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Zum Ersten, zum Zweiten, zum Dritten: Egon Starp (r.) bringt mit Witz und Charme jedes Fundrad erfolgreich unter den Hammer. 

Fundräder-Versteigerung

„Keiner macht’s so gut wie der Egon“

Das war ein Rekordergebnis: 1402 Euro brachte die Versteigerung von 48 Fahrrädern in Gauting ein. Der Erlös ist für die Sozialstiftung

Gauting–„Meine elfjährige Nichte braucht das nächstgrößere Rad.“ Strahlend schiebt Winfried Sperk das für 20 Euro ersteigerte rote Bike durch das Tor. Seine Nichte radle täglich vom Münchner Berg zum Otto-von-Taube-Gymnasium am oberen Schul-Campus, erzählt der Gautinger. Winfried Sperk ist nicht der Einzige, der an diesem Tag das Bauhofgelände glücklich verlässt. Dort hatte Egon Starp 48 Fundräder unter den Hammer gebracht. Für die Haerlinsche Sozialstiftung erzielte der ehrenamtliche Auktionator dieses Mal die Rekordsumme von 1402 Euro.

Es ist kurz nach 17 Uhr. Im Gautinger Bauhof am Ende der Grubmühlerfeldstraße drängen sich um die 60 Bieter – von der Großmutter bis zum Schulkind. „Das ist doch ein tolles Rad“, preist Egon Starp das schicke Jugend-Mountainbike an: „35 Euro, 40 Euro, 45 Euro. Wer bietet mehr?“ Eine Mutter, die mit ihrer Tochter gekommen ist, schlägt bei 115 Euro zu. „Das Rad ist für meine gleichaltrige Zwillingsschwester Mathilda“, erzählt Tochter Lotte (11). Die beiden Gymnasiastinnen strampeln regelmäßig vom Badviertel zur Schule.

„Ich richte das noch her“, sagt José Winkler. Für 70 Euro hat der gelernte Kfz-Mechaniker ein elegantes schwarzes „Corona“ ersteigert. Das Damenrad will der leidenschaftliche Bastler zum stylischen Cruiser-Bike „mit Tank für Regenklamotten“ umbauen. Winklers Idee: Weil er den Transport seines kleinen Sohnes im Kinderanhänger als gefährlich empfindet, plant der Neu-Gautinger den Prototyp eines bequemen Gefährts mit Seitenhänger. „Da haben sie ihr Kind im Blick“, betont der Tüftler, der in seiner Freizeit Fahrräder repariert. José Winkler ersteigert gleich fünf herren-/damenlose Drahtesel – ein Ersatzteillager.

„Ich habe mein Fahrrad verloren.“ Mit strahlendem Lächeln schiebt der dunkelhäutige Somalier Mubarak sein für 70 Euro ersteigertes knallblaues, Mountainbike vom Hof: „Das ist super“, freut sich der 20-Jährige. Der Schwarzafrikaner, der in Stockdorf wohnt und in Weßling arbeitet, radelt regelmäßig zum Bahnhof – aber auch zum Fußballtraining nach Gauting.

„Keiner macht’s so gut wie der Egon“, lobt Gautings Umweltmanager Wilhelm Rodrian den Auktionator während er ein schneeweißes, fast neuwertiges Mountainbike mit schwarz-roten Rauten aus der Garage holt. Strahlendes Leuchten in den dunklen Augen der gebürtigen Iranerin Shahin Panahi: Die Finanzbuchhalterin und alleinerziehende Mutter ersteigert das perfekt gepflegte Bike zum Tageshöchstpreis von 165 Euro. „Ich bin so stolz“, erklärt die Mama. Das Mountainbike hat Shahin Panahi für ihren Sohn ersteigert. „Er mag schöne Dinge – und ist ein sehr guter Schüler“, schwärmt die Gautingerin von Kian (15). Der besucht das TUM-Kolleg am Otto-von-Taube-Gymnasium – und wird schon mit 16 Jahren sein Abitur machen.

18 Uhr. Der Hof ist leer: Alle 48 Fundräder hat Egon Starp losgeschlagen. 1402 Euro brachte die Rekord-Versteigerung für die Haerlinsche Sozialstiftung, zieht Inga Schauder, Leiterin der Gautinger Insel, Erfolgsbilanz. Mit diesen Einnahmen werden bedürftige Gautinger unterstützt. 

Christine Cless-Wesle

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