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124 Abiturienten winken zum Abschied vom Otto-von-Taube-Gymnasium. 

Abitur 2017: otto-von-taube-gymnasium

Eleganz auf dem roten Laufsteg

Über den rot ausgelegten Laufsteg in der benachbarten Mittelschulturnhalle schwebten die erfolgreichen Abiturienten des Otto-von-Taube-Gymnasiums (OvTG) Gauting. Junge Damen in eleganten Abend- und Cocktailkleidern, junge Herren in feinen Anzügen.

Gauting 124 Absolventen erhielten von Oberstudiendirektorin Sylke Wischnevsky die Reifezeugnisse. Sechsmal stand eine 1,0 als Gesamtnote auf dem Papier. Ein herausragender Abi-Jahrgang im 50. Jahr des Bestehens der Schule.

Ein halbes Jahrhundert Otto-von Taube-Gymnasium: In Deutschland gebe es zwar noch ältere Gymnasien. Doch in der bayerischen Schullandschaft habe sich das OvTG mit etwa 4000 Abiturienten insgesamt einen besonderen Ruf erarbeitet, erinnerte Wischnevsky an die Hochbegabtenklasse und das TUM-Kolleg in Kooperation mit der Technischen Universität München. In acht Jahren habe auch dieser Jahrgang zum Erfolg beigetragen. Bürgermeisterin Dr. Brigitte Kössinger, ihr Vize Dr. Jürgen Sklarek, Abiturienten, Eltern und Geschwister applaudierten.

Dann wurde es ernst: Mit Kollegstufenbetreuer und Big-Band-Leiter Rupert Wierer endet eine Ära am OvTG. Zum letzten Mal vor seiner Pensionierung stand der Deutschlehrer mit Wischnevsky zusammen auf der Bühne – und überreichte glücklichen Absolventen ihre Reifezeugnisse.

Der Prozess der Entzivilisierung nehme in der globalen Gesellschaft leider Fahrt auf. In einer nachdenklich stimmenden Rede geißelte die Direktorin „Fake News“, die falsches Tun bis in höchste Ebenen verbergen. Wer im Sinne des Rechtsstaates handle, für den gebe es grundsätzlich nur eine Wahrheit, redete Wischnevsky den Abiturienten ins Gewissen. Sie sehe es daher als Aufgabe der Lehrer, aber auch der Eltern an, dass sie Kindern „zivilisatorische Errungenschaften“ vorleben. Denn die Firnis menschlicher Zivilisation sei leider hauchdünn.

In acht Jahren hätte die Gautinger Schulfamilie den jetzigen Absolventen Werte vermittelt. Sie hätten in der SMV mitgearbeitet, sich als Tutoren um Jüngere gekümmert, das Musik- und Theaterangebot genutzt oder Studienfahrten mitgemacht. „Es wird eine Zeit kommen, wo Sie entscheiden müssen, was richtig ist“, appellierte Wischnevsky an die Abiturienten. „Machen Sie es sich nicht zu leicht.“

„Seit 1980 sind Sie unser Schaffner“, dankte Johannes Groß in der Abiturientenrede Kollegstufenbetreuer Wierer. Und Tim Engelmann (Bestnote 0,8) plauderte aus dem Nähkästchen: Direktorin Wischnevsky lenke den D-Zug OvTG in die Richtung, die sie für richtig hält. „Doch die Zeit heute am Bahnhof verbindet uns.“ Es werde immer Momente geben „wo wir gerne zurückschauen“.

Christine Cless-Wesle

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