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Harmlos: Der gefundene Kanister ist ungefährlich.

Gas-Unfall im Freibad: Feuerwehrplan fehlt

Gauting - Das Gautinger Freibad ist wieder sicher. Nach dem Austritt von Ammoniak am Wochenende wurde die Anlage überprüft. Ärger gibt es aber doch: Ein Feuerwehrplan fehlt weiterhin.

„Es gibt keine weiteren Vorfälle“, berichtete Joachim Graf aus dem Gautinger Freibad am Reismühler Weg. Nachdem am vergangenen Samstag Ammoniak ausgetreten war, gab Geschäftsleiter Graf nun Entwarnung - so zumindest das Ergebnis der Durchsicht am Mittwoch mit Technikern der Firma Haas aus Chieming, die die Anlage hergestellt hatte.

Dass es der zweite Vorfall innerhalb von nur eineinhalb Jahren war, ist für Graf „Zufall. Sie können auch ein Auto längere Zeit fahren, und es passiert nichts. Dann bleibt es vielleicht zweimal innerhalb kurzer Zeit liegen.“ Zum jüngsten Vorfall war es gekommen, weil eine Dichtung am Kompressor der Wärmepumpe ein Leck hatte. Bis dieses gefunden war, tummelten sich rund 190 Rettungskräfte stundenlang auf und um das Gelände in Gautings Süden.

Der Einsatz verlief ohne großen Schaden, allerdings auch nicht optimal, wie Kreisbrandrat Markus Reichart bestätigt. „Es gibt für Schulen oder andere Einrichtungen wie die Asklepiosklinik oder den Starnberger Wasserpark Feuerwehrpläne mit Objektinformationen, die bei der Erkundung viel Zeit sparen.“ Darin seien beispielsweise Räume, in denen mit Chemikalien gearbeitet wird oder solche gelagert sind, rot eingefärbt. Dazu gebe es Grundrisse, um zu wissen, wo sich was befindet. So könnten die anrückenden Einsatzkräfte vor allem bei Gasunfällen, bei denen jede Sekunde zählt, schneller reagieren und eventuell zuständige Stellen informieren.

Glücklicherweise hat sich inzwischen herausgestellt, dass auch der Kanister, der im Gebäude des Gautinger Bades gefunden wurde, harmlos ist. Reichart: „Woher sollen wir das wissen. Der war nicht beschriftet.“ Zudem habe man laut Graf Glück im Unglück gehabt, denn Ammoniak riecht stark muffig. Daher sei der Notruf dank der feinen Nase von Max, dem Hund von Gemeinderat und Freibad-Anlieger Wolfgang Meiler, schnell abgesetzt worden.

Ammoniak-Austritt im Gautinger Freibad

Fakt ist, für das Gautinger Sommerbad gibt es keinen Feuerwehrplan. Reichart: „Nach dem Chlorgas-Unfall vor eineinhalb Jahren ist darüber gesprochen worden, passiert ist nichts.“ Wie Landratsamts-Sprecherin Barbara Beck erklärte, habe das Kreisbauamt die Möglichkeit, bei älteren Einrichtungen nachträglich solche Pläne einzufordern. Nach den zwei Vorfällen in Gauting werde dies nun für das dortige Bad geprüft.

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