Das Feldafinger Bücherei-Team stellt sich neu auf: Dorothea Tauche und Leiterin Annemarie Held (v.l.) gehen in den Ruhestand, neue Chefin wird die Literaturwissenschaftlerin Anne-Kathrein Eitelwein.
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Das Feldafinger Bücherei-Team stellt sich neu auf: Dorothea Tauche und Leiterin Annemarie Held (v.l.) gehen in den Ruhestand, neue Chefin wird die Literaturwissenschaftlerin Anne-Kathrein Eitelwein.

Annemarie Held geht in den Ruhestand

Bücherei Feldafing: Wechsel an der Spitze

  • vonSandra Sedlmaier
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In der Gemeindebücherei Feldafing findet ein Generationenwechsel statt. Leiterin Annemarie Held geht nach 20 Jahren an der Spitze der Einrichtung in den Ruhestand. Die neue Chefin wird Anne-Kathrein Eitelwein.

Feldafing – Eigentlich gehört Annemarie Held zum Inventar in der Feldafinger Gemeindebücherei am Schluchtweg. Seit 24 Jahren arbeitet sie dort, seit 20 Jahren ist sie die Chefin. Ihr Arbeitsleben hat die gelernte Versicherungskauffrau der Gemeinde Feldafing gewidmet: 40 Jahre war sie im Rathaus angestellt. Zunächst als Vorzimmerdame des damaligen Bürgermeisters Klaus Buchheim, später in der Bücherei. Nun geht sie zum 1. März in den Ruhestand. Fast zeitgleich mit Held geht auch ihre langjährige Kollegin Dorothea Tauche in Ruhestand. Die Nachfolgerinnen stehen fest: Die Büchereileitung übernimmt Anne-Kathrein Eitelwein, die seit vier Jahren als Aushilfe in der Bücherei arbeitet. Als weitere Kraft wurde Sabine Kohse eingestellt. Den Job der Aushilfe übernehmen künftig die Damen Held und Tauche.

Annemarie Held hat in den Jahren ihrer Tätigkeit einen strukturellen Wandel im Bibliothekswesen erlebt. „Als ich 1995 kam, hatten wir noch Karteikarten“, erzählt sie. Unmittelbar anschließend kam die Umstellung auf Computer. Erst für die Mitarbeiter der Bücherei, inzwischen können die Nutzer ihre Daten selbst über das System Webopac verwalten. Held hat erlebt, dass die DVDs als elektronische Medien kommen, und registriert, dass sie im Abschwung sind. „Die Leute haben Streamingdienste, wir verleihen nur noch ein paar DVDs.“

Der Arbeitsplatz war schön, die Menschen freundlich. „Jeder, der zu uns kam, war nett“, erinnert sie sich. Nur bei verloren gegangenen Büchern hätten die Leute oft gelogen. „Jeder hat immer versichert, er habe es abgegeben – das war nie der Fall. Irgendwann haben sie es dann gefunden.“

Die neue Chefin Anne-Kathrein Eitelwein hat Literaturwissenschaften studiert, war dann bei ihren drei Kindern zu Hause und freut sich, dass sie nun diese Aufgabe wahrnehmen darf. „Das ist ein Riesenglück“, sagt die Feldafingerin, die eine Halbtagsstelle bekleiden wird. Ändern möchte sie zunächst nichts. Sie will versuchen, die Jugend wieder mehr in die Bücherei zu bringen. „Wir sollten noch mehr Fantasy-Reihen für die Jugendlichen anbieten.“ Und den Hörbuch-Bereich für Erwachsene will sie ausbauen. Doch zunächst gelte es, die Corona-Zeit zu überwinden.

Annemarie Held ist höchst zufrieden mit ihrer Nachfolge. „Ein Glücksfall“, sagt sie. Die 63-Jährige bleibt der Bücherei erhalten, zunächst als Aushilfe und natürlich immer als Nutzerin. „Es gibt so viele Bücher bei uns, die ich lesen möchte. Aber dann nehme ich doch immer nur die Neuerscheinungen.“ Sie weiß: Das machen viele ihrer Kunden so.

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