Feldafings Bürgermeister Bernhard Sontheim
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Feldafings Bürgermeister Bernhard Sontheim ist zufrieden mit der bisherigen Arbeit des Gemeinderats

100-Tage-Bilanz

Viel Lob für Regierungsbaumeister: Feldafings Gemeinderat freut sich über mehr Bau-Kompetenz

  • Tobias Gmach
    vonTobias Gmach
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Konstruktive Zusammenarbeit, sachliche Diskussionen und mehr Kompetenzen in Baufragen: Die Vertreter der größten Fraktionen im Feldafinger Gemeinderat sind mit den ersten 100 Tagen seit der Wahl zufrieden. Trotz Pandemie, wie nicht nur Bürgermeister Bernhard Sontheim, sondern alle Befragten betonen.

Feldafing – Zum Klima im neuen Gemeinderat sagt Bürgermeister Bernhard Sontheim: „In der vergangenen Wahlperiode haben der gesamte Gemeinderat und die Verwaltung mit großem Vertrauen zusammengearbeitet. Ich bin sicher, dass wir dieses Vertrauen auch im neu besetzten Gemeinderat haben werden. Streitigkeiten sind jedenfalls keine in Sicht.“

Die „gute Arbeitsatmosphäre“ lobt Anton Maier (Grüne). „Es wird ernsthaft und wertschätzend diskutiert. Die Geheimniskrämerei ist weniger geworden, Hintergründe zu den Sitzungsvorlagen der Verwaltung werden gründlicher nachgefragt und genannt.“ Außerdem hätten Umwelt- und Klimaschutz seit der Wahl einen höheren Stellenwert, was Maier auch dem Engagement seiner Fraktionskollegin und Umweltreferentin Sibylle Härtl zuschreibt.

Bei der Befragung der Fraktionen fällt ein Name immer wieder: Dr. Michael Keltsch, neues Mitglied von der Aktion Unabhängige Feldafinger (AUF). Der 43-jährige Regierungsbaumeister wird von vielen Seiten des Gemeinderats gelobt. Maximiliane Gerber (Bürgergruppe) nennt ihn auf die Frage nach kompetenten Neulingen, Sontheim spricht von einem „sehr renommierten Architekten“. Maier attestiert ihm „ein herausragendes Fachwissen zur Bauleitplanung und Ortsgestaltung. Damit haben wir zu den Verwaltungsvorlagen eine zweite fachliche Stellungnahme zur besseren Entscheidungsfindung“.

Ein weiterer Bausachverständiger wird gelobt

Als „Bausachverständigen“ nennt Maier auch seinen Fraktionskollegen Stephan Zeckser. Er bringe die Gestaltungsmöglichkeiten im Baurecht und im Umgang mit Bauträgern ein. Zeckser selbst freut sich, „dass wir fraktionsübergreifend Kriterien zu Ortsgestaltung, Mobilität, Regenwassernutzung, erneuerbaren Energien und sozialgerechter Bodennutzung für die künftige Bauleitplanung entwickeln, um Ressourcen und Lebensqualität zu schützen“.

Bürgermeister Sontheim stellt aber auch klar, dass durch das Ausscheiden von fünf Gemeinderäten „einige wesentliche Kompetenzen verloren gegangen“ sind. Was genau verloren gegangen ist, werde man erst feststellen, wenn die entsprechenden Themen auf die Tagesordnung kommen, sagt Gerber. Sie betont, der neue Gemeinderat müsse sich erst noch finden – was aber völlig normal sei. Mit der Stimmung ist sie zufrieden: „Es gibt nach wie vor keine Streitereien.“

So beobachtet es auch Dr. Ute Eiling-Hütig (CSU): „Die Zusammenarbeit im Gemeinderat ist genauso konstruktiv wie im alten Gremium. In der Sache lässt sich ab und zu trefflich und sehr zivilisiert diskutieren, daran hat sich nichts geändert.“ Bei den Neulingen erkennt sie „den Willen und die Energie, sich für die Belange der Gemeinde mit ihrem Wissen und ihrer Erfahrung bestmöglich einzusetzen“.

Thema Bundeswehr sorgt immer wieder für Ärger

Auch in Zeiten strenger Corona-Beschränkungen haben sich in Feldafing Dinge bewegt: Die Untersuchung sämtlicher möglicher Standorte fürs neue Feuerwehrhaus wurde in Auftrag gegeben. Zur Verbesserung der Ortsmitte wurde eine Sanierungssatzung vorbereitet.

Das Thema Bundeswehr und ihr immer wieder verschobener Abzug aus Feldafing kommt in den öffentlichen Sitzungen selten zur Sprache. Dafür sorgt es oft für Ärger, zuletzt im Juli: Staatssekretär Peter Tauber hatte bei einem Besuch am Starnberger See betont, es gebe „viele gute Gründe“ für den Verbleib der Bundeswehr. Sontheim reagierte empört und kündigte an, der Bundeswehr künftig keine Baugenehmigungen mehr zu erteilen.

Der Bürgermeister, Ute Eiling-Hütig und Maximiliane Gerber verweisen bei diesem Thema darauf, dass im Frühjahr 2021 eine endgültige Entscheidung zur Zukunft des Geländes der Informationstechnik-Schule fallen soll. Anton Maier findet: „Eine moderne, nachhaltig umgebaute und den Anforderungen der Digitalisierung entsprechende Fernmeldeschule der Bundeswehr mit der für die Mitarbeiter erforderlichen Infrastruktur ist für die Gemeinde eine Bereicherung.“

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