Die Folgen im Landkreis

Unwirkliche Bilder zeigen Hagel-Unwetter am Starnberger See: „Nach 20 Minuten war alles vorbei“

Schnell und heftig prasselte der Hagel am Dienstag am Starnberger See herunter. Unwirkliche Bilder entstanden etwa in Feldafing. Und in der Nacht ging die Unwetterserie weiter.

Update Mittwoch, 23. Juni, 8.28 Uhr: In der Nacht zogen erneut mehrere schwere Gewitter über den Landkreis hinweg. Stark betroffen diesmal war Traubing. Starkregen hatte dort Gräben bis an den Rand gefüllt, Wasser drohte in zahlreiche Häuser zu laufen. Betroffen waren laut Feuerwehr-Kommandant Dr. Franz Matheis Bereiche im Süden am Bromberggraben und am Nordende im Bereich Forellenweg. „Wir haben gepumpt und gepumpt“, sagte er. Der Einsatz mehrerer Feuerwehren dauerte die ganze Nacht; unter anderem wurde Sandsackbarrikaden angelegt.

Unwetter am Starnberger See: Auch in der Nacht zum Mittwoch heftige Gewitter

Feuerwehreinsätze gab es auch in anderen Orten, betroffen war aber vor allem der östliche Landkreis. Für den heutigen Mittwoch sind erneut schwere Gewitter angekündigt, wieder ab dem späteren Nachmittag. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat erneut eine Vorwarnung für die Zeit zwischen Mittwoch, 15 Uhr, und Donnerstag, 4 Uhr, herausgegeben, in der vor Starkregen, Hagel bis 5 Zentimeter und Sturmböen bis 100 km/h gewarnt wird. Auch am Donnerstag soll es so weitergehen, wenngleich wohl nicht mehr ganz so stark. Ab Freitag beruhigt sich die Wetterlage.

Bisher gab es im Landkreis deutlich mehr als 150 Feuerwehreinsätze seit dem ersten Unwetter am Montagabend. Die Feuerwehr hat zeitweise die KEZ, die kleine Einsatzleitstelle im Landratsamt, in Betrieb genommen, um die Masse der Einsätze zu koordinieren. Vom starken, zum Glück zumeist kleinen Hagel waren neben Feldafing auch andere Orte betroffen, so am Dienstagabend auch Starnberg und Söcking. Auch dort mussten Radlader eingesetzt werden, um die Massen wegzuräumen.

Hagel und Gewitter in Starnberg: Unzählige Einsätze für die Feuerwehr - Wassermassen und umgestürzte Bäume

Allein in der Nacht (zwischen Dienstag, 17 Uhr, und Mittwoch, 8 Uhr) verzeichnete die Kreisbrandinspektion 44 Einsätze, von denen einige am Morgen noch andauerten. „Bei den Einsätzen handelt sich vermehrt um Gebäude in den das Wasser eindrang oder Fahrbahnen bzw. Unterführungen die überschwemmt wurden. Hinzu kommen noch umgestürzte Bäume und herabgefallene Äste“, erklärte Anton Graf, Sprecher der Kreisbrandinspektion, am Morgen.

Die Niederschlagsmengen erreichen stellenweise an Messstationen Werte von etwa 58 Liter (gemessen am Kloster Schäftlarn, das wie Starnberg und der nördliche Starnberger See von mehreren Gewittern betroffen war) und mehr als 30 Liter im Bereich Andechs - wohlgemerkt zwischen Dienstag- und Mittwochmorgen. Seit Montag sind es in Schäftlarn fast 90 Liter, in Rothenfeld bei Andechs knapp 45 Liter.

Originalmeldung vom 22. Juni

Landkreis - Männer schieben Autos durch die dicke Schicht aus Hagelkörnern. Sie tragen kurze Hosen, aber man könnte meinen, es sei Winter. Das Hagel-Unwetter am Starnberger See liefert an diesem Dienstag skurrile Bilder. Blechdellen in Autos, verstopfte Gullideckel und zerdepperte Dachfenster gab es schon am Montag an mehreren Orten im Landkreis.

Alles weiß: Das Hotel Residence in Feldafing

Fabian Weitmann, Vize-Direktor des Hotels Residence in Feldafing, sagt: „Der Hagel kam um 15.10 Uhr extrem schnell. Nach 20 Minuten war alles vorbei. Aber das Aufräumen danach hat eine Stunde gedauert. Die Hotelanlage mit der großen Terrasse war zwischenzeitlich schneeweiß.

Hagel-Unwetter am Starnberger See: Sogar Traktor kommt zum Einsatz

„Danach war Winter“, so Weitmann. Man habe das Eis mit 20 Schubkarren-Ladungen aus der Tiefgarage geholt.

Mit der großen Schaufel nahm man sich in Feldafing des Hagels an.

In Feldafing kam sogar ein Traktor zum Einsatz, um den Hagel mit der großen Schaufel zur Seite zu räumen. Heftig traf es am Dienstagnachmittag auch den Landkreis München; sogar ein Weiher lief über. Die weitere Entwicklung können Sie in unserem Unwetter-Ticker für Bayern verfolgen.

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