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Vorsitzender Johann Müller und Kommandant Robert Strobl zeichneten Christian Kreisl und Michael Fenz (seine Urkunde nahm Sohn Andreas entgegen, von oben links im Uhrzeigersinn) für 25 Jahre Mitgliedschaft aus.

Jahres- und Dienstversammlung

Feuerwehr vor großen Herausforderungen

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Ein anstrengendes, aber erfolgreiches Jahr liegt hinter den Kameraden der freiwilligen Feuerwehr in Gilching. Jetzt zogen sie Bilanz.

Gilching – Punkt 18.44 Uhr am Donnerstag war es so weit: Die Gemeinde Gilching registrierte Einwohner Nummer 19 000. Warum Bürgermeister Manfred Walter das ausgerechnet bei der Jahreshauptversammlung des Gilchinger Feuerwehrvereins und der Dienstversammlung der Einsatzabteilung am Freitagabend im Gasthof Widmann sagte? Nun: Mehr Menschen und mehr Gebäude, dazu auch noch mehr Gewerbe bedeuten für die Brandschützer potenziell mehr Arbeit.

Wohl keine andere Feuerwehr im Landkreis dürfte deswegen vor solchen Herausforderungen stehen wie die Gilchinger Brandschützer. 171 Einsätze fuhren sie bereits im vergangenen Jahr, berichtete Kommandant Robert Strobl. Das entsprach im Vergleich zum Jahr davor – bereinigt um die Zahlen durch Orkan Niklas – einem Anstieg von gut 15 Prozent. „Auch wir werden die Zahl 200 bald knacken“, ist sich der Kommandant sicher.

Dabei handelt es sich ausschließlich um Brände, technische Hilfeleistungen, Brandsicherheitswachen und einige wenige sonstige Einsätze. First-Responder-Einsätze, also die Erstversorgung von Patienten, die bei vielen anderen Feuerwehren die Statistik nach oben schrauben, übernehmen in Gilching die „Helfer vor Ort“ der BRK-Bereitschaft.

„Wir stehen vor großen Herausforderungen“, sagte Strobl im Gespräch mit dem Starnberger Merkur. „Das macht sehr viel Arbeit, aber auch sehr viel Spaß, weil die Zusammenarbeit mit der Gemeinde sehr gut funktioniert.“

Große Neubauten stellen ganz andere Anforderungen

Neben dem Anstieg der Zahl der Wohngebäude steigt auch in Gilching die Zahl der besonderen Gebäude, die an die Feuerwehr spezielle Anforderungen stellen: Das neue Rathaus etwa, die zahlreichen Kindergärten, das im Bau befindliche Pflegeheim an der Weßlinger Straße mit 72 Plätzen, das geplante Hotel an der Landsberger Straße mit 100 Betten, neue Gewerbeobjekte mit hohem Technik-Anteil, zählten Walter und Strobl auf. „Das hat sich in den letzten 20 Jahren stark verändert“, sagte der Bürgermeister. Hinzu kommt die stark gestiegene Zahl von Brandmeldeanlagen und von privaten Rauchmeldern. Gerade letztere „werden uns in ein paar Jahren richtig Probleme machen“, sagt Strobl und befürchtet ansteigende Fehlalarm-Zahlen, wenn die Melder in die Jahre kommen und an Zuverlässigkeit einbüßen.

Dazu kommt noch eine weitere Herausforderung: der Ausbau der A 96 auf sechs Spuren. Die Gilchinger Feuerwehr ist in Richtung München für den Autobahnabschnitt zwischen Oberpfaffenhofen und Germering, in Richtung Lindau für das Stück zwischen Argelsried und Wörthsee zuständig.

Die Frage, die sich während der mehrjährigen Bauarbeiten stellt: Wie kommen die Retter bei einem Unfall auf der Autobahn möglichst schnell zum Einsatzort, wenn die Fahrspuren so verengt sind, dass keine Rettungsgasse mehr möglich ist? „Das wird ein heißes Thema“, sagte Kreisbrandinspektor Dieter Hofer am Freitagabend. „Die Anfahrten werden problematisch. Da braucht es einen guten Plan.“ Erste Gespräche diesbezüglich wird es am heutigen Montag geben, wenn sich Vertreter der Feuerwehren aus Gilching, Geisenbrunn, Unterpfaffenhofen und Oberpfaffenhofen mit Fachleuten der Kreisbrandinspektion, der Polizei und der Autobahndirektion zusammensetzen.

Besser als Starnberg und Tutzing

Gewappnet sind Gilchings Brandschützer. Die derzeit 81 aktiven Feuerwehrleute – darunter fünf Frauen – sind gut ausgebildet. Die Tagesalarmstärke von mindestens 20 Kräften sucht im Landkreis ihresgleichen. „Da kommen selbst Starnberg und Tutzing nicht mit“, betonte Hofer, während Kommandant Strobl das Engagement seiner Leute und das Entgegenkommen der Arbeitgeber lobte, zu denen auch der gemeindeeigenen Bauhof gehört. Und die Ausrückzeit (also die Zeit, innerhalb der die Kräfte nach einer Alarmierung umgezogen und fertig in den Fahrzeugen sitzen) sei mit drei Minuten „spitze“, stellte der Kreisbrandinspektor heraus.

„Es ist ein starkes Fundament, das gelegt ist“, sagte Bürgermeister Walter. Ein Fundament, auf dem Gilchings Feuerwehr die wachsenden Herausforderungen der nächsten Jahre wird meistern müssen.

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