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Filmfestleiter Matthias Helwig

Fünf-Seen-Filmfestival Starnberg

Fünf-Seen-Filmfestival: Eröffnung 2017 auf Kloster Andechs?

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Ein neuer Besucherrekord, zahlreiche Stars und der Publikumspreis für ein Drama über eine Familie aus Berg – das am Sonntag zu Ende gegangene Fünf-Seen-Filmfestival hat Maßstäbe gesetzt. Im Gespräch mit dem Starnberger Merkur zieht Festival-Gründer und Leiter Matthias Helwig (56, Kino Breitwand Starnberg, Seefeld, Herrsching) seine persönliche Bilanz.

Herr Helwig, nach zwölf Tagen Filmfest mit rund 300 Vorführungen: Wie ist da der Montag bei Ihnen verlaufen?

Der Montag war ein ganz normaler Tag. Ich bin um 7 Uhr aufgestanden und habe das Programm für meine Kinos gemacht. Aber meine Mitarbeiter durften ein bisschen später kommen...

In einer offiziellen Erklärung sprechen Sie von einem neuen Besucherrekord. Wie wichtig sind Ihnen 20 000 Besucher?

Das macht mich natürlich stolz. Und es hätten sogar noch ein paar mehr sein können, wenn das Wetter bei den Open-air-Veranstaltungen besser gewesen wäre. Von daher bin ich diesmal entspannt, dass wir diese Zahl nächstes Jahr wieder erreichen können.

Mit dem Südbad in Tutzing kam ein achter Spielort dazu. Wie zufrieden sind Sie damit?

An dem einzigen Sonntag waren 400 Leute dort. Das zeigt, dass Potenzial in Tutzing vorhanden ist. Aber es ist noch sehr viel Luft nach oben. So mussten wir beispielsweise Plakate wieder abhängen, weil uns die Gemeinde dafür nur drei Standorte genehmigt hatte. Das verstehe ich nicht. Wir machen ja nicht irgendeine Ü30-Party, sondern wollen ja jeder Gemeinde etwas geben.

Kritiker haben erneut die Filmauswahl gelobt, auch, was die acht Filme des Hauptwettbewerbs anbelangt. Gewonnen hat „The Wounded Angel“ aus Kasachstan. Warum sollte man sich diesen Film ansehen?

Dieser Film ist etwas für Cineasten. Es ist ein filmisch grandioses Werk mit langen Einstellungen und faszinierenden Bildern, was der Jury wichtig war. Der Film an sich ist Kunst. Ich denke, ein Festival darf so etwas auch mal wagen.

Für die breite Masse ist dann also eher „Eine unerhörte Frau“ von Hans Steinbichler, der die Geschichte einer Frau aus Berg und ihrem jahrelangen Kampf für ihre tumorkranke Tochter erzählt. Wie sehr hat Sie dieser Film bewegt?

Zunächst mal Lob an das Publikum: Mit dieser Entscheidung kann ich sehr gut leben. Als ich den Film gesehen habe, war ich wirklich begeistert. Das ist eine ganz packende Geschichte. Und dann auch noch aus Berg...

In dem Zusammenhang: Warum ist unsere traumhafte Landschaft eigentlich so selten Kulisse für den Film?

Weil die Menschen hier in erster Linie ihre Ruhe haben wollen... Aber wir können ja mal überlegen, wie wir das Filmfestival nutzen, um das zu ändern. Das Filmfestival Bozen beispielsweise veranstaltet auf der Berlinale einen kleinen Empfang. Warum sollten wir das nicht auch tun? Dann käme Starnberg vielleicht ein bisschen weg von seinem Image der Reichen und Schönen, hin zu mehr Kultur.

... und es würde dafür auch Geld fließen?

Drehgenehmigungen beispielsweise kosten Geld. Leute vom Film müssen irgendwo übernachten. Handwerker werden gebraucht. Sie sehen: Kultur kostet nicht nur, Kultur schafft Geld. Aber das ist nur die eine Seite. Die andere ist: Wie wollen wir uns als Fünfseenland darstellen?

Was fehlt der Filmszene in unserem Landkreis?

Zunächst einmal haben wir ein sehr gutes Angebot an Kinos mit einem sehr guten Programm. Ich fände es schön, wenn sich die Filmemacher, die hier leben oder hierher einen Bezug haben, stärker engagieren würden.

Beispielsweise beim Filmfest 2017. Gibt es schon Pläne?

Der Termin steht fest. Eröffnung ist am 26. Juli 2017. Aber ich weiß nicht, ob wir dann wieder in Starnberg sind.

Bitte?

Schauen Sie: Wir hatten bei der Eröffnung heuer beide Säle der Schlossberghalle ausverkauft, mussten die Reden vom einen in den anderen Saal übertragen. Da denke ich schon darüber nach, in unserem Landkreis einen größeren Saal zu suchen.

Wo könnte der sein?

Naja, der Florianstadl auf Kloster Andechs zum Beispiel ist größer als die Schlossberghalle. Aber es ist noch zu früh, jetzt darüber zu reden.

Dann reden wir über Ihr Kinoprojekt in Gauting, einen Neubau mit fünf Sälen. Wie ist der aktuelle Stand?

Wir sind im Endspurt. Der Plan ist, Anfang Oktober zu eröffnen. Das ist ambitioniert, aber es hätte seinen Reiz, mit „Eine unerhörte Frau“ und Hans Steinbichler zu starten.

Machen Sie in der Zwischenzeit eigentlich auch mal Pause vom Film?

Ich möchte mit meinen zwei Söhnen wenigstens eine Woche Urlaub machen. In Slowenien, Campen am Fluss.

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