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Hat sich in Gauting bereits eingearbeitet: die neue Kämmerin Heike Seyberth aus Fürstenfeldbruck. 

Finanzen

"Für mich ist alles Zahl"

Gauting - Heike Seyberth (54) ist neue Kämmerin der Gemeinde Gauting. Die Verwaltungswirtin ist Mutter, macht gern Sport und hat ein außergewöhnliches Hobby.

Sie übergab das frisch gedruckte Haushaltsbuch 2016 Gerhard Hertlein von der Kommunalaufsicht im Landratsamt am Donnerstag persönlich. Diplom-Verwaltungswirtin und Verwaltungsbetriebswirtin Heike Seyberth wacht nämlich seit 1. Februar über Gautings Finanzen. Bei den nächtlichen Mammutsitzungen mit Kürzungen und langwierigem Übertrag von Ausgaberesten aus dem Vorjahr (wir berichteten) verfolgte die neue Kämmerin die Ratsdebatten bereits als Zuhörerin. Erster Eindruck der „Frau der Zahlen“: Der örtliche Haushalt müsse künftig soweit konsolidiert werden, dass den Räten neben den Pflichtaufgaben noch ein Handlungsspielraum bleibt - für freiwillige Leistungen. Denn die sicherten das soziale Leben einer Gemeinde.

Nicht nur Gauting habe das Problem mit steigender Kreisumlage oder mit höheren Kinderbetreuungskosten nach dem Bayerischen Kinder-Bildungs- und Betreuungsgesetz, beruhigt Heike Seyberth (54). Sie weiß, wovon sie spricht. Die verheiratete Mutter von zwei erwachsenen Töchtern arbeitet seit 27 Jahren im kommunalen Finanzwesen. Als junge Diplom-Verwaltungswirtin startete sie zunächst als Kämmerin in einer kleinen Gemeinde im Schwarzwald. „Mein Beruf ist mir wichtig.“ Nach der Geburt der beiden Töchter in München mit gut fünf Jahren Erziehungszeit, startete die Verwaltungsbetriebswirtin wieder durch - als stellvertretende Kämmerin im Nachbarkreis Fürstenfeldbruck. Danach arbeitete sie als Geschäftsleiterin und Kämmerin in der Dreier-Verwaltungsgemeinschaft Grafrath. „Für mich ist alles Zahl.“ Als die Kämmerin aus Leidenschaft in die dortige Stabsstelle für Rechtsangelegenheiten landete, suchte sie eine neue Herausforderung - und fand sie prompt in Gauting. Ihr Amts-Vorgänger Hans Jürgen Paul hatte nämlich kurz vor Start der Haushaltsberatungen 2016 gekündigt und eine neue Stelle bei einem Münchner Zweckverband angetreten. Obwohl Hauptamtsleiter Gernot Struwe und Geschäftsleiter Joachim Graf, die den Kämmerer kurzfristig zu vertreten hatten, „im Stress waren, wurde ich herzlich aufgenommen“, freut sich Heike Seyberth beim Pressegespräch.

Doch es gibt nicht nur Zahlen im Kopf der 54-Jährigen: „Ich mache viel Sport, male und lese“, erzählt die Fürstenfeldbruckerin. Als Ausgleich steht meditatives Unkrautjäten auf Seyberths Programm. Beim sozial engagierten Fürstenfeldbrucker Edigna-Verein, der Mutter-Kind- und Malgruppen organisiert, ist die neue Kämmerin ebenfalls aktiv - „als Kassier“, sagt die Frau der Zahlen lachend.

Christine Cless-Wesle

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