Flüchtlingszahlen

Kreis bleibt bei seiner Prognose

Starnberg - Trotz derzeit niedriger Flüchtlingszahlen geht der Landkreis Starnberg davon aus, dass er alle geplanten Unterkünfte benötigen wird.

In den kommenden Wochen muss der Landkreis weit weniger Flüchtlinge und Asylbewerber aufnehmen als noch vor wenigen Wochen angenommen. Derzeit sind es 35 pro Woche, noch vor einigen Monaten waren es 53. Als Entspannung betrachtet das Landratsamt das nicht – es werde nicht so bleiben, erklärt Kreissprecher Stefan Diebl. Künftig werden die Aufnahmequoten der Landkreise monatlich neu festgelegt. Für die nächsten Wochen erwartet das Landratsamt eine weitere Reduzierung auf unter 30 Personen pro Woche, was allerdings aufs Jahr gesehen eher eine Ausnahme sein dürfte.

Die offiziellen Schätzungen gingen von rund einer Million Flüchtlinge in 2016 aus, sagt Diebl – so wie 2015. Daher könne der Landkreis wegen der bekannten Verteilungsschlüssel ungefähr errechnen, wie viele er aufnehmen muss. Darauf sind auch alle Planungen für Leichtbauhallen, Containeranlagen und anderes abgestimmt. Der Kreis bleibt bei der Prognose von rund 4000 Personen am Jahresende – derzeit sind es knapp unter 2000. „Wir ändern nichts“, sagt der Sprecher, denn der Kreis erwartet mit besserem Wetter ab Frühjahr höhere Zuweisungen. Auch Anfang 2015 seien die Zahlen deutlich niedriger gelegen – bei 25, Mitte des Jahres bei 38 und 44. Der Kreis bremst sein Unterkunftsprogramm auch aus anderen Gründen nicht: Er muss wohl eines, eventuell zwei Zeltlager noch heuer auflösen, weil es mit Tutzing und Pöcking so vereinbart ist. Dafür braucht der Kreis allein rund 260 Plätze. Eine Lösung sind Leichtbauhallen, von denen vier bestellt sind. Nach dem Scheitern der Hallenpläne in Starnberg werde ein neues Grundstück gesucht. Für Gauting (Bau beginnt bald) und Höhenrain (noch kein Zeitplan) liegen Beschlüsse vor.

Die Gemeinde Gilching prüft noch mögliche Grundstücke. Unterdessen hat der Landkreis, der die aktuellen Zahlen laufend unter www.lk-starnberg.de veröffentlicht, den Berechnungsmodus geändert. Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge werden nun nicht mehr den einzelnen Gemeinden zugerechnet, sondern als eigener Punkt geführt. Das führt dazu, dass Vergleiche mit früheren Monaten kräftig hinken. Für Gilching gilt dies sowieso: Im Januar war die Rathaushalle noch belegt, die inzwischen geräumt wurde.

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