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Die letzten Besucher: Dr. Dirk Heißerer mit Fujiko Kinugawa-Klühspies, Prof. Dr. Yoshimasa Oguro und Akihiro Asano (v.l.), Geschäftsführer der Deutsch-Japanischen Gesellschaft in Bayern, vor dem Villino in Feldafing. 

Villino in Feldafing

Die letzten Besucher in Thomas Manns Sommerhaus

Die letzten Ausstellungsstücke räumt Dr. Dirk Heißerer vom Thomas-Mann-Forum noch bis Mitte des Monats aus dem Villino - dann ist das Gebäude komplett leer. Vor waren die letzten Besucher in Thomas Manns Sommerhaus. 

Feldafing – Das Villino ist praktisch leer: Dr. Dirk Heißerer vom Thomas-Mann-Forum hat Ende vergangener Woche die letzten Kisten gepackt. Ausstellungsstücke und Inventar sind oder werden noch auf vier Standorte verteilt.  Bis Monatsmitte will Heißerer noch fünf bis sechs Dutzend Kartons abtransportieren, dann ist das Villino ausgeräumt. Neben Bad Tölz als neuem Standort (wir berichteten) gehen Bücher und Regale nach Polling. Dort gebe es, sagte Heißerer, eine Thomas-Mann-Abteilung im dortigen Museum. Vitrinen und Stühle übernimmt Gernot Abendt aus Tutzing, der derzeit fürs Frühjahr nächsten Jahres eine Thomas-Mann-Ausstellung im Tutzinger Heimatmuseum plant. Das Villino sei ein Bezug, sagt der Tutzinger, es gebe aber eine Reihe von Textstellen bei Thomas Mann mit Bezug zu Tutzing. „Das Interesse ist da für Thomas Mann“, stellt Heißerer zufrieden fest.

Besuch von der Deutsch-Japanischen Gesellschaft 

Das gilt auch für die letzte Besuchergruppe, die der Thomas-Mann-Forscher vor wenigen Tagen durchs Villino führte. An Goethes Geburtstag besuchten Prof. Dr. Yoshimasa Oguro von der Kyushu Universität in Japan und drei Mitglieder der Deutsch-Japanischen Gesellschaft in Bayern Thomas Manns Sommerhaus, berichtet Heißerer. Ende August hatte sich der Geschäftsführer der Deutsch-Japanischen Gesellschaft in Bayern, Akihiro Asano, an Heißerer mit der Frage gewandte, ob das Villino noch ausnahmsweise besichtigt werden könne. Prof. Dr. Yoshimasa Oguro, Lehrstuhlinhaber an der renommierten Kyushu Universität in Japan, sei zu einem Vortrag in München und würde das Haus gerne besichtigen. Die Kyushu Universität hat es ermöglicht, die 13-bändige Werkausgabe Thomas Manns so zu digitalisieren, dass sie auf Stichworte hin durchsucht werden kann – „Eine große Hilfe für die Forschung! Die Zusage war Ehrensache“, erklärt Heißerer. Die Gäste konnten die fast leer geräumten Zimmer besichtigen, es erklang Musik vom Grammophon, Enrico Caruso sang eine Arie aus der „Fülle des Wohllauts“. Heißerer zeigte ihnen das ganze Haus – natürlich auch den ersten Stock, wo Thomas Mann zwischen 1919 und 1923 nachweislich zwei Zimmer bewohnt habe, die als „Studio und Schlafkammer“ seines Helden, des italienischen Humanisten Lodovico Settembrini, direkt in den „Zauberberg“ übernommen wurden.

Übergabe soll Ende September stattfinden

Wie berichtet, hatte der neue Eigentümer des Geländes, die Artemed-Gruppe, den Vertrag mit Heißerer für diesen völlig überraschend gekündigt, um das Villino für die eigene Stiftung zu nutzen, aber einen Thomas-Mann-Bezug zu erhalten. Die Übergabe ist für die letzte September-Woche vorgesehen, an deren Ende in der Evangelischen Akademie Tutzing die Tagung „Thomas Mann – der Weltdeutsche“ stattfindet.

„Auch wenn Thomas Mann in die Landkreise Bad Tölz-Wolfratshausen und Weilheim wechselt, bleibt er dem Landkreis Starnberg auf alle Fälle noch erhalten“, sagt Heißerer. So gehen die im Villino veranstalteten Zauberberg-Gespräche und Zauberberg-Konzerte bereits im Oktober und November in der Volkshochschule Starnberg weiter – erster Termin ist am Donnerstag, 18. Oktober.

Das eigentlich für Mitte September geplante Abschiedsfest hingegen wird es nicht geben können. Heißerer überlegt noch, ob und wie eine letzte Veranstaltung stattfinden könnte. 

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