Ganz schnell repariert: Ihren Kassettenrekorder geben Charles und Nana Tatum in die Hände von Dieter Werning. Kurze Zeit später hat der Helfer des Gautinger Repair-Cafés das Gerät wieder in Gang gesetzt. Foto: Schuhbauer-von Jena

Großer Andrang bei erstem Gautinger Repair-Café

Gauting - Das Repair-Café ist auch in Gauting ein voller Erfolg. Nach Herrsching und Starnberg findet es nun auch dort statt. Und die Reparateure hatte am Samstag alle Hände voll zu tun.

„Wer einmal mit offenen Augen eine Weile auf einem unserer Wertstoffhöfe verbracht hat, der kriegt einen guten Eindruck davon, was der Begriff Wegwerfgesellschaft im konkreten Alltag bedeutet“, sagte Bürgermeisterin Dr. Brigitte Kössinger bei der Eröffnung. Sie dankt Christiane Lüst vom Umweltzentrum Öko & Fair für ihre Initiative. Statt defekte Produkte neu zu kaufen, solle man doch erst einmal prüfen, ob Handys, Toaster oder Kleidungsstücke nicht doch instandzusetzen wären.

„Es ist traurig, dass alles weggeworfen wird“, findet Sabine Tittel. Die Münchnerin hat das Gautinger Repair-Café im Internet gefunden. Geduldig zerlegt Maschinenbau-Ingenieur Stefan Hacker ihren mitgebrachten defekten Mixer. Feinmechaniker Norbert Fiedler und Maschinenbauer Bernd Daramawan nehmen eine Nähmaschine auseinander. „Manchmal liegt der Fehler nur an einer winzigen Kleinigkeit“, erklärt Fiedler.

„Mein Bildschirm geht nicht“, erläutert Maya. Die Zehnjährige sitzt am Tisch von Maz Grimm. Der Diplom-Ingenieur zeigt dem Mädchen, wie sie mit einer preiswerten Paste ihr Handy blitzsauber reinigt und poliert. Maya strahlt: Auf Fingerdruck reagiert ihr Telefon wieder.

„Ich kann mir das einfach nicht leisten“, sagt eine Rentnerin zu einem Neukauf. Seit einem Monat blickt Angelika Korneli auf den schwarzen Bildschirm ihres Laptops. Die Münchnerin war deshalb überglücklich, als sie am Bahnhof zufällig das Plakat Repair-Café entdeckte, denn: „Ins Internet konnte ich ja nicht.“

„Wegwerfen? Denkste!“ - unter diesem Motto finden weitere Repair-Cafés im Bahnhof ab 2015 jeden 3. Samstag im Monat statt - jeweils von 14 bis 17 Uhr.

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