und Freunde oft spendabel, sagt Hemmelrath. „Es gibt Mitglieder, die spenden vierstellige Summen.“

Nur so lassen sich die für den Verein teuren Investitionen wie Podest und Sprossen finanziell stemmen. Der Vereinszweck ist dabei klar definiert: die Förderung des Denkmalschutzes und der Denkmalpflege, insbesondere der Sanierung, Erhaltung und Pflege der denkmalgeschützten Bauten des Strandbads. Hemmelrath und ihre Vorstandskollegen haben viele weitere Ideen zur finanziellen Unterstützung von Projekten im Rahmen der Sanierung. Etwa den Boden in den Umkleiden: „Der ist komplett marode“, sagt die Vorsitzende. „Hier könnte der Verein helfen, zumindest teilweise.“

In dem fraglichen Bereich der Umkleiden war mal eine Bar untergebracht, davor nutzte der Segelclub die Räume. Hemmelrath weiß vieles über das Strandbad, auch, dass das jetzt geschaffene Podest ursprünglich ein Steg war: „Vor 100 Jahren war er schmal und halbrund“, weiß sie. „Das Strandbad ist ein Sehnsuchts- und Ruheort für viele. Für Feldafinger ist das Strandbad in der Badezeit das Wohnzimmer am See“, sagt die Vorsitzende. „Geschätzt wird die intime familiäre Atmosphäre und die Möglichkeit eines Treffpunkts für die gesamte Familie.“ Die bevorstehende Sanierung mache das Strandbad fit für das 21. Jahrhundert, auch vom ästhetischen Standpunkt aus.

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