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Sichtachsen, Waldatmosphäre und überraschende Wegverläufe: Barbara Heidinger (l.) weihte eine kleine Gruppe Interessierter in die Geheimnisse des Lenné-Parks ein. 

Unterwegs im Lenné-Park in Feldafing

Eine Grünanlage wie ein Theaterstück

Ein Spaziergang im Lenné-Park ist wunderbar unterhaltend, ständig ergeben sich neue Sichtachsen, eine besondere Atmosphäre oder überraschende Wegverläufe, wie eine Exkursion mit Barbara Heidinger gezeigt hat. 

Feldafing – Nicht nur Golfplatz, sondern einst königlicher Park: Bei einer Führung durch den Lenné-Park wurden viele Geheimnisse des Feldafinger Seehangs gelüftet. Im Auftrag der Schlösser- und Seenverwaltung führte Barbara Heidinger am Samstagmachmittag über die Grünanlage. Den Worten der Pöckingerin lauschte eine interessierte Gruppe, die coronabedingt nicht allzu groß war.

Zu Beginn der Exkursion, auf der Anhöhe unterhalb vom Hotel Kaiserin Elisabeth, machte Heidinger gleich auf die bewusst gesetzten Sichtachsen aufmerksam: Von Bewuchs frei gelassene Schneisen, die den Blick auf besonders interessante Punkte in der Ferne lenken. Weil die Bäume an den meisten Stellen die Aussicht auf den See verstecken, erlebt der Spaziergänger die sich öffnenden Perspektiven fast wie ein Theaterstück: einmal blitzt die Seeburg bei Allmannshausen auf, einmal die Aufkirchner Wallfahrtskirche. Von der Stelle des einst geplanten Wittelsbacher Schlosses hätte man aufs Kloster Bernried und die Benediktenwand geblickt.

Es war Maximilian II., von 1848 bis 1864 König von Bayern, der Park und Schloss in Auftrag gegeben hatte. Weil das Gebäude zu dessen Tod gerade erst begonnen worden war, stellte sich die Frage nach der Fertigstellung: „Sohn Ludwig II. wollte lieber Richard Wagner fördern, als das Schloss fertig zu bauen“, sagte Heidinger. Sie wisse, dass mit den vorhandenen Steinen Gebäude in Pöcking und auch Teile von Bahnhöfen gebaut wurden.

Als Besonderheit gilt auch der Gartengestalter selbst. Peter-Joseph Lenné war als Preuße eine ziemlich entlegene Wahl für das weiß-blaue Königreich. „Jedoch war die Frau von Max II. eine Preußin, weshalb der König sehr vertraut mit Sanssouci und den Parkanlagen der Berliner Gegend war“, erläuterte Heidinger. Von Anfeindungen des Preußischen General-Gartendirektors habe sie in den Unterlagen nichts gefunden: „Man wusste ja, er geht wieder nach Berlin zurück, und letztlich hat sich der bayerische Oberhofgärtner Carl von Effner um die Realisierung des Parks gekümmert.“

Lenné verstand es jedenfalls, „die Spaziergänger mit seinen Parkanlagen zu unterhalten“. An einem Bächlein wurde ein besonders schattiger Bewuchs und sogar Bärlauch gepflanzt, um allen Sinnen den Eindruck tiefen Waldes zu bieten. Die Wege sind so angelegt, dass man deren Ende nicht sieht. Zudem seien Gabelungen und Kreuzungen stets überpflanzt, um mit vorher nicht sichtbaren Richtungswechseln zu überraschen. Aber auch wenn Lennés Leidenschaft der natürliche, englische Landschaftspark gewesen sei: „Er war sich nicht zu schade, auf den Wunsch des Königs für die Roseninsel ein barockes Gartenkonzept vorzusehen.“

Ludwig II. schätzte vorwiegend die Roseninsel, den Park aber weniger, doch blieb dieser im Besitz der Bayernkönige, später kam er in die Verwaltung des Wittelsbacher Ausgleichsfonds. Dass seit 1936 der Golfplatz das Gros der Anlage belegt, wertet Heidinger als Glücksfall, denn: „In Bayern gibt es viel zu wenige Gärtner, um sich um alle Parkanlagen zu kümmern.“ Ein weiteres Glück sei gewesen, dass 1994 die zugewachsenen Blickachsen wieder freigelegt wurden. „Fast wie im Lenné-Park bei uns in Bad Homburg“, warf ein Ehepaar ein, dass zur Feldafinger Gruppe gestoßen war.  

Andreas Bretting

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