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Auf dem Rad ließen sich theoretisch schon heute zahlreiche Wege schnell und umweltfreundlich erledigen. 

Alltagsradwegenetz

Freie Bahn für Pöckinger Radfahrer

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Pöcking – 300 Seiten stark ist das Alltagsradwegekonzept, welches der Kreistag unlängst verabschiedete. Jetzt geht es daran, das Konzept umzusetzen. Pöcking ist wie immer ganz vorn dabei.

Bürgermeister Rainer Schnitzler stellte gleich zu Beginn der Debatte im Bau- und Umweltausschuss der Gemeinde Pöcking klar: „Ein Alltagsradweg soll vor allem dazu dienen, möglichst schnell und sicher ans Ziel zu kommen.“ Während es bei touristischen Radwegen darum gehe, den Besuchern die Schönheit des Fünfseenlandes zu präsentieren und man deswegen einen kleinen Umweg gern in Kauf nimmt, sieht es im Alltagsgebrauch ganz anders aus.

Wer täglich mit dem (Elektro-)Fahrrad zur Arbeit oder zum Einkaufen unterwegs ist, der wählt den kürzesten Weg. Um mehr Bewohner des Landkreises dazu zu bewegen, das Auto in der Garage zu lassen und sich auf den Drahtesel zu schwingen, hat der Landkreis das Alltagsradwegekonzept erarbeiten lassen. Auf rund 300 Seiten werden dabei unter anderem auch alle Stellen im Landkreis aufgeführt, an denen Handlungsbedarf besteht.

Die Pöckinger, die ohnehin mit Feuereifer in Sachen Klimaschutz unterwegs sind, nahmen ihre Problem-Radstellen am Montagabend im Bau- und Umweltausschuss unter die Lupe. Zuvor gab es aber erst einmal ein Lob vom Bürgermeister: „Mit dem Bau der Ortsumgehung wurde auch ein straßenbegleitender Radweg geschaffen, auf dem man sicher und bequem nach Starnberg kommt“, sagte er.

Ganz anders sehe es allerdings unten am See aus. Gleich vier brisante Stellen haben die Radwegplaner hier ausgemacht. Besonders dringlich ist die Situation in der Kurt-Stieler-Straße zwischen der Jugendherberge Possenhofen und dem La Villa. Hier trifft auf 1,7 Kilometern Länge eine außergewöhnlich hohe Verkehrsbelastung auf die komplette Abwesenheit eines Geh- und Radweges. „Endlich!“ rief Wolfram Staufenberg aus, als das Thema zur Sprache kam. Seit Jahren überlege man, wie man an dieser Stelle Radfahrer schützen könne. Jetzt biete sich durch das Konzept und in Aussicht gestellte Fördermittel die Möglichkeit, das anzugehen. „Lebensgefährlich“ sei es, hier auf dem Rad unterwegs zu sein, pflichtete ihm Sabine Stolicka bei. Stefan Bäuerle, der bei der Gemeinde für die Themen Umwelt, Energie und Mobilität zuständig ist, soll in Verhandlungen mit den Grundstückseigentümern eintreten, die einen Streifen für Geh- und Radweg an die Gemeinde verkaufen müssten.

Ähnlich dringend sieht die Lage in der Ferdinand-von-Miller-Straße und am Oberen Seeweg aus. In der Hindenburgstraße soll sich derweil schon im März etwas tun. Wenn der Verkehrsplaner der Gemeinde keine Einwände hat, soll hier bereits in wenigen Monaten ein Radschutzstreifen markiert werden, meinte Bürgermeister Rainer Schnitzler. Auf rund 16 000 Euro werden die Kosten dafür geschätzt. Zum Vergleich: Der Landkreis will im kommenden Jahr insgesamt 40 000 Euro für den Ausbau des Alltagsradwegenetzes ausgeben. Die für Radler gefährliche Fahrbahnoberfläche auf dem Raiffeisenplatz soll im Zuge dessen Umgestaltung erneuert werden. Andere im Katalog vorgeschlagene Maßnahmen erschienen dem Ausschuss derweil nicht recht sinnvoll: Die Asphaltierung des Forstweges zwischen Rothenfeld und dem Andechser Weg beispielsweise. Und auch der Bau einer Fuß- und Radwegbrücke über die ST 2563, um gefahrlos von Starnberg nach Maising zu kommen, ist angesichts zu erwartender Kosten von rund 600 000 Euro so schnell sicher nicht umsetzbar. Aber Pöcking geht das Thema an.

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