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Eine neue Errungenschaft: Walter Feigl (l.) und Georg Scheitz präsentierten ein Ehren-Diplom aus dem Jahr 1899.

Feuerwehrmuseum

Viel Herz für Feuerwehr-Raritäten

Erling - Raritäten für das Feuerwehrmuseum in Erling-Andechs: Die Begeisterung, dafür in den Archiven zu graben, ist ungebrochen. 

Das konnten Walter Feigl und Georg Scheitz vom Museums-Verein bei der Jahresversammlung versichern. Auch bei den Vorstandswahlen änderte sich wenig: Hubert Ketterl ist neuer Schriftführer, ansonsten bleibt alles beim Alten.

 Es gehört schon eine gehörige Portion Leidenschaft dazu, seine Freizeit nicht nur in den aktiven Dienst der Freiwilligen Feuerwehr Erling-Andechs zu stellen, sondern auch in deren Historie zu investieren. Auf Initiative von Walter Feigl wurde 2009 im ehemaligen Bauhof das Museum eingerichtet. Es wunderte auch nicht, dass sich der Erlinger zudem für das Amt des Museums-Direktors zur Verfügung stellte. Als es dann 2013 um den Erhalt eines ausrangierten Tanklöschfahrzeuges, Baujahr 1976, ging, kam die Idee auf, einen Verein zu gründen. „Das Fahrzeug hat Seltenheitswert und muss weiterhin gepflegt und gehegt und auch gelegentlich gefahren werden, damit es fahrtüchtig bleibt. Dafür brauchen wir Mitgliedsbeiträge und Spenden. Das geht halt nur, wenn man einen Verein gründet“, erklärt Feigl. 

Getreu dem Motto „mühsam nährt sich das Eichhörnchen“, wachsen der Verein und auch das Spendenaufkommen. „Ganz narrisch haben wir uns gefreut, als nach einer Fernsehsendung im TV München über uns ein anonymer Brief mit einer Spende über 500 Euro als Unterstützung für unser Engagement kam“, sagt Feigl. Schaut man sich im Innern des kleinen Museums um, scheint die Zeit stehengeblieben zu sein. Neben einer historischen Spritze, die kürzlich für 970 Euro bei Ebay ersteigert wurde, alten Ledereimern, Feuerwehrhelmen, porösen Schläuchen, Auszeichnungen, Laternen und vergilbten Zeitungsausschnitten findet sich neuerdings auch ein Gemälde von Frater Lambert, gestiftet von einer Andechser Familie. Wie berichtet, starb der Andechser Mönch im November 2012 im Alter von 56 Jahren. Zu Lebzeiten war er ein großer Gönner der Freiwilligen Feuerwehr, tat aktiv Dienst und betreute in seiner Freizeit den Nachwuchs. „Auch wenn er nicht mehr unter uns ist, es ist oft so, als sitze er bei uns am Tisch und diskutiere noch eifrig mit“, sagt Georg Scheitz. 

Eine weitere Rarität ist ein überdimensionales Ehren-Diplom, das dem Erlinger Mathias Scholl am 15. Mai 1899 für „15-jährige pflichteifrige Feuerwehrdienstleistung“ ausgehändigt wurde. Scheitz: „Das Diplom wurde uns kürzlich durch die Nachfahren des Geehrten überlassen. Ohne solche Spenden würde vieles in Vergessenheit geraten.“ Außerhalb des an einem Hang liegenden Gebäudes brachten Vereinsmitglieder eine Naturmauer mit einem kleinen Dach und einer Nische für sechs historische Hydranten an. „Bisher waren es alte Telefonmasten, die zum Abstützen des Erdreichs gedacht waren. Die sind aber im Laufe der Jahre morsch geworden“, erklärt Feigl. Wer Mitglied im Verein werden oder sich für eine Führung anmelden will: Infos gibt es unter (0 81 52) 18 92.

ph

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