Anne Franke sieht gesundheitlicheRisiken. Foto: fkn

Franke: Strahlung zu hoch

Gauting - Grünen-Gemeinderätin Anne Franke spricht sich gegen die Aufstellung des BOS-Funkmasten aus, weil er gesundheitsschädlich sei - Gemeinderat winkt dennoch den Antrag durch.

Schwer tat sich Grünen-Gemeinderätin und Landtagsabgeordnete Anne Franke mit dem beantragten Funkmast für den Behörden-Digitalfunk (BOS) in Oberbrunn. Die Funkgeräte, die Feuerwehr und Polizei-Beamte verwenden, strahlten in einem zu hohen Bereich, warnte Franke im Gautinger Bauausschuss.

Aus London wisse man, dass diese ständig strahlende Tetratechnik bei den Einsatzkräften Krebs und Bluthochdruck auslöse. Für Bewohner sei das zwar weniger gefährlich, es sei denn, sie würden waagerecht bestrahlt, erläuterte die Grünen-Politikerin. Zudem strahlen Tetratechnik-Geräte im Gegensatz zum Analog-Funk, der nur in Betrieb geht, wenn er benötigt wird, ständig. „Zum Schutz der Feuerwehrleute“ wolle ihre Fraktion im Landtag ein Moratorium beantragen, bis maßgebliche Studien verglichen sind. Denn laut Staatsregierung sei BOS ungefährlich, aber mit Restrisiko behaftet.

Andere Gutachten bewerteten Tetratechnik hingegen als hoch gefährlich. Für die Entscheidung, ob BOS in Bayern weiter ausgebaut wird, benötige man voraussichtlich ein Schlichter-Gutachten wie im Fall „Stuttgart 21“. Weil das System obendrein ständig ausfalle, wurde in München der Probebetrieb bereits eingestellt. Die Schweiz und Frankreich hätten beispielsweise bereits auf andere Funktechniken umgestellt.

„Wenn 100 Gemeinden Nein sagen, können gesundheitsgefährdende BOS nicht landesweit eingeführt werden“, zitierte die Gautinger Grüne den CSU-Innenstaatssekretär Gerhard Eck. 72 Kommunen in Bayern hätten bereits Standorte auf ihrem Hoheits-Gebiet abgelehnt.

„Wir sind hier im Gautinger Bauausschuss“, erinnerte Eva-Maria Klinger (CSU). Da der beantragte 40 Meter hohe Mast nicht mitten in Oberbrunn, sondern an der Hochstadter Straße 22 stehe, „sollten wir zustimmen“, so Klinger. Über die Grundsatz-Problematik „können wir eh nicht entscheiden“, pflichtete Bürgermeisterin Brigitte Servatius Klinger bei. Sie nimmt an, dass BOS nicht flächendeckend kommt. Der Oberbrunner Standort liege zudem im Wald. Außer Anne Franke und Beatrice Cosmovici (Grüne) befürwortete das Rest-Gremium den BOS-Mast mit Basisstation und Schutzdach.

Von Christine Cless-Wesle

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