Wieder Probleme bei Stammstrecke Richtung Osten: Züge fallen aus

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Nachts auf der B 2: Pascal Hönig steuert die Kamera durch die Regenwasserkanäle und kann sich a m Bildschirm live die Aufnahmen anschauen. In den vier Nächten bis Samstag wird die B 2 zwischen Tutzinger-Hof-Platz und Söckinger Straße untersucht: jeweils von 20 Uhr am Abend bis 6 Uhr am nächsten Morgen.

Kanaluntersuchungen

Überraschungen im Untergrund

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  • Peter Schiebel
    Peter Schiebel
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Starnberg - Die Kosten für die Sichtung der Regenwasserkanäle rund um den Starnberger See explodieren. Derweil liegen die Arbeiter bei den Untersuchungen auf der B 2 im Soll.

 Der Untergrund birgt Überraschungen. Das stellt der Abwasserverband Starnberger See gerade bei der Untersuchung und Erfassung der Niederschlagswasserkanäle fest. Auch deshalb wird diese Aktion teurer: Statt der veranschlagten 2,4 Millionen Euro ist mit 4,2 Millionen Euro zu rechnen. Das sagte Julian Oppermann vom beauftragten Büro BohnZirlewagen in der jüngsten Verbandsversammlung.

Immer wieder tauchen neue Kanäle auf, die in keinem Plan erfasst sind und sich auch noch in schlechtem Zustand befinden. Die Bilder sprechen eine deutliche Sprache: eingestürzte Rohre, von Wurzeln völlig eingewachsene Schächte, Einläufe, die unvermutet und unprofessionell ins Kanalnetz gehen. Sie zeigen: Es gibt viel zu tun.

Für die Bilder zuständig ist Robert Alker. Der Fachmann aus dem Allgäu ist zusammen mit Mitarbeiter Pascal Hönig derzeit in Starnberg unterwegs, reinigt die Kanäle und schickt anschließend die ferngesteuerte Kamera in das unterirdische Labyrinth. Schlamm, Laub und Straßendreck werden zunächst per Hochdruck zusammengespritzt und dann abgesaugt. „Danach kommt die an einer Kabeltrommel befestigte Kamera zum Einsatz“, erklärt er. Die sei in der Lage, bis zu 400 Meter weit in die 20 bis 80 Zentimeter breiten Kanäle zu fahren und dabei Videos aufzunehmen.

Meist komme aber vorher etwas dazwischen: starke Bögen zum Beispiel oder Absetzschächte. Dann werde die Kamera wieder an die Oberfläche geholt und durch einen anderen Schacht wieder nach unten gelassen, erklärt Alker. Mit den Ergebnissen ist er zufrieden: „Es gibt ein paar Schäden, aber das ist ganz normal.“ Auch die Verkehrsteilnehmer hätten zumeist Verständnis für die Arbeiten, die extra in die Nachtstunden verlegt wurden. „Ab und an hupt mal einer, aber das liegt wohl an Starnberg.“

Diese Aktion Regenwasserkonzept des Abwasserverbands rund um den See wird teurer als geplant. Wenig oder kaum aussagekräftig ist nämlich das Datenmaterial, das die dem Verband angeschlossenen Kommunen bei der Übergabe der Kanalnetze an den Verband überlassen haben. „Videos waren teilweise nicht zuzuordnen“, heißt es im Bericht des Verbands. „Auch sind einige Datensätze mittlerweile schlicht veraltet und für eine ingenieurtechnische Auswertung nicht mehr nutzbar. In anderen Gebieten sind nur Papierprotokolle vorhanden.“ Sprich: In vielen Bereichen tappt der Verband im Dunkeln und muss die Kanäle erneut reinigen und untersuchen lassen.

Das kostet Geld. In Berg, Bernried und Starnberg läuft die Reinigung und Untersuchung der Niederschlagswasserkanäle seit Herbst vergangenen Jahres. Die Ergebnisse sollen bis Jahresende vorliegen. Tutzing soll im Mai starten, Feldafing folgt. Münsing hat diese Arbeit bereits erledigt, bevor die Kanäle an den Verband gingen. Und in Seeshaupt gibt es keine Regenwasserkanäle. Ein erstes Sanierungskonzept erwartet der Verband für Anfang 2019.

Die zusätzlichen Kosten sind im aktuellen Haushalt des Verbands bereits eingepreist, sagt Geschäftsführer Norbert Impelmann. Verbandsvorsitzender Rupert Monn legte in der jüngsten Verbandsversammlung die Eckdaten des Haushalts dar. Der Gesamthaushalt hat ein Volumen von 37,6 Millionen Euro ab, knapp 5,5 Millionen Euro mehr als in 2016. Für das Kanalnetz will der Verband 9,7 Millionen Euro ausgeben. Für Kläranlage und das zum Teil neue Betriebsgebäude sind knapp 5 Millionen eingeplant. Der Verband rechnet mit 15,7 Millionen Euro aus den Gebühren.

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