+
Nur noch für ein paar Tage in Betrieb: Das Benedictus-Krankenhaus zieht demnächst vom Dr. Appelhans-Weg im Ortszentrum auf das ehemalige Kasernengelände an die Siemensstraße.

Nach Wegzug von Benedictus-Krankenhaus

Wohnungen, Villa oder Schloss? Was tun mit altem Klinikgelände?

Durch den Wegzug des Benedictus-Krankenhauses wird in Feldafings Ortsmitte ein großes Areal frei. Was damit tun? Um erste Ideen ging es in der jüngsten Ratssitzung. Der Gemeinderat beschloss, einen Ideenwettbewerb auszuschreiben.

Feldafing – „Der Auszug der Artemed-Klinik aus dem alten Klinikgelände ist in Planung, ab Januar ist dort Leerstand“, stellte Projektentwickler Fridolin Lippens im Feldafinger Gemeinderat fest. Der Städteplaner, der sich als Spezialist für wohnwirtschaftliche Entwicklung vorstellte, ist von der Grundstückseigentümerin beauftragt worden, das Gelände zu überplanen. Eines seiner Vorzeigeobjekte ist die Umwandlung der Klinik Haar in ein Wohnviertel. Lippens war vom Feldafinger Gemeinderat eingeladen worden, um über den aktuellen Stand auf dem Feldafinger Klinikgelände am Dr. Appelhans-Weg zu informieren.

Seit Anfang des Jahres beschäftigt sich Lippens mit dem Projekt. Im Juli gab es erste Gespräche mit dem Rathaus. Es waren also nicht mehr als erste Gedankenspiele und Ziele, was auf dem alten Klinikgelände entstehen könnte, die er den Räten unterbreitete. Demnach bietet das über 15 000 Quadratmeter große Gelände mit 9500 Quadratmeter Nutzfläche Platz für etwa 7500 Quadratmeter neue Wohnfläche. Mit einer Erhöhung der Geschossflächenzahl von 0,6 auf 1,0 könnten zusätzlich 4900 Quadratmeter Wohnfläche entstehen, davon wären 30 Prozent als sozialer Wohnraum denkbar. Der Seeblick und ein „phänomenaler Baumbestand“, der unbedingt erhalten werden sollte, ermöglichten allerdings auch eine Bebauung mit Villen oder einem „Schloss“ mit bis zu 240 möglichen Tiefgaragenparkplätzen.

„Die Genehmigungsreife ist nicht vor 2021 zu erwarten“

Um zügig voranzukommen, empfahl Lippens parallel zur Konzeptentwicklung die Erstellung eines Bebauungsplans. „Die Genehmigungsreife ist nicht vor 2021 zu erwarten“, sagte er. Zur Erschließung des Geländes empfahl er eine Zufahrt über die Possenhofener Straße.

Aktuell gibt es einen rechtskräftigen Bebauungsplan, der aber laut Bürgermeister Bernhard Sontheim nicht mehr zeitgemäß sei. Er definiert das Gebiet als allgemeines Wohngebiet, nicht als Klinikgelände – das heißt, es gibt Baurecht in der Größe der jetzigen Klinik. Wenn der Gemeinderat das Baurecht vergrößert, gibt ihm das Verhandlungsspielraum für bezahlbaren Wohnraum. „Wir brauchen Wohnungen für Normalverdiener. Das ist die Aufgabe der Gemeinde“, sagte Sontheim und erinnerte an das vorhandene städtebauliche Konzept des Planers Hartmut Schließer. Darin ist die Freistellung der ViIla Maria vorgesehen und ein Feuerwehrhaus im Ort, nicht auf dem Konversionsgelände. 

Wenn man das Klinikgelände überplant, könnte man das Plangebiet vergrößern und bis zum Kirchplatz überplanen – inklusive Villa Maria, ein neu zu errichtendes Restaurant und eben Wohnraum auf dem Klinikgelände, so Sontheim. Wie das alles in Einklang gebracht werden könnte, soll nun ein Ideenwettbewerb ermitteln, der vermutlich europaweit ausgeschrieben werden muss. Tom Schuierer (AUF) begrüßte einen Wettbewerb, wenn er von der Gemeinde ausgelobt werde. „Wir müssen Herr des Verfahrens sein“, betonte er. So sieht es auch Sontheim. Der Bürgermeister kündigte an, dass der Gemeinderat Anfang nächsten Jahres den Wettbewerb auf den Weg bringen werde.

Astrid Amelungse-Kurth

Lesen Sie auch:

Das Starnberger Brauhaus ist schon seit Monaten auf der Suche nach einem neuen Produktionsgelände. Nun sind sie im Gewerbegebiet Wieling fündig geworden. Der Gemeinderat traf erste Vorbereitungen für den Umzug.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Einer fürs Rathaus und vier Frauen
Die Berger CSU hat Robert Schmid zu ihrem Bürgermeisterkandidaten gewählt. Die Liste für den Gemeinderat wartet mit vielen jungen Kandidaten und vier Frauen auf.
Einer fürs Rathaus und vier Frauen
Endstation Baum: Auto rast durch Vorgarten
Eine Autofahrerin hat am Samstag in Herrsching die Kontrolle über ihr Auto verloren und ist durch einen Vorgarten an der Luitpoldstraße gerast. Verletzt wurde zum Glück …
Endstation Baum: Auto rast durch Vorgarten
„Die jüngste Über-100-Jährige“
Der Seniorenchor des Rot-Kreuz-Seniorenhauses in Gilching bringt seiner „jüngsten 100-Jährigen“ ein Ständchen zum Geburtstag.
„Die jüngste Über-100-Jährige“
Wörthsees Sorgenkind ist der Verkehr
Wo drückt die Wörthseer der Schuh? Was bewerten sie am besten? Die CSU hatte die Bürger aufgefordert, im Rahmen einer Umfrage ihre Bewertungen abzugeben. Erste …
Wörthsees Sorgenkind ist der Verkehr

Kommentare