Die jüngste und möglicherweise letzte Reise führte den Freundeskreis Kloster Andechs an heilige Stätten nach Israel. Eine Reise im Zeichen der Passion Christi, geletiet vom langjährigen zweiten Vorsitzenden des Freundeskreises Dr. Toni Aigner (8.v.r.) und begleitet vom Ehrenvorsitzenden Rupert Graf Strachwitz (r.).

Kloster Andechs

Umbruchstimmung beim Freundeskreis 

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Andechs  - Es ist ruhig geworden um den früher so agilen Freundeskreis Kloster Andechs. Nun wurde die letzte Reise gestartet und mit Band 7 der vorerst letzte Band der Edition Andechs aufgelegt. Der neue Vorstand hat aber neue Ideen, die er im 30. Jahr des Bestehens präsentieren will.

Der Freundeskreis Kloster Andechs war für den Heiligen Berg von großer Bedeutung – in den 1980er Jahren, um ihn zu kultivieren, in den 1990er Jahren, um die Andechser Geschichte aufzuarbeiten und nicht zuletzt Anfang des neuen Jahrtausends, um die neue Orgel zu finanzieren. Es gab immer eine Aufgabe. Nach 30 Jahren wirkt der Verein verloren. Der neue Vorstand hat dies erkannt, hat erkannt, dass „es nicht mehr funktioniert“, gesteht der Vorsitzende Nikolaus Neumaier. Aber es gibt Ideen. „Wir arbeiten an einen inhaltlichen Umbruch.“ Gleichwohl war es möglicherweise die letzte Reise des Freundeskreises, auf die er sich Ende Februar begab. Eine Pilgerreise, die 18 Teilnehmer nach Israel führte. Eine Reise im Zeichen der Passion Christi mit dem Besuch der Grabeskirche und des Benedektinerkloster Dormitio, der Ort, an dem Jesus seinen Jüngern die Füße wusch. Wie St. Bonifaz sein Priorat Andechs unterhält, hat auch Dormitio ein Priorat, Tabgha am See Genesareth. Auch dort gab es einen Halt und eine eindrückliche Fahrt über diesen so legendären See.

Für Dr. Toni Aigner ist es keine Frage, „diese Reise war der Höhepunkt“. Es spricht von „tiefgehenden Begegnungen, von denen wir alle etwas mitgenommen haben“. An Kraftorten der Christenheit. Der evangelische Pfarrer Andreas Hildmann aus Tutzing begleitete die Reisegruppe nicht allein als Mitglied des Freundeskreises, der Theologe begleitete die Reise auch insofern, als er zu jedem Ort passende Worte fand, die dieses Erlebnis vertieften.

Aigner hatte auch die erste Reise des Freundeskreises organisiert. Sie führte 1997 in das slowenische Kamnik, auf den Spuren der Herzöge von Andechs-Meranien. Es folgten Fahrten nach Aquileja, Frankreich, Schlesien oder Eisenach – immer der Andechser Grafenfamilie auf der Spur. Später waren Rom, Trier, Istanbul und auch Prag ein Ziel.

Seit November vergangenen Jahres gehört der 78-jährige Tutzinger nicht mehr dem Vorstand des Freundeskreises an. Er fand es Zeit, sich nach 17 Jahren intensiver und zeitaufwändiger Mitarbeit in der Vorstandschaft zurückzuziehen. Der Freundeskreis verliert damit einen weiteren Motor im Vorstand. Motoren wie es der Ehrenvorsitzende Rupert Graf Strachwitz war oder Fritz David, der 2011 verstarb. „Der hat uns jeden Tag angetrieben“, erinnert sich Aigner. Unter Davids Ägide fiel zum Beispiel die Finanzierung der neuen Jann-Orgel, die 2005 in der Wallfahrtskirche eingeweiht werden konnte.

30 Jahre Freundeskreis haben auf dem Heiligen Berg Spuren hinterlassen. Das war 1986 genau so gewollt. Das war es, was den vor zehn Jahren verstorbenen Josef Othmar Zöller, Wolfgang Schüle und den damaligen Prior Anselm Bilgri geantrieben hatte. Gutes Bier, Haxn und kurze Predigten galten zu dieser Zeit als Markenzeichen. Der Fürstentrakt war nicht renoviert, im Fürstensaal gab es Volkshochschulkurse. Die genannte Troika strebte einen kulturellen Neubeginn an.

51 Personen hatten an der Gründungsversammlung teilgenommen. Eine überschaubare exklusive Runde, wie sie es lange bleiben sollte. Erst mit Rupert Graf Strachwitz öffnete sich der Freundeskreis. Unter seinem Vorsitz wuchs die Mitgliederzahl auf 300 heran.

„Wenn wir uns die Mitgliederstruktur des Freundeskreises anschauen, dann ist die sehr gemischt. Das geht von Münchner Hochschullehrern, auch Spitzenpolitikern, über die Unternehmer der Region, aber auch Handwerksmeister aus dem Landkreis. Also wirklich eine ganz wunderbare Mischung von Menschen, die sich als Freunde von Andechs sehen und die das auch genießen, sich miteinander auszutauschen. Wenn man von einem Freundeskreis spricht, dann muss genau das auch passieren können. Würden nur strenge Veranstaltungen abgehalten, dann wäre der Freundeskreis nicht lebendig“, sagte er in einem Interview, das der Freundeskreis zum 25. Jubiläum veröffentlichte. Damals war Strachwitz schon Ehrenvorsitzender. Nikolaus Neumaier, der 52-jährige Redaktionsleiter beim Bayerischen Rundfunk, hat das Amt vor fünf Jahren im Jubiläumsjahr übernommen.

Abgesehen von den beliebten Passions- und Adventssingen, die durch Kreisheimatpfleger Manfred Schulz und seine Frau Cornelia eine erfolgreiche Fortsetzung finden, blieb nicht viel übrig. „Wir hatten relativ viele Vorträge im Programm“, sagt Neumaier. „Strenge Veranstaltungen“, wie sie Strachwitz genannt hatte. Und wie es sein Vorgänger voraussah: es funktionierte so nicht.

Neue Impulse für den Freundeskreis erhofft sich Neumaier nun durch eine Kulturreihe. So wie 1986. Zwar ist das Kloster schon lange nicht mehr als „Monte Promillo“ verschrien, aber nach der Einstellung der Orff-Festspiele ist das kulturelle Angebot nahezu auf den Punkt geschrumpft, wie ihn Zöller und Schüle seinerzeit vorfanden.

„Miniaturen“ könnte sich Neumaier vorstellen: kleine Lesungen, kleine Konzerte, so etwas in der Art. „Es ist eine Idee, die uns sehr gut gefällt“, sagt der Erlinger. „Der Vorstand sucht aber Leute, die das machen. Das werden wir nicht leisten können.“ Auch das 30. Jubiläum soll gefeiert werden – mit einem kleinen Empfang für die Mitglieder und Bavarian Brass. Die Details stehen noch nicht fest.

„Da mit dem Ende der Orff-Festspiele auch die geplante Förderung durch den Freundeskreis weggebrochen ist, können wir das Geld dafür in die Hände nehmen und Neues machen“, sagt Neumaier. Und er kehrt damit in gewisser Weise zurück – zurück zu den Anfängen des Freundeskreises.

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