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Prost: Den Spaß ließen sich die Besucher des Pöckinger Straßenfestes auch vom Regen nicht verderben.

Straßenfest

Ein ganzes Dorf ist auf den Beinen

Pöcking - Die Gemeinde Pöcking lässt sich den Spaß am Feiern durch ein bisschen Regen nicht verderben. Auch Peter Maffay schaut vorbei. 

Pünktlich um 14 Uhr beginnt es zu nieseln. Albert Luppart, Spiritus rector des Pöckinger Straßenfestes, bleibt entspannt: „Den Regen feiern wir weg. Wir sind gerüstet. Es können alle im Trockenen sitzen.“ Die ersten Tropfen verflüchtigen sich, nachdem die Böllerschützen auf der Hindenburgstraße den Startschuss gegeben haben und die Trommlerzüge aus fünf Straßen aufmarschiert waren. Die Haunshofener, die Traubinger, die Pähler und die Wuizbocher, ein Zusammenschluss von Wielenbachern und Windshofenern Trommlern, feiern mit. Ein Mordsspektakel, das die Pöckinger Trommler inszeniert haben zu ihrem 40-jährigem Bestehen. Mit diesem Sternmarsch von fünf Trommlerzügen, der am Gasthof Poelt endet, setzen sie einen krönenden Höhepunkt. 

Tambourmajor Helmut Hirn kommandiert den Aufmarsch von 125 Trommlern, die sich in schönsten Festtagstrachten mit Blumen geschmückten Stopselhüten und bunten Seidentüchern um den Hals in Bewegung setzen. Das Allerschönste ist, dass der Fortbestand dieser Tradition gesichert ist. Meist führen Kinder die Trommlerzüge an, selbstredend in Dirndl und Lederhosen. Dass Pöcking sich den Luxus eines solchen Straßenfestes, bei dem das ganze Dorf auf den Beinen ist, leisten kann, ist dem Engagement vieler Ehrenamtlicher und einer gut gefüllten Gemeindekasse zu danken sowie dem Umstand, dass der Ort schon seit 40 Jahren eine Umgehung hat. Es ist damit kein Problem, eineinhalb Tage lang die Durchgangsstraße zu sperren. „Die Starnberger sind uns täglich neidisch“ freut sich Bürgermeister Rainer Schnitzler in seiner Dankesrede, in der er die lange Vorbereitungszeit aller Mitwirkenden und Organisatoren würdigt. 

Erstmalig kann man dieses Jahr erleben, dass sich die Flüchtlinge bestens ins Dorfleben integriert haben. Sie flanieren mit den Einheimischen in Trauben durch die Straßen und bereiten trotz des muslimischen Fastenmonats Ramadan köstliche Speisen zu: arabische Spinatpfannkuchen, Hühnersalat, Gebäck und Tee aus dem Samowar. Die Asylhelfer hatten mit den Flüchtlingen eine riesige Fototafel aufgestellt mit Bildern, die die schöne Seite ihrer Herkunftsländer zeigen. Davor steht die 14-jährige Nassine, die ein Bild gemalt hat, wie sie Bayan (Bayern) sieht: als Weltkugel mit langen Wurzeln. Viel zu entdecken also zwischen Raiffeisenplatz und Bründl und ein riesiges Spieleangebot für Groß und Klein. So öffnet der Reiterhof seine Pforten für Ponyritte und eine Märchenjurte, die allein deswegen sehenswert ist, weil sie handgebaut und handgefilzt war. Man kann sich in der Kunst des Bogenschießens üben, an einer Dorfrallye teilnehmen oder auf den Bullen der Bullriding-Anlage steigen, die die Gewerbetreibenden aufgebaut hatten. 

Irgendwann fängt es dann doch zu schütten an. Das schadet aber nicht der guten Laune. Schutz gibt es unter riesigen Schirmen und in den Wirtshäusern, wo die Fernseher für den nächtlichen Fußballkrimi aufgestellt sind. Und dann noch das Elfmeterschießen. Was für ein Tag

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