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Der KZ-Gedenkmarsch startet wie auch im vergangenen Jahr im nördlichen Würmtal und zieht dann am Gräfelfinger Friedhof (Foto) vorbei Richtung Gauting. 

Gedenken

20 Jahre KZ-Todesmarsch im Würmtal

Am kommenden Samstag, 29. April, erinnert der Verein „Gedenken im Würmtal“ zum 20. Mal an den Todesmarsch von KZ-Gefangenen durch das Würmtal.

Planegg/Würmtal– „Den Stab der Erinnerung an die Jugend weiter geben“ ist das Motto: Am kommenden Samstag, 29. April, erinnert der Verein „Gedenken im Würmtal“ bereits zum 20. Mal an den Todesmarsch von Gefangenen aus den KZ-Lagern Dachau und Landsberg-Kaufering durch das Würmtal.

„20. Würmtaler Gedenkzug“: Dem ehemaligen Fernseh-Nahost-Fernsehkorrespondenten Friedrich Schreiber (85) aus Gräfelfing war es ein Herzensanliegen, dass dieser Akt der Versöhnung groß begangen wird: Denn die meisten Überlebenden des „Todesmarsches“ von 1945 sind mittlerweile verstorben, sagt der Vereinsvorsitzende.

3400 gequälte, ausgehungerte Gefangene hatten SS-Wachleute aus den Konzentrationslagern Dachau und Landsberg-Kaufering noch kurz vor Kriegsende durchs Würmtal bis Waakirchen getrieben. Am ersten Gedenkzug am 1. Mai 1998 hatten noch die Überlebenden Zwi Katz und Max Mannheimer teilgenommen. Der prominente Zeitzeuge und Mahner Max Mannheimer ist hoch betagt gestorben. Ebenso Chaim Mellich, Ehrenmitglied des Vereins „Gedenken im Würmtal“, und Uri Chanoch, Überlebender der KZs von Kaunas und Kaufering. „Mein Freund Zwi Katz“ könne krankheitsbedingt nicht mehr an den Gedenkzügen teilnehmen, bedauert Schreiber. Der Überlebende Max Vollpert sei der einzige „Gerettete“, der noch über den damaligen Todesmarsch berichten könne. Am Kraillinger Mahnmal mit den gebeugten Gestalten des Bildhauers Johannes von Pilgrim wird der Litauer Jude, der im Konzentrationslager Stutthof seine Eltern verlor, darüber reden, wie er seine „Abscheu“ vor Deutschland überwunden hat. Seit Jahren komme Max Vollpert zu den Gedenkzügen ins Würmtal.

Ganz im Focus steht die Jugend: Bei der gemeinsamen Gedenkfeier der beteiligten Bürgerschaften und Bürgermeister von Dachau bis Waakirchen am Donnerstag, 27. April, 19 Uhr, im Bürgerhaus Gräfelfing, werden Nadine Thomae und Sven Kühl vom Gautinger Otto-von-Taube-Gymnasium beteiligte Jugendliche und Lehrer ehren – unter anderem vom Feodor-Lynen-Gymnasium Planegg, vom Kurt-Huber-Gymnasium Gräfelfing, vom Starnberger Gymnasium, aber auch Jugendliche von der Realschule Gauting, betont Hannes Stumpf. Der pensionierte Lehrer am Otto-von-Taube-Gymnasium hatte den allerersten Gedenkzug durchs Würmtal 1992 organisiert.

Christine Cless-Wesle

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