Feuerwehr Gilching

Ehrenamtliche fordern mehr Platz

Gilching - Die Feuerwehr Gilching hat Sorgen, weil sie zu wenig Platz hat. Besserung ist so schnell nicht in Sicht. Dabei hatten die Ehrenamtlichen 2015 so viele Einsätze wie nie.

Mehr Wohnbebauung und Betreuungseinrichtungen für Kinder und Senioren, ein zusätzliches Gewerbegebiet, ein großes Hotel und das neue Rathaus – Gilching wächst rasant und die Aufgaben der örtlichen Freiwilligen Feuerwehr ebenso. Dabei platzt das Feuerwehr-Gerätehaus heute schon aus allen Nähten. Doch ein Neubau steht wegen der schmalen Kasse derzeit nicht auf der Prioritätenliste der Gemeinde – was die Ehrenamtlichen wenig begeistert.

Bei der Jahreshauptversammlung des Vereins am Freitag machte Vorsitzender Johann Müller seinem Ärger Luft: „Bei allem Verständnis für die finanziell angespannte Lage würde ich mir von der Gemeinde wünschen, den Bau eines neuen Feuerwehr-Gerätehauses ganz oben ihre Prioritätenliste zu setzen.“ Die Gemeinde solle ihre Pflichtaufgabe ernstnehmen und „einen Neubau in einem zeitlich vertretbaren Zeitraum auf den Weg bringen“. Einen Aufnahmestopp für aktive Feuerwehrdienstleistende oder den Nachwuchs soll es trotz der prekären Lage nicht geben. „Das können wir uns nicht leisten“, betonte Johann Müller, die Aufgabenerweiterung im Blick.

Bürgermeister: Feuerwehrhaus muss warten

„Ich kann die Enttäuschung verstehen“, erwiderte Bürgermeister Manfred Walter. Trotzdem bat er die 60 anwesenden Vereinsmitglieder um Geduld: „Bei den vielen finanziellen Verpflichtungen sehe ich, dass das neue Feuerwehrhaus warten muss.“ Gilching brauche ein neues Haus, aber es könnten nicht alle Projekte gleichzeitig finanziert werden. „Wir verstehen, dass man Prioritäten setzen muss“, meinte Müller. Doch der 196 Mitglieder zählende Verein will das Neubau-Ziel weiterhin fest im Auge behalten, damit es nicht in der Schublade verschwindet.

Neben den in Verzug geratenen Zukunftsplänen waren die Aktivitäten der 99 Feuerwehrler im vergangenen Jahr Thema der Versammlung. Mit dem Engagement der stetig wachsenden Einsatztruppe und ambitionierten Jugendfeuerwehr ist Kommandant Robert Strobl sehr zufrieden. Einsätze gab es im Jahr 2015 so viele wie nie: 221 insgesamt, darunter 34 Brandeinsätze und 166 Technische Hilfeleistungen, allein 70 Sturmeinsätze im März. Inklusive Übungsstunden und Arbeitsdienst, Aus- und Fortbildungen investierten Feuerwehrfrauen und -männer 11 585 Stunden ehrenamtliche Arbeit.

Dass Tradition und Moderne ihren Platz in der Gilchinger Feuerwehr haben, zeigen die Ehrungen: Anton Metz ist seit 75 Jahren Mitglied; 60 Jahre Mitgliedschaft vorweisen können Josef Bader und Friedl Krischke, 57 Jahre war er zudem Schriftführer des Vereins. 50 Jahre ist der langjährige Gruppenführer Franz Jakob dabei. Für 40-jähriges Engagement wurden Manfred Hofko, Herrmann Högner, Franz-Xaver Keil, Hubert Meßner, Wolfgang Ruf und Thomas Sterr geehrt, Stefan Seidel für 25 Jahre aktive Mitgliedschaft.

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