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Buckelpiste: Am Bahnhof See in Starnberg ist schon etwas Schnee weggetaut. Einfach zu begehen ist der Bahnsteig aber nicht. 

Bahn verteidigt sich

Viel Schnee, viel Ärger am Bahnsteig: Wenn der Sicherheitsstreifen zum Zufluchtsort wird

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  • Sandra Sedlmaier
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Viel Schnee, wenig Platz: Die Situation an den Bahnsteigen im Landkreis ist dieser Tage für viele Zugfahrer ein großes Ärgernis. Ein Bahnsprecher bittet angesichts der zurückliegenden Katastrophenfälle um Verständnis: „Wir mussten das ganze Oberland freikratzen.“

Landkreis – Ein Windstoß, ein Rempler oder ein Ausrutscher können verheerende Folgen haben: Deshalb sollte der Sicherheitsstreifen an Bahngleisen nicht übertreten werden. In Sicherheit fühlen sich viele Menschen aus dem Landkreis an den Bahnsteigen derzeit nicht gerade. An einigen ist der Bereich um die weiße Linie sogar der einzige, der problemlos begehbar ist. Das berichten mehrere Zugfahrer der Redaktion per Facebook – explizit nennen sie die Bahnsteige in Starnberg, Feldafing, Tutzing, Weßling und Gilching.

Svenja Beck schreibt über den Starnberger Bahnhof Nord: „Es ist sehr schlecht geräumt. Mann muss so aufpassen, dass man nicht rutscht, weil alles komplett vereist ist. Am Mittwoch waren ältere Leute vor mir – die sind im Gänsemarsch gegangen. Lebensgefährlich find ich das.“

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Für eine andere Frau ist die Situation in Feldafing „die reinste Katastrophe. Ein vereistes, freies Stück bis zum Sicherheitsstreifen – und der Rest ist Buckelpiste aus Eis und Schnee. Wer nicht gut zu Fuß ist, hat da richtig Pech.“ Die widrigen Verhältnisse hat auch Bürgermeister Bernhard Sontheim beobachtet. Eine Bürgerin habe sich wegen der schlechten Zustände auf dem Bahnsteig bei ihm beschwert. Eigentlich sei es in Feldafing so einfach mit dem Schneeräumen, sagt Sontheim: „Man könnte den Schnee auf die an den Bahnsteig angrenzende Wiese Richtung Parkplätze bringen. Die Lagerung wäre also kein Problem.“

Von einer Rutschpartie berichten Leser auch aus Tutzing. Bürgermeisterin Marlene Greinwald findet die Lage „nicht so dramatisch. Außer vielleicht, wenn jemand gehbehindert oder mit dem Rollstuhl unterwegs ist“. Gefährlich fand Brigitte Kremer die Gegebenheiten am Starnberger Bahnhof See gerade in der vergangenen Woche. „Nur der äußerste Rand war geräumt“, sagt die 72-Jährige, die öfter Termine in München hat. Auch gestern noch prägte eine dicke Schneeschicht den Bahnsteig, an dem Regionalzüge mit hoher Geschwindigkeit vorbeirauschen.

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In München-Solln hatten Fahrgäste vor einer Woche selbst Schaufeln mitgebracht und den S-Bahnhof freigeräumt. Zuständig dafür ist aber im gesamten Netz die Deutsche Bahn. „Wir mussten das ganze Oberland freikratzen.“ Mit diesen Worten entschuldigt ein Bahnsprecher die Lage im Landkreis Starnberg, die aus seiner nicht „nicht allzu gravierend ist“. Man habe aber großes Verständnis für Menschen, die sich ärgern, „nicht den gewohnten Komfort an den Bahnsteigen genießen zu können“. Der Sprecher betont, dass externe Firmen mit rund 500 Kräften rund um die Uhr für die Bahn Winterdienst im S-Bahn-Bereich leisten. „Aber sie können nicht überall gleichzeitig sein.“

Wegen der Tage mit heftigen Schneefällen in der vergangenen Woche sei man etwas in Verzug. „Wir konnten nicht so viel wegräumen wie es geschneit hat. Und der Schnee am Bahnsteig muss ja auch abtransportiert werden.“ Darüber hinaus dürfe man nicht erwarten, dass dort in dem Maße wie vor dem eigenen Haus geräumt werde.

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