Wechsel von Goretzka zum FC Bayern perfekt 

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Gehört zum Inventar im Feldafinger Strandbad: Der 81-jährige Theo Bode schwimmt, wenn das Wasser mindestens 20 Grad hat, mehrmals täglich bis zur zwe iten Sandbank. Der Lohn ist die Mütze „1. Champion Sandbank-Schwimmer“.

Strandbad

Der Sandbank-König von Feldafing

Diese Auszeichnung dürfte Seltenheitswert haben: Theo Bode ist im Feldafinger Strandbad zum Champion der Sandbank-Schwimmer gekürt worden. Das hat er sich mit bemerkenswerter Ausdauer verdient.

Feldafing – „Unter 20 Grad gehe ich nicht ins Wasser“, sagt Theo Bode. Ein Gradmesser für die anhaltend hohe Temperatur des Starnberger Sees: Fast 100 Mal ist der 81-Jährige in diesem Jahr schon vom Feldafinger Strandbad aus hinausgeschwommen zu zwei Sandbänken, die durch Pfosten gekennzeichnet sind – bis zu drei Mal täglich, wie er erzählt.

Wenn sich dann andere, die in Booten vorbeifahren, darüber wundern, dass man dort draußen stehen kann, ist er in seiner Welt – und wundert sich wohl auch ein wenig, wie wenig manche Bootfahrer über den See wissen. Wie weit die beiden Sandbänke vom Ufer entfernt sind, ist schwer zu schätzen, aber das „Geoportal Bayern“ zeigt konkrete Abstände an: für die erste Sandbank 276 Meter, für die zweite 385 Meter.

Theo Bode ist ein Feldafinger mit Leib und Seele. Seine Großeltern hatten in der Gemeinde ein Haus besessen, in das er 1937 mit seinen Eltern eingezogen ist. Sein Berufsleben hat er über längere Zeit in anderen Regionen verbracht, und seit vier Jahren wohnt er in Bernried.

Auch diese Gemeinde weiß er durchaus zu schätzen: „Dort gibt es auch ein kleines, nettes Bad.“ Aber an sein Feldafing kommt das alles nicht heran. In diesem Ort, in dem er aufgewachsen ist, fühlt er sich wohl: „Ich habe die Kontakte zu Feldafing nie verloren.“ Dabei hat der gelernte Modellbauer sein Berufsleben großenteils ganz woanders verbracht. Erst war er in der Modebranche tätig, dann stieg er auf Möbelabholmärkte um, schließlich führte er von 1987 an 20 Jahre lang das Geschäft „Bode Wohnen“ im Wielenbacher Gewerbegebiet, mit dem er für Massivholzmöbel bekannt wurde. Warum er es damals nicht in seinem geliebten Feldafing gegründet hat? Dort sei für so einen Zweck kein Grundstück zu bekommen gewesen, sagt er – und schon gar nicht zu einem bezahlbaren Preis. In Wielenbach waren es immerhin 1800 Quadratmeter. Das Wielenbacher Geschäft wurde übrigens nur wenige Jahre, nachdem er sich in den Ruhestand zurückgezogen hat, geschlossen.

Mittlerweile genießt Bode längst seinen Ruhestand. Das vor 90 Jahren eingeweihte nostalgische Feldafinger Strandbad – eines von 16 bayerischen Bädern, die unter Denkmalschutz stehen – ist für ihn so etwas wie eine zweite Heimat. Wie lange und wie regelmäßig er sich dort aufhält, verrät seine auffallende Bräune. Aus fernen südlichen Gefilden stamme sie nicht, betont er. In seinem Bad grüßt ihn praktisch jeder, der vorbeikommt. „Vergessen Sie nicht zu erwähnen, dass er immer inmitten lauter rüstiger Damen liegt“, ruft einer schmunzelnd.

An seinen Ausflügen zu den Sandbänken hat Bode auch eine schwere Operation nicht gehindert, der er sich im Dezember vorigen Jahres unterziehen musste. Mit welcher Lust und Ausdauer er sich in die Fluten stürzt, das hat sogar seinen Arzt überrascht, wie er schmunzelnd erzählt.

In diesem Jahr hat er schon im Mai mit dem nassen Vergnügen begonnen. Auch von Wind und Wellen lässt er sich nicht abhalten. Am Mittwoch dieser Woche war er zum 95. Mal in diesem Jahr draußen, sagt er – sein bisheriger Rekord. Wie oft er es in diesem Jahr noch schaffen wird, ist mit dem vorläufigen Ende des schönen Wetters noch unklar. Aber zum „1. Champion Sandbank-Schwimmer“ haben ihn Stammgäste des Strandbades schon im vorigen Jahr gekürt, mit einer Mütze, die diese Aufschrift trägt und die er – strikte Auflage – im Bad tragen muss. Ehrensache, dass er sich daran hält.         Lorenz Goslich

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