Deutlich sanierungsbedürftig: Die gebogene Ufermauer im Feldafinger Strandbad weist sichtbare Schäden auf. Bis zum Mai sollen sie behoben sein. Dafür muss das Wasser weichen – gearbeitet wird hinter einem kleinen Damm.
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Deutlich sanierungsbedürftig: Die gebogene Ufermauer im Feldafinger Strandbad weist sichtbare Schäden auf. Bis zum Mai sollen sie behoben sein. Dafür muss das Wasser weichen – gearbeitet wird hinter einem kleinen Damm.

Anlage ist denkmalgeschützt

Strandbad Feldafing: Der erste Schritt der Sanierung steht bevor

  • vonSandra Sedlmaier
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Bis zum Mai soll die Ufermauer im Feldafinger Strandbad wieder ansehnlich und vor allem renoviert sein, ebenso die Treppe und eine Stützmauer. Der erste Schritt in Richtung Sanierung der denkmalgeschützten Anlage. Dafür muss Seewasser abgepumpt werden.

Feldafing – Noch ist unklar, wie das Herzstück des Feldafinger Strandbads, die Gaststätte, renoviert und erweitert wird. Vor der nächsten Badesaison nimmt die Gemeinde Feldafing aber eine andere Stelle in dem denkmalgeschützten Areal aus dem Jahr 1927 ins Visier: Noch im März, so der Plan, sollen die Renovierungsarbeiten an der maroden Ufermauer beginnen und auch die an der Treppe und der Stützwand neben der Treppe, die deutliche Löcher aufweist. Die Arbeiten werden teurer als erwartet, wurde in der jüngsten Ratssitzung bekannt. Zunächst war der Gemeinderat von Kosten in Höhe von 275 000 Euro ausgegangen, nun werden es 312 000 Euro. Das berichtete Vizebürgermeister Matthias Schremser.

Für dieses Geld wird einiges im Strandbad gemacht. Die rund 25 Meter lange, halbkreisförmig gebogene Ufermauer zum Beispiel. „Das wird eine reine Betonsanierung“, erklärt Andreas Keller vom PEWU, dem gemeindeeigenen Planungsunternehmen, das die Arbeiten plant, begleitet und kontrolliert, auf Anfrage. „Die Risse werden saniert und die Oberfläche wieder hergestellt.“ Das werde vermutlich eine sehr kleinteilige Arbeit, weil die Mauer in schlechtem Zustand sei.

Sämtliche Arbeiten seien mit dem Denkmalschutz abgesprochen, sagt Keller. „Es gab mehrere Ortstermine mit der Denkmalschutzbehörde, wir haben alle notwendigen Genehmigungen eingeholt.“ Um an der zum Teil im See stehenden Wand überhaupt arbeiten zu können, muss das Wasser weg. „Wir werden einen kleinen Damm aus großen Sandsäcken bauen, etwa drei Meter von der Wand entfernt“, kündigt der PEWU-Chef an. „Dann werden wir das Wasser abpumpen, um den Bereich vor der Mauer trockenzulegen.“ Das sei mit dem Wasserwirtschaftsamt abgestimmt, versichert Keller. Das Wasser kommt übrigens später wieder zurück in den See: „Es bleibt in einer Absetzanlage, danach wird es, vom Staub befreit, wieder zurückgepumpt.“

Die Mauer am Strandbad steht schief

Zudem sind Arbeiten an der zwei bis drei Meter hohen Stützmauer neben der Treppe geplant. „Die Mauer steht schon schief“, sagt Keller. Deshalb müsse sie mit einem Anker gesichert werden. „Wir werden einen Betonklotz in der Wiese versenken und die Wand mit Spannstahl daran befestigen.“ Wobei der „Betonklotz“ vermutlich eine Betonplatte sein wird – jedenfalls muss er selbst schwer genug sein, um die Wand halten zu können. Sehen kann den Betonklotz später niemand: Er verschwindet unter der Erde, ebenso wie der Stahl, der Klotz und Wand verbindet. „Das Gelände wird anschließend wieder aufgefüllt und neu ausgesät“, erklärt Keller. „Das sieht man später nicht.“

Die Wand selbst muss auch renoviert werden, ebenso die Treppe. Dabei handelt es sich laut Keller ebenfalls um eine Betonsanierung.

Diskutiert wurde im Gemeinderat über die deutliche Kostenmehrung nicht. Klar ist, dass die Arbeiten erledigt werden müssen, und die Argumentation der Verwaltung leuchtete den Ratsmitgliedern ein. Das gemeindeeigene Planungsunternehmen PEWU hatte sieben Firmen um Angebote gebeten, geantwortet haben laut Vizebürgermeister Schremser nur zwei. „Diese beiden Angebote lagen wesentlich höher“, sagte er. Nachdem aber die Arbeiten bis zum Mai abgeschlossen sein sollen, habe Bürgermeister Bernhard Sontheim den Auftrag per dringlicher Anordnung vergeben.

Wie es mit den anderen sanierungsbedürftigen Teilen des Strandbads weitergeht, hat der Gemeinderat noch nicht entschieden. Vor allem geht es dabei um die Gaststätte: Deren Küche ist zu klein, und der Brandschutz genügt nicht mehr den Anforderungen. Auch eine Neugestaltung der Außenanlagen ist geplant. Sämtliche Maßnahmen müssen mit dem Landesamt für Denkmalschutz abgestimmt werden. Der Teil des historischen Strandbads mit den Umkleiden aus Holz muss ebenfalls zum Teil saniert werden. Dort will sich der Verein zur Erhaltung des Feldafinger Strandbads finanziell einbringen. Sicher ist jedenfalls: Der Feldafinger Gemeinderat und die Feldafinger Bürger stehen eindeutig zu ihrem Strandbad von 1927 und wollen es erhalten.

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