Friedhof Aufkirchen

Mehr Platz für die Trauer

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Aufkirchen – Rechtzeitig vor Allerheiligen, wenn der Friedhof stark besucht wird, präsentiert die Pfarrei Aufkirchen ihre rundum renovierte Aussegnungshalle. Wichtigste Neuerung: Bei Beerdigungen ist jetzt wesentlich mehr Platz für die Trauerfeier.

Fast alles ist neu an der Aussegnungshalle auf dem Aufkirchner Friedhof – für rund 180 000 Euro. Das Ergebnis ist bemerkenswert: Der Platz für Trauerfeiern ist wesentlich größer als zuvor: Der aufgebahrte Sarg kann nun an der hinteren Wand stehen und nicht mehr mitten zwischen den Trauernden. Gäste von Trauerfeiern haben ausreichend Raum, mehrere Sitzreihen sind in dem kleinen Haus jetzt möglich. Zudem lassen sich nun beide Flügel der Eingangstür öffnen – für einen leichteren Zugang. Gleichzeitig wurde das denkmalgeschützte Leichenhaus auf dem Aufkirchner Friedhof völlig saniert.

Nebenräume hatten nur einen gestampften Lehmboden

Die Feuchtigkeit hatte dem Gebäude zugesetzt.

Kirchenpfleger Siegfried Theimer hat die Schäden vor der Sanierung dokumentiert. Vor allem das Wasser setzte dem Gebäude zu. Der Eingangsbereich war von Feuchtigkeitsschäden gezeichnet. „Wir haben eine neue Drainage rund ums Haus gelegt und alles trockengelegt“, sagt Kirchenpfleger Theimer. Seit dem Frühjahr haben die Handwerker gearbeitet. Und zwar in Absprache mit dem Bestattungsunternehmen Zirngibl so, dass kaum Störungen bei Beerdigungen gewesen seien.

Die Räumlichkeiten hinter dem öffentlich zugänglichen Raum waren auch in schlechtem Zustand. „Dort war die Decke heruntergekommen“, berichtet Theimer. Die Nebenräume hatten nur einen gestampften Lehmboden. Jetzt liegen Platten darauf. Und ein Nebenraum ist dem Hauptraum zugeschlagen worden – dadurch gibt es mehr Platz für Trauerfeiern.

Veranschlagten Kosten von 210 000 Euro wurden um 30 000 Euro unterschritten 

Hauptsache der Sanierungsarbeiten war der Schutz der neugotischen Bausubstanz vom Ende des 18. Jahrhundert. Die Fenster wurden nach den Vorgaben des Denkmalschutzes saniert. „Das hat allein 30 000 Euro gekostet“, sagt Kirchenpfleger Theimer. Auch das Dach und die Elektrik wurden überholt.

Die Decke eines Nebenraums war in sehr schlechtem Zustand.

Die gute Nachricht: Die veranschlagten Kosten von 210 000 Euro sind um 30 000 Euro unterschritten worden. „Das liegt mit daran, dass wir auf einiges verzichtet haben“, sagt Theimer. Auf einen separaten Wasseranschluss im Nebenraum, der – auch das ist neu – nun für Mitarbeiter von Bestattungsunternehmen zur Verfügung steht. Es gab auch keinen neuen Bodenbelag für die Halle. Was nicht geklappt hat, zum Bedauern von Mesner Marinko Soldo: „Wir konnten im Vorraum keine Glasscheibe gegen den Wind einsetzen – das hat der Denkmalschutz nicht erlaubt.“

Kirche wird die Friedhofsgebühren erhöhen

Ein Faktor für die niedrigen Kosten war auch, dass die Handwerker und die Mitarbeiter des Architekturbüros Adldinger so gut gearbeitet hätten, sagt Theimer. Das Skonto bei schneller Bezahlung mache sich außerdem bemerkbar.

Die Finanzierung der Maßnahme ist gesichert: Die Gemeinde Berg hat einen fünfstelligen Zuschuss sowie ein Darlehen zugesagt. Die Kirchengemeinde gehe davon aus, dass sie 90 000 Euro selber finanzieren müsse, sagt Theimer. Er ist sehr zufrieden mit dem Ergebnis. „Wir haben deutlich mehr Platz, so dass jetzt auch Trauerfeiern anderer Konfessionen hier stattfinden können.“

Was allerdings passieren wird: Die Kirche wird die Friedhofsgebühren erhöhen, sagt Theimer. Der Pflegeaufwand auf dem schönen Aufkirchner Friedhof mit den vielen Grünflächen und der langen Hecke sei sehr groß.

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