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In schlechtem Zustand: Den Starzenbach-Kanal hatten sich Gemeinderäte mit Diplomingenieur Ammar al-Jamous (r.) bereits Ende Juli angesehen. 

Starzenbach

Reaktion auf rissige Rohre

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Feldafings Bürgermeister Bernhard Sontheim spricht von einer „dringlichen Anordnung“: Der Starzenbach-Kanal wird nun für über 1,1 Millionen Euro komplett saniert.

Feldafing– Wasserpumpen, Starkstromanschlüsse, blockierte Grundstücke – die Sanierung des Starzenbach-Kanals bedeuten für Arbeiter, Bürger und Gemeinde einen enormen Aufwand. 165 der 350 Meter langen maroden Verrohrung werden seit Ende Juni saniert. „Die sind so gut wie fertig“, sagt Feldafings Bürgermeister Bernhard Sontheim. Das Problem: Auch der restliche Kanal ist dringend sanierungsbedürftig. Den Auftrag für weitere Arbeiten hat Sontheim kurz vor seinem Urlaub in einer „dringlichen Anordnung“ vergeben – als Eilentscheidung ohne Gemeinderatsbeschluss also.

„Es ist Gefahr im Verzug“, betont Sontheim. Für die 520 000 Euro teure Maßnahme – die bisherigen Arbeiten haben 650 000 Euro gekostet – habe er von einzelnen Gemeinderäten eine positive Rückmeldung bekommen. „Die Rohre sind schlecht verlegt“, sagt Sontheim und spricht von fünf Zentimeter großen Spalten. Die Rohre seien auf eine gleichmäßige Belastung durch den Bach ausgelegt, das zusätzliche Wasser vertrage die Leitung nicht. „Wenn das über 60 Jahre so geht, brechen die Rohre.“ Fünf Rohre hätten in den vergangenen beiden Jahren Risse bekommen. „Davor war noch keines gerissen. Logisch, dass die anderen dann auch irgendwann reißen würden.“ Wegen der aufwendigen Arbeit – alleine der Aufbau für die Baustelle habe zwei Wochen gedauert – wolle die Gemeinde die Arbeiten gleich durchführen lassen. In der vergangenen Woche hätten Experten damit angefangen, berichtet Sontheim. Bis Ende September sollen die Arbeiten abgeschlossen sein.

Hinten keine Sanierung: „Keine wirtschaftliche Rechtfertigung“

Ohne Beschluss des Gemeinderats dürfe er lediglich Aufträge in Höhe von bis zu 16 000 Euro vergeben, sagt Sontheim. Es gebe aber zwei Ausnahmen: „Wenn Gefahr im Verzug ist oder der Gemeinde wirtschaftlicher Schaden droht.“ Dass die Rohre für den Starzenbach, der unterirdisch entlang der Johann-Biersack-Straße und der Stadionstraße verläuft, einsturzgefährdet sind, war schon länger bekannt. Für die weitergehende Sanierung habe er sich bereits kurz in der jüngsten Sitzung mit den Gemeinderäten ausgetauscht, sagt Sontheim. Im schlimmsten Fall hätten Feldafing eine Überschwemmung und ein damit einhergehender Stromausfall gedroht, wie der Bürgermeister früher bereits angemahnt hatte. Das 1,80 Meter dicke Rohr soll nach den Arbeiten noch einen Durchmesser von 1,66 Meter haben. Aufgebrachter Spezialbeton soll für Stabilität sorgen.

Nicht saniert werden soll dagegen der letzte Teil des Kanals am Nordende. „Der ist so kaputt“, begründet Sontheim. „Es gibt keine wirtschaftliche Rechtfertigung dafür, dass man das Rohr dort lässt.“ Die Gemeinde werde mit dem Wasserwirtschaftsamt Kontakt aufnehmen. Man wolle den Starzenbach an der Stelle wieder frei verlaufen lassen, ohne Rohr. Das betroffene Grundstück sei in Gemeindebesitz.

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