Präsentierte den Feldafingern Aktuelles aus der Gemeinde: Bürgermeister Bernhard Sontheim.
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Präsentierte den Feldafingern Aktuelles aus der Gemeinde: Bürgermeister Bernhard Sontheim.

Bürgerversammlung Feldafing

Rekordhaushalt und Ärger über die Bundeswehr: Feldafings Bürgermeister legt Rechenschaft ab

  • Katja Brenner
    vonKatja Brenner
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Höhere Einnahmen und einen Rekordstand bei den liquiden Mitteln: Über die erfreulichen Haushaltszahlen sprach Bürgermeister Bernhard Sontheim bei der Bürgerversammlung am Montag. Aber er machte auch seinem Ärger über die Bundeswehr Luft.

Feldafing – Seinen Ärger über das „unsägliche Rumeiern“ konnte Bürgermeister Bernhard Sontheim kaum verbergen, als er in der Bürgerversammlung am Dienstagabend in seinem Rechenschaftsbericht auf das Thema Bundeswehrareal zu sprechen kam. Wie berichtet, wollte die Gemeinde nach dem für Ende 2020 in Aussicht gestellten Abzug der Truppe das Gelände erwerben, um bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. Doch der endgültige Auszugstermin wurde immer wieder verschoben.

Etwa zwei Millionen Euro habe Feldafing die Planung der Konversion des Geländes seit 2001 bereits gekostet – ein Projekt, „bei dem nichts rausgekommen ist. Im Gegenteil: Das hat uns eher behindert“, sagte Sontheim. Wegen der Stagnation und des Hin und Her habe sich auch Feldafings größter Gewerbesteuerzahler aus der Gemeinde verabschiedet. Er selbst sei „bis Mitte letzten Jahres davon ausgegangen, dass uns die Bundeswehr verlässt“, so Sontheim. Noch im Juli 2019 fand die Bürgerbeteiligung im Rahmen der vorbereitenden Untersuchungen statt, seit August 2019 ruht das Verfahren, da die Bundeswehr der Gemeinde mitteilte, dass sie nicht die ganze Fläche freigeben kann. Und der aktuelle Stand? „Momentan schaut es so aus, als ob wir gar nichts bekommen“, sagte Sontheim.

Ob es Alternativkonzepte zur Schaffung von bezahlbarem Wohnraum gebe, „wenn das mit der Bundeswehr nicht klappt“, wollte ein Teilnehmer in der anschließenden Bürgerfragestunde wissen. „In anderen Gemeinden findet das Thema ja auch im Ortszentrum statt.“ „In der Ortsmitte können wir keinen bezahlbaren Wohnraum schaffen, da haben wir nichts“, erläuterte Sontheim die Situation der Gemeinde. Was auf privaten Flächen entstünde – sprich: lockere oder dichte Bebauung –, hänge von den Vorstellungen der Bauwerber und von den Entscheidungen des Gemeinderates ab. Wie groß das Wohnraum-Problem sei, spüre die Gemeinde am eigenen Leib: Qualifiziertes Personal für das Rathaus zu finden, dass sich das Leben vor Ort auch leisten kann, sei schwierig.

Sontheim hatte jedoch auch Erfreuliches zu verkünden: einen Rekordstand bei den liquiden Mitteln von 8,4 Millionen Euro. Darin enthalten seien Geldmittel für den Grundstückserwerb der Fernmeldeschule, für den Bau eines neuen Feuerwehrhauses habe man noch keine Mittel in den Haushalt eingestellt, „weil wir noch nicht einmal wissen, wo wir es bauen“. Grund zur Euphorie sei das dennoch nicht: „Wir wissen alle nicht, wie sich Corona auf die Gemeindehaushalte auswirken wird.“ Sontheim mahnte daher zur Haushaltsdisziplin. Weitere wichtige Investitionen seien die Sanierung des historischen Seebads, was über die kommenden Jahre etwa zwei Millionen Euro kosten werde, sowie die Erneuerung von Straßen, Wegen, Plätzen und Leitungen. So soll etwa der Dorfplatz Garatshausen für insgesamt 140 000 Euro umgestaltet werden.

Dem Wunsch vieler älterer Feldafinger entsprechend, bedient die Buslinie 978 ab dem Fahrplanwechsel im Dezember mehr Haltestellen. Eine Besucherin der Versammlung regte an, den Bus künftig statt stündlich im 20-Minuten-Takt fahren zu lassen. Sontheim sagte, dass in den neuen MVV-Verträgen ein halbstündiger Takt „in der Überlegung“ sei. Die Verträge müssten jedoch noch ausgearbeitet werden.

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