Endlich raus aus dem Atelier und unter die Leute: Die Kuratorinnen Sabine Karmazin (l.) und Jane Höchstetter freuen sich – dem Titel der Ausstellung entsprechend – mega.
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Endlich raus aus dem Atelier und unter die Leute: Die Kuratorinnen Sabine Karmazin (l.) und Jane Höchstetter freuen sich – dem Titel der Ausstellung entsprechend – mega.

Ausstellung im Rathaus Gauting

30 Künstler mit Mega-Schaffensfreude

Aus der bleiernen Corona-Pandemie tritt glücklicherweise auch Gautings reiche Künstlerszene wieder ans Licht. Unter dem Titel „Du bist mega“ präsentieren 30 Mitglieder des Kunstvereins aktuell ihre Werke im Gautinger Rathaus.

Gauting - Die Schaffensfreude springt direkt „mega“ ins Auge, zum Beispiel mit der Lebenslust einer jungen Frau im Sommerwind, von Regina Lord in Acryl festgehalten. Oder mit Spiellust wie der kunterbunten Cello-Installation auf Holz von der Kunstvereins-Vorsitzenden Jane Höchstetter. „Du bist Mega“ steht über dieser aktuellen Ausstellung, ein Pop-Titel, der von den teilnehmenden Künstlern als inspirierend empfunden worden sei, sagen die beiden Kuratorinnen Jane Höchstetter und Sabine Karmazin. Nur drei von 33 Künstlern, die ihre Werke eingereicht hatten, mussten abgelehnt werden.

Angefangen mit der beschwingten jungen Frau im Sonnenlicht bis mega-magisch präsentieren sich Werke, wie die beiden Ölgemälde von Barbara Lutz-Sterzenbach aus der Serie „Alexanderschlacht 1528/29“. In wildem Pink-Orange und düsterem Rauchschwarz vermittelt die Künstlerin in diesem 2021 entstandenen abstrakten Großformat eine aufwühlende Neu-Impression des berühmten Werkes von Albrecht Altdorfer (1480-1538) zur Schlacht Alexanders des Großen gegen den Perserkönig Darius. Dazu muss man wissen, dass Barbara Lutz-Sterzenbach Lehrbeauftragte an der Akademie der Bildenden Künste ist. Ihr Sohn wandelt auf ihren Spuren: „Na OAc HCL“ (Natriumcarbonat auf Salzsäure-Lösung) nennt Lutz Sterzenbach sein nach der chemischen Formel kombiniertes Werk auf Eisenblech. Mit erst 19 Jahren ist der Filius der jüngste Künstler dieser Ausstellung. Und zugleich „Mega-Nachwuchs“, schwärmt Jane Höchstetter.

„The Future looks bright“ heißt ein gegenständliches kleines Ölbild, das Porträt einer herausfordernd blickenden Frau mit breiter Hutkrempe von Cassie Tumliuson. Im Spannungsfeld zum Akt-Gemälde „Hermaid“ von Regina Lord steht der dunkle Bütten-Druck „Wagner#“ von Ernst-Hermann Ruth. Und mit „Solo für eine indische Dame“ illustriert der Gautinger Künstler Richard Eckert das pralle Leben im legendären Nachtclub „Sesto Acuto“ auf Sizilien. „Reizüberflutung“ nennt Grafik-Designerin Sabine Karmazin ihre aufwendig aus Mini-Papierschnitzeln komponierte Farb-Collage. Von der Gautinger Künstlerin Brigitte Doege-Schellinger stammt die fein ziselierte großformatige Buntstift-Zeichnung „Der Dirigent dankt“. Daneben Fine-Art-Print von Martina Singer, die gerade mit dem Preis in digitaler Kunst geadelt wurde und im Rathaus „Till Eulenspiegel’s Wife“ zeigt. Eine Entdeckung ist das Triptychon „Kostbarkeit, Lichtung, Schwarze Tür“ von Brigit Rörig mit seinen Licht-Schatten-Spielen und Gold. Und vermutlich jedem Rathaus-Besucherin zaubert die witzige Eisen-Skulptur „Nabelschauer“ des bekannten Klinge-Preisträgers Ulrich Schweiger ein Lächeln ins Gesicht.

„Liebe Grüße vom Planeten – Die Wasserträger“ heißt das großformatige Gemälde des in Gauting aufgewachsenen Malers Konstantin Rüchardt. Das Bild mit den vier kleinen Wasserträgern, die dem apokalyptischen Brand im Hintergrund zu entkommen versuchen, hat Tiefenwirkung – und ist „mega“ in jeder Hinsicht.

Die Kunstausstellung im Gautinger Rathaus ist dort noch bis zum 22. August zu sehen.

Christine Cless-Wesle

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