Der Biergarten der „Alten Linde“ in Wieling mit Sonnenschirmen und Infotafeln.
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Idyll in Wieling: Der Biergarten der „Alten Linde“ bietet bayerische und italienische Küche. Der Eigentümer des Hotels plant nebenan ein Einfamilienhaus.

Bauvorhaben bei der „Alten Linde“ in Wieling

Verwirrung um Wohnhaus im Biergarten

  • vonSandra Sedlmaier
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Ein Einfamilienhaus im Biergarten der „Alten Linde“ in Wieling: Dieser Bauantrag hat den Feldafinger Bauausschuss etwas verunsichert. Nach Meinung des „Linde“-Eigentümers ist ausreichend Platz.

Wieling – „Neubau eines Einfamilienhauses mit Einliegerwohnung und Doppelgarage, Wieling 5b“, stand als Punkt 5 auf der Tagesordnung der Bauausschusssitzung am Dienstagabend. Das Vorhaben ist nicht klein: Auf einer Fläche von 16 x 10,5 Meter sollen zwei Vollgeschosse und ein ausgebautes Geschoss unter dem Satteldach entstehen. Und wie sich die Lage am Dienstagabend präsentierte, ist der Standort des neuen Hauses der Biergarten des Hotels „Alte Linde“ in Wieling.

Das fragliche Flurstück mit der Nummer 674 umfasse Teile des Biergartens, erklärte Zweiter Bürgermeister Matthias Schremser, der die Sitzung leitete. Dann konkretisierte er: „Das ist der Biergarten.“ Eventuell sei mit dem Neubau eine Biergartennutzung nicht mehr möglich. „Deshalb ist es sinnvoller, den Antrag an den Gemeinderat weiterzuleiten“, befand er. Der Bauausschuss folgte diesem Vorschlag einstimmig. Nun soll der Gemeinderat entscheiden, wie es mit der Gastronomie in Wieling weitergehen soll.

Die ist keineswegs gefährdet, wie der Eigentümer der „Alten Linde“, Andreas Bauer, sagt. „Wir nehmen nur zwei Tische weg“, erklärt er auf Anfrage. Er ist durchaus verärgert. Er habe seine Pläne im Rathaus ausführlich vorgestellt und abgesegnet bekommen. „Im Moment hat der Biergarten 320 Sitzplätze – wann ist der jemals voll? Wenn viele Gäste da sind, sind es vielleicht 80 bis 100.“ In Absprache mit dem Pächter des Restaurants in der „Linde“ wolle er deshalb den Biergarten verkleinern und ein Haus für seinen Sohn errichten. „Der Wirt befürwortet das, weil der Wirtsgarten dann voller aussieht“, sagt Bauer. Außerdem habe der Pächter von den Bauplänen schon gewusst, als er das Lokal im Februar übernommen habe. Die Pläne habe er auch mit dem Rathaus besprochen. Bürgermeister Bernhard Sontheim, der im Urlaub ist, habe nichts dagegen gehabt.

Nachdem sein Sohn einzieht, erwartet Bauer auch keine Probleme wegen des Lärms. „Wir haben Hotelzimmer am Biergarten, da hat sich noch nie jemand beschwert, dass es zu laut ist. Auch die übrigen Nachbarn nicht.“ Geplant sei, eine begrünte Trennwand zum Wohnhaus zu errichten.

Genug Platz für den Biergarten ist laut Bauer auch, wenn das Haus gebaut wird. Das Flurstück 674 sei 1280 Quadratmeter groß. Davon entfielen rund 650 Quadratmeter auf das neue Haus. Zusammen mit Teilen der benachbarten Flurnummer, die auch noch Biergarten sei, blieben über 1000 Quadratmeter für die Gastronomie übrig.

Rein rechtlich ist der Bauantrag laut Sitzungsvorlage der Verwaltung nach Paragraf 34 Baugesetzbuch zu behandeln. Das heißt: Die umliegende Bebauung ist maßgeblich für die Größe eines Baukörpers. Nach dieser Bewertung ist der Antrag nach Auffassung des gemeindlichen Bauamts nicht genehmigungsfähig, weil eine Wand zu hoch ist. Darüber wurde jedoch gar nicht diskutiert, weil der Antrag gleich an den Gemeinderat verwiesen wurde.

Einfach ist die Sachlage jedoch nicht. Wie Stefanie Reichart vom Bauamt sagte, hat sie keine Genehmigung für die Flurnummer 674 gefunden. „Da stellt sich die Frage, ob wir eine Nutzung vorschreiben können, wenn keine Genehmigung vorliegt.“

Die langjährigen Feldafinger Gemeinderäte haben sich in der Vergangenheit öfter mit Anträgen rund um die „Alte Linde“ beschäftigt, wie Grünen-Gemeinderat Anton Maier in Erinnerung rief. „Es ging um die mögliche Ausweitung der Nutzung der Gastronomie, der Hotelnutzung oder auch um eine Wohnnutzung.“

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