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Das Kreuz besagt nichts Gutes: Förster Florian Mergler (l.) und Christian Gick prüfen Bäume auf Borkenkäfer-Befall. Entdecken sie den Schädling, muss der Baum sofort gefällt werden, um den Käfer zu stoppen.

Borkenkäfer

20 000 Feinde in einem Baum

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Dem größten Feind des Waldbauern geht es so gut wie lange nicht: Die Population des Borkenkäfers ist auch im Landkreis hoch, das Landwirtschaftsamt schlägt Alarm. Beim Kampf gegen den Schädling sind die nächsten Wochen entscheidend, und die Zeit ist knapp.

Landkreis – Revierförster Florian Mergler musste in seiner noch kurzen Zeit im Landkreis Schlimmes mit ansehen. Seit 2014 betreut er die Wälder um Gauting, Weßling, Krailling und Gilching, in den Jahren darauf nahm das Unheil seinen Lauf. Im Frühjahr 2015 wütete Sturm Niklas, im Sommer 2016 setzte ein extrem trockener Sommer dem Fichtenwald zu. Die Bäume waren geschwächt, der Borkenkäfer hatte leichtes Spiel. Das Harz unter der Rinde sei nicht mehr richtig in Fluss, der Käfer könne leichter eindringen, erklärt Mergler das Dilemma. Und Käfer gibt es derzeit wahrlich genug.

Den auch „Buchdrucker“ genannten Schädlingen ging es 2016 so prächtig, dass sie bis zu drei Generationen ausbildeten. Und diese seien „ohne größere Verluste über den Winter gekommen“, warnt das Landwirtschaftsamt Weilheim. „Zigtausende Käfer sind unterwegs auf der Suche nach Fichten, die befallen werden können.“

Förster Mergele erinnert sich mit Grausen an das, was er in seinem Revier schon beobachten musste. Er habe Flächen gesehen, auf denen 100 Kubikmeter Holz befallen waren: „Da war die Arbeit von 70 Jahren komplett vernichtet.“ So schlimm wie in den vergangenen drei Jahren sei es seit den Stürmen Vivian und Wiebke Anfang der 1990er-Jahre nicht mehr gewesen.

Der Förster sagt den Käfern jetzt einmal mehr den Kampf an. Dabei spielt auch die Zeit eine entscheidende Rolle. In einer einzigen vom Buchdrucker befallenen Fichte könnten sich bis zu 20 000 Jungkäfer entwickeln, die ihrerseits wieder 20 Fichten neu befallen können, warnt das Landwirtschaftsamt. Daher sei die rechtzeitige Bekämpfung auch bei jedem einzelnen befallenen Baum von hoher Wichtigkeit, heißt es.

Die frisch von den Käfern befallenen Fichten sind nach Angaben der Experten in erster Linie am bräunlichen, wie Schnupftabak aussehenden Bohrmehl zu erkennen, das sich am Stammfuß sowie an oder hinter der Rinde befindet. Auch Harztropfen weisen auf einen aktuellen Befall hin, erläutern die Experten. Sie empfehlen den Waldbesitzern, ihre Kontrollgänge an den Orten zu beginnen, an denen der Käfer schon im vergangenen Jahr zugeschlagen hatte, sowie an besonnten Waldrändern oder in Bereichen, in denen zuletzt Baumfällungen erfolgt sind.

Für den Landkreis Starnberg bietet Revierleiter Mergler am heutigen Mittwoch, 17. Mai, eine Schulung an, bei der er zeigt und erläutert, wie ein Borkenkäfer-Befall zu erkennen ist und was danach zu tun ist (siehe Kasten). Beginn ist um 18 Uhr im Gautinger Gemeindewald in Buchendorf. Aus organisatorischen Gründen wird um Anmeldung unter Tel.06 (0172) 8 63 14 26 gebeten.

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